Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 5+6)

Bockkarscharte und Schwarze Milz (Tag 5)

„Mann ist das kalt hier! Geh noch ein Stück weiter, da vorne zieht es hoffentlich weniger!“ Wir stehen unterhalb der Bockkarscharte, auf fast 2.500 Metern. In langen Serpentinen führt der Weg vom Waltenberger Haus hier nach oben, immer quer über weite Geröllfelder. Unterhalb der Scharte kommt unsere Truppe jedoch ins Stocken, die Serpentinen werden zu einem mit Stahlseilen und Tritthilfen gesichertem (leichten) Kletterweg.

Meine Wanderkleidung, die ich am Morgen noch ziemlich nass vom Vortag wieder angezogen hatte, ist immer noch klamm und ich ziehe die Fleeceweste außen über meine Jacke. Nun ist auch endlich der Zeitpunkt für meine neuen Handschuhe gekommen! Meine feuchten Halbfingerhandschuhe wandern in den Rucksack und ich streife mir die trockenen, warmen Ganzfingerhandschuhe über. Dann sind wir oben an der Scharte und es geht plötzlich doch schnell, dass wir auf der anderen Seite an einer windgeschützten Stelle Halt machen. Von hier hätte man eigentlich einen herrlichen Ausblick ins Lechtalgebirge, wir aber sehen überwiegend nichts. Zu dicht sind die Wolken und der Nebel.

Weiter geht es ein Stück auf dem Heilbronner Weg bis wir die schwarze Milz, den letzten Rest der Alpengletscher erreichen. Auch hier ist die Sicht trübe als wir den Ferner überqueren.

Die karge Gebirgslandschaft beginnt nun, sich schlagartig zu ändern, die Felslandschaft wird von Wiesen abgelöst und wir sehen wieder einige Steinböcke, die uns vom Grat aus beobachten.

Auf einer tiefer liegenden Wiese sind einige Geißen und Jungtiere beim Grasen. Der Weg geht nun flacher und einfacher dahin. Stetig bergab geht es in Richtung Kemptner Hütte, die wir gegen 13 Uhr erreichen.

Wieder haben wir Glück mit den Zimmern in der Kemptner Hütte. Diesmal teilen wir uns ein 4-Bett Zimmer mit zwei Stockbetten. Die Kemptner Hütte wird unsere letzte Übernachtung in den Bergen sein, gut dass es nicht nochmal ein Matratzenlager ist.

Ofenschlupfer mit Rosinen und Vanillesoße gibt es zum Kaffee. Die Mehlspeise, aus alten Brötchen mit Äpfeln, Milch, Zucker und Zimt kennen wir bei uns als Scheiterhaufen, sie schmeckt aber auch als Ofenschlupfer hervorragend. Gerhard frägt uns wer noch mitlaufen will zum Muttlerkopf, der mit 2.368 Metern Höhe direkt vor der Kemptner Hütte gut 500 Meter in den Himmel ragt. Die Beine sind schwer, ich mag das Bergablaufen nicht, und heute sind wir seit dem Aufstieg zur Bockkarscharte nur noch bergabgelaufen.  Also täte meinen Beinen den Berg hochzulaufen wohl ganz gut. Außerdem habe ich keine Lust, den ganzen Nachmittag auf der Hütte zu sitzen und außerdem ist heute der vorletzte Tag und – „ich gehe mit!“.

Knapp 90 Minuten brauchen wir für den Aufstieg, es ist ein Hammergefühl, wenn man auf dem Muttlerkopf steht und das umliegende Panorama sieht. Dieser Aufstieg war für mich mit Sicherheit einer der Höhepunkte der gesamten Wanderung!

Der Rinderbraten der Kemptner Hütte ist unter Wanderern berühmt und den haben wir uns heute wirklich redlich verdient, ebenso wie das Bier dazu. Und den Enzian. Bayerisch Creme gibt es als Nachspeise. Ich bin müde, die Beine sind schwer, aber es ist ein gutes Gefühl, ein sehr gutes!

 

Time to say good-bye (Tag 6)

Mann sind meine Beine schwer heute Morgen. Mein Standardrezept gegen schwere Beine ist es, einen Berg zu besteigen, aber es gibt keinen mehr auf unserer Tour. Im Gegenteil: Heute stehen nochmal 850 Meter Abstieg bevor, den meine Knie so gar nicht lieben.

Um halb sieben ist die Truppe komplett am Frühstücktisch versammelt und bereits um viertel vor acht stehen wir mit Rucksack auf den Schultern und fest geschnürten Wanderstiefeln vor der Hütte. Es scheint, wir können es nicht erwarten wieder ins Tal zu kommen, aber tatsächlich waren wir wohl nur eine sehr überpünktliche Truppe, die meist schon lange vor der vereinbarten Uhrzeit abmarschbereit war.

Ein letztes Mal werden unsere Schuhe im Sperrbachtobel bei der Durchquerung eines Bachlaufes nass, am sechsten Tag unserer Tour stört das jedoch niemanden mehr.

Gerhard nutzt eine Trinkpause beim Marterl „am Knie“ – einer kleinen Kapelle – und versucht die OASE „Basis“ auf dem Handy zu erreichen, um den Rücktransport zu organisieren.

Es geht dem Sperrbach entlang durch den Wald und wir überqueren ein letztes Mal den Fluss. Wir kommen zur Materialseilbahn. Hier kann man seine Rucksäcke hoch zur Kemptner Hütte bringen lassen, wenn man in Gegenrichtung unterwegs ist. Ab jetzt geht es flach weiter, auf einer asphaltierten Straße bis Spielmannsau.

In der Alpe Oberau genießen wir ein letztes Mal Käse und Schinkenbrote. Hier studieren wir den Busfahrplan von Spielmannsau nach Oberstdorf und stellen fest, dass wir knappe 45 Minuten für unsere Pause haben. Die Wanderung nähert sich nun immer offensichtlicher ihrem Ende.

Der Linienbus bringt uns wieder zurück zum Bahnhof von Oberstdorf, wo wir im OASE Büro als erstes unsere Rucksäcke ablegen.

Die ausgeliehenen Schuhspikes und Wanderschirme müssen wieder abgegeben werden und wir verabschieden uns, sicher ein wenig wehmütig, dass diese 6 Tage viel zu schnell vorbeigingen aber auch stolz auf unsere Wanderleistung.

 

THE END

Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 4)

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung … (Tag 4)

„Wir haben Linsensuppe mit Würsten, Käsebrot mit selbstgemachtem Käse und was sonst noch auf der Karte steht“ erklärt uns die Sennerin auf der Buchrain Alpe. Die Alpe ist für uns die Rettung aus dem Regen, eine kleine, urige aber auch trockene Rastmöglichkeit. Im Wirtsraum stehen nur zwei Tische, aber  das reicht locker für unsere Gruppe. Der Käse ist hier selbst gemacht, in der Wohnküche stehen Milchfass, Kupferkessel und moderne Spülmaschine sowie Thermomix.

Wir kommen von der Rappenseehütte (2.091 Meter) und sind nun bei strömendem Regen gut 1.000 Höhenmeter in das Rappenalptal abgestiegen. Bereits auf den ersten Metern des Abstieges spürte ich ein Reiben an meinem Zeh, ein unangenehmes Reiben. Bei der nächsten Möglichkeit, der Enzianhütte, wollte ich den Zeh mit Pflaster umwickeln um eine Blase zu vermeiden, es war aber schon viel zu spät. Die Blase gab es schon gar nicht mehr, der Zeh war offen. Hilft aber nichts, wir haben noch mindestens 5-6 Stunden Wanderung vor uns. Also den Zeh mit Blasenpflaster zugeklebt, dick und fest mit Leukoplast umwickelt und an was anderes denken! (Den Zeh habe ich übrigens erst wieder 3 Tage später nach Ende der Tour ausgewickelt und er sah gut aus, das Blasenpflaster hat ganze Arbeit geleistet).

Auf der Buchrainalpe ist es kuschelig warm und das Objektiv meiner Kamera beschlägt.  Die Jacken hängen auf Bügeln an einer Stange im Eingangsbereich der Hütte. Alle versuchen wir, soweit möglich, die nasse Kleidung zu trocknen. Letzteres ist ein vergeblicher Versuch, wir sind alle bis auf die Haut tropfnass. Ich stärke mich mit der Linsensuppe und Wursteinlage für den bevorstehenden Aufstieg.

Wir schauen aus dem kleinen Fenster der Stube und suchen nach der erwarteten Wetterbesserung. Nach der Rast und Einkehr stehen uns wieder rund 1.000 Höhenmeter Aufstieg bevor zum Waltenberger Haus. Es hilft nichts, es sieht nicht danach aus, als könnten wir den Regen aussitzen. Kurz darauf bei Einödsbach treffen wir zwei Amerikanerinnen wieder. Sie sind mittlerweile schon so etwas wie alte Bekannte, die man aber trotzdem eigentlich nur vom Sehen und ein paar gewechselten Worten auf dem Gang oder in der Dusche her kennt. Abends auf den Hütten trifft man immer wieder dieselben Leute, scheinbar sind viele auf unserer oder einer sehr ähnlichen Tour unterwegs und nach 3-4 Tagen kommen einem viele Gesichter bekannt vor.

Wieder stoppt ein Bach, der zum reißenden Hindernis angeschwollen ist unseren Marsch. Wieder werden die Füße nass.

Auch der Wanderweg selbst ist mittlerweile ein kleiner Bach geworden, es kümmert mich nicht mehr, ob ich ins Wasser steige oder auf Steinen dem Gerinnsel ausweichen kann. Das Wandern wird zum Mantra, der gleichbleibende Rhythmus, Schritt für Schritt weiter. Hindernisse wie Bäche, die wir überqueren müssen stören den Rhythmus. Kurz halten wir an um zu trinken, aber beim Stehen wird es kalt, und die Kälte stört mehr als die tropfnasse Kleidung, also marschiere ich und ein Wanderkollege weiter. Monoton, Schritt für Schritt, bald schon ist der Rest der Gruppe außer Sichtweite. Am Ende des Bacherlochs ist eine steile und schroffe Steilstufe zu durchqueren.  Alubrücken und Stahlseile sichern dort den Weg. Nach etwa drei Stunden Aufstieg sehe ich im Nebel unterhalb der Mädelegabel das Waltenberger Haus! Aber noch davor ein letzter Gebirgsbach zu durchqueren. Gemeinsam suchen wir den besten Weg und bald haben wir zu zweit auch das Hindernis geschafft. Während wir uns noch freuen, diesen nun wirklich breiten Bach halbwegs trocken hinter uns gelassen zu haben, sprintet ein „Gebirgsjogger“ mit zwei, drei Sprüngen über den Bach und joggt gutgelaunt, aber ohne Rucksack, an uns vorbei. Sachen gibt’s?!

Das Waltenberger Haus ist neu und erst seit Juni 2017 (wieder) eröffnet. Es ersetzt das bereits 1875 an derselben Stelle erbaute ursprüngliche Waltenberger Haus.  Es sieht toll aus, modern und an einigen Stellen sind die Zimmerleute noch immer am Werk.

Die Zimmer sind klasse, die besten bislang und wir bleiben in einem nagelneuen 6-Mann Zimmer mit 3 Stockbetten. Unsere nasse Kleidung lassen wir im Trockenraum, der jedoch den Namen leider nicht verdient hat. Es ist kalt und klamm im Trockenraum und unsere Kleidung wird am nächsten Morgen so tropfnass sein, wie wir sie am Abend zuvor dort aufgehängt hatten.

Es steht uns eine ganze Liste an Gerichten für das Abendessen zur Auswahl. Unter anderem Dal, das nepalesische Hausgericht, das der nepalesische Koch der Hütte zubereitet. Ich habe Hunger und Bedarf an Kohlehydraten und entscheide mich für Spaghetti Bolognese, bedaure aber später, nicht das vorzügliche Dal gewählt zu haben, von dem ich bei anderen probiere. Die Spaghetti waren lecker, aber das Dal superlecker!

Heute sitzen wir lange zusammen, quatschen und probieren Enzian und auch Sigi, den Hüttenobstler. Die Stimmung ist gut aber die müden Beine wollen ihre Ruhe! Licht aus!

Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 3)

Zwischen Bayern und Tirol (Tag 3)

Meine Schuhe sind tropfnass und von einer Schlammschicht überzogen als wir das erste Mal halten und eine Pause machen. Vor gut zwei Stunden sind wir gestartet von der Mindelheimer Hütte und seitdem bergab gewandert. Wir sind mit Regenschirmen gestartet, haben zwei Flüsse durchquert und auf einer Matschpiste die gewonnenen Höhenmeter des Vortages wieder abgegeben.

Von nun an geht es wieder bergauf und wir waschen unsere Schuhsohlen im Bach, damit das Profil der Wanderschuhe uns besseren Halt auf den Steinen verschafft. Der Weg windet sich nun eng am Berg entlang, kurze Stücke auf dem Schrofenpass sind mit Stahlseilen und sogar mit Stahlbrücken gesichert.

        

Den Weg zum südlichsten Punkt Deutschlands lassen wir leider aus, der Regen der letzten Tage hat den Weg in einen Schlammpfad verwandelt und Gerhard beschließt, dass wir einen kürzeren Weg zur Rappenseehütte wählen. Mir soll es recht sein, das Marschieren im Schlamm heute Morgen hat mir eigentlich gereicht.

Gegen 13 Uhr erreichen wir den Abstieg zum Mutzentobel. Der Pfad wird nun enger und steiler und ist fast durchgehend mit Stahlseiten und manchmal sogar mit Trethilfen gesichert. Da wir ja mittlerweile geübte Flußüberquerer sind, stellt uns der Gebirgsbach der durch den Tobel fließt, vor keine allzu großen Herausforderungen.

Eine halbe Stunde später stehen wir vor dem nächsten Gebirgsbächlein, das nach dem Regen heute Nacht zu einem 3-4 Meter breiten Bach angeschwollen sind.

Die erste Hälfte der Truppe nimmt nasse Füße in Kauf und durchwatet den Bach. Wir wollen versuchen von einer etwas höheren Stelle auf eine kleine Sandbank zu springen und somit trockenen Füßen über den Bach zu kommen. Es klappt bis auf einen kleinen Ausrutscher kommen alle gut an der anderen Seite an. Der kleine Ausrutscher hat leider auch nasse Füße bekommen.

Eine unserer Wanderfreundinnen trennt sich hier von uns. Der Weg war zu anstrengend geworden und sie hat beschlossen, hier abzubrechen und ins Tal zurückzukehren. Gerhard begleitet sie und der Rest der Truppe macht sich an die letzte halbe Stunde für heute. Der Weg zieht sich gewaltig, in scheinbar nicht endenden Serpentinen dehnt er sich nach oben, aber ich fühle mich gut heute! Schließlich sehen wir kurz nach 14 Uhr die Rappensee-Hütte vor uns. Nun scheint auch die Sonne und der Regen und die Anstrengungen sind (quasi) vergessen.

Nach einer Stärkung mit einer Gulaschsuppe mache ich mich noch einmal auf, um zum Gipfelkreuz zu kommen, von wo aus man einen schönen Blick auf die Hütte und auf den Rappensee hat. Es ist nun so klar, dass man weit über Oberstdorf und Sonthofen hinaus sehen kann!

Ich will mich immer noch nicht still halten und laufe noch zum See hinunter. Ein Murmeltier verlässt seinen Bau. Ich bewege mich nicht und schaue ihm beim Futtersuchen zu. Scheinbar steht der Wind günstig, denn es bemerkt mich nicht und so kann ich einige schöne Fotos von dem scheuen Tier machen.

Die Sonne ist herrlich auf der Terrasse der Rappenseehütte und wir genießen die Entspannung zum Gruppenplausch! Erst als das Abendessen kurz nach 18 Uhr auf dem Tisch steht gehen wir in die Hütte hinein, Nudelsuppe, Putenrollbraten oder Käsespätzle sowie als Nachspeise Kokospudding mit Kirschsoße stehen heute zur Auswahl. Eines ist sicher, Abnehmen geht anders.

Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 2)

Sonne und die ersten Steinböcke (Tag 2)

Habe ich überhaupt geschlafen heute Nacht? Ein paar Stunden werden es schon gewesen sein, aber sicher nicht so viel wie erhofft. Seit halb 6 geistern die ersten Matratzenlagergefährten mit Taschenlampen durch die Gegend, suchen Zahnbürsten, Hüttenschuhe, Handtücher. Einige verlassen das „Zimmer“, etwas poltert auf der Treppe, andere kommen ins Lager zurück. Auch ich fange an, unruhig zu werden. Ich will meine Beine wieder strecken, ziehe mir etwas Warmes aus meinem Rucksack über und begebe mich auf den Weg in den Waschraum. Das kalte Wasser vertreibt die letzten Gedanken an den warmen Schlafsack.

Heißer Kaffee, Schnittbrot, Wurst, Salami und Käse, Butter und Marmelade. So sieht das Frühstück für heute und auch für die nächsten Tage aus. Ein Bircher Müsli gibt es auch noch hier, aber ich begnüge mich mit den Broten und Kaffee.

Die Füße werden eingecremt mit Hirschtalg, Tipp einer Wanderfreundin. Das soll gegen Blasen helfen, und die Füße fühlen sich gut damit an. Geschadet hat es auf alle Fälle nicht. Auch der Rucksack muss wieder gepackt werden, zuvor die richtige Wahl der Wanderkleidung. Es ist eiskalt draußen, also die lange Wanderhose, Funktionsunterhemd, Funktionspoloshirt und ein Sweatshirt, dann die – natürlich – atmungsaktive Jacke drüber. Und natürlich die „halben“ Handschuhe.

Vor der Hütte erwartet uns strahlender Sonnenschein, die Tische und Bänke sind jedoch unter einer dicken Schneeschicht begraben. Wir suchen uns ein Plätzchen, um die Schuhspikes anzulegen und natürlich Erinnerungsfotos mit dem verschneiten Alpenpanorama zu schießen!

Die mühsam erlaufenen Höhenmeter von gestern müssen wir heute wieder hergeben. Wir laufen hinab zur Kühgundalpe auf 1.745 Metern verschnaufen kurz und entledigen uns der Spikes. Ein Dreh um 90 Grad nach rechts und wir sehen die Roßgundscharte auf gut 2.000 Metern vor uns. Durch den Regen und den Schnee haben sich immer wieder kleine Geröll-Lawinen gelöst, so dass wir vorsichtig beim Aufsteigen sein müssen.

Von oben auf der Scharte werden wir beobachtet. Ein Steinbock beäugt uns kritisch, es ist wohl sein Revier, in das wir hier vordringen. Der schweißtreibende Aufstieg lohnt sich, von der Roßgundscharte haben wir einen herrlichen Überblick auf die Strecke, die wir im weiteren Verlauf der Woche noch zurücklegen werden. Nun ist es an der Zeit, das durchgeschwitzte Sweatshirt in den Rucksack zu packen. Das Lieblingssweatshirt war eine Fehlplanung für diese Wanderung. Nichts mit Funktion, nicht atmungsaktiv und es nimmt auch viel zu viel Platz weg im Rucksack. Und wie ich später erfahren werde wird es auf so einer Tour nie mehr trocken, wenn es erst einmal richtig nass ist.

Der Ausblick von hier oben ist einfach fantastisch!

Mit dem verbleibenden aber nun auch nassgeschwitzten Funktionsunterhemd, Funktionsshirt und Funktionsjacke geht es weiter, dem Krumbacher Höhenweg entlang zur Mindelheimer Hütte (2.058 Meter). Immer beobachtet aus sicherer Entfernung von neugierigen Steinböcken.

Ein Stopp zum Rasten und Trinken und die Inspektion der Ausrüstung bringt ein Problem zum Vorschein. Bei einem Wanderer unsere Gruppe hat ein Ausrutscher die Sohle seines Wanderschuhs vom Schuh gerissen. So kommt er vielleicht noch zur Hütte, die anspruchsvolleren Etappen der nächsten Tage sind so aber nicht zu schaffen. Eifrig werden Telefonate geführt und Alternativpläne geschmiedet, wie der Schuh ersetzt werden kann, so wie zum Beispiel ein Abstieg ins Tal und der Wiederaufstieg einen Tag später. Die bevorzugte Lösung wäre natürlich einen Ersatz auf der Mindelheimer Hütte zu finden.

Schon von weitem erspähen wir heute die Hütte, die wir gegen 13:00 Uhr erreichen. Es ist nach wie vor sonnig und wir lassen uns auf der Terrasse nieder, stärken uns mit Suppen und Würsten, Schorle und Bier.

Auch eine Lösung des Schuhproblems scheint im Bereich des Möglichen. Auf der Hütte gibt es einige vergessene/zurückgelassene Schuhe und es scheint, dass ein Paar unserem Wanderfreund gut genug passt, um darin die nächsten Tage wandern zu können! Das wäre natürlich die beste Lösung, ob es so ist, wird sich am nächsten Tag dann herausstellen, wenn sich der Schuh bei Belastung beweisen muss.

Eine kleine Gruppe will sich noch nicht auf den erwanderten Lorbeeren ausruhen und macht sich an, mit Gerhard das Kemptner Köpfle zu besteigen. Ich bin natürlich dabei – wenn es etwas gibt, wo man raufsteigen kann, dann muss ich rauf. Ein schmaler Weg führt teilweise über den Grat hoch zum Kemptner Köpfle (2.192 Meter).

Ohne Rucksack geht der Aufstieg schnell, die letzten Meter erfordern noch eine kleine Klettereinlage aber wir werden belohnt mit einer Traumaussicht ins Kleinwalsertal! Den Rückweg zur Mindelheimer Hütte bestreiten wir wieder mit Spikes an den Schuhen, denn der noch teilweise verschneite Grat ist ziemlich rutschig und die Spikes geben uns perfekten Halt.

In der Hütte haben wir heute im Nebengebäude ein eigenes Zimmer für die Wandergruppe. Zwei (Einzel-)Stockbetten und ein 5-Mannstockbett stehen uns zur Verfügung. Ein Wanderfreund beschließt, sein Quartier im Vorzimmer auf der Bank aufzuschlagen, und so teilen wir uns die 5-Mannbetten zu viert auf und es ist sogar relativ bequem in unserem Lager.

Die nassen Schuhe und Kleidungsstücke werden in den Trockenraum gebracht, die Lager werden bezogen und wir machen uns fertig fürs Abendessen. Heute gibt es Kürbissuppe, Rahmgeschnetzeltes mit Spätzle und Zwetschgenrohrnudeln mit Vanillesoße.  Von letzteren könnte ich bestimmt ein halbes Dutzend essen, es gibt aber nur eine. Bevor wieder Hüttenruhe angesagt ist, macht Gerhard noch die Tageszusammenfassung mit uns. Wir gehen nochmal die heute begangene Strecke auf der Karte mit ihm durch und erhalten eine Vorschau auf das, war uns morgen bevorsteht.

Pünktlich um 22 Uhr liegen alle in den Betten, die frische Luft und der Aufstieg aufs Kemptner Köpfle machen müde. Licht aus!

Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 1)

Eine Woche vorher

“Ich brauche dann noch ein langärmeliges Merinoshirt, eine Wandermütze, ein Paar Reservesocken und eine Trinkflasche“ lasse ich die Verkäuferin unseres Sportgeschäfts wissen.

„Wo geht es denn hin?“ frägt sie Trolleira, während ich in der Kabine das Shirt anprobiere. Mann ist das heiß, es kratzt auch ein wenig.

„Und? Passt es?“

„Ja, super!“ erwidere ich, froh aus dem heißen Ding wieder herauszukommen.

„So eine Hüttentour wollte ich ja auch immer schon mal machen“ höre ich die total sportliche aussehende Verkäuferin weiter mit Trolleira unterhalten. „Irgendwie habe ich es mir dann aber doch nie zugetraut.“

Warum eigentlich nicht, denke ich mir. Einfach machen, das klappt schon, wird bei mir ja auch klappen. Und falls nicht, dann höre ich eben unterwegs auf. Aber das wird nicht passieren.

 

Sonntag, früher Vormittag

Seit Freitag regnet es quasi ohne Unterbrechung. Für heute ist etwas Besserung vorhergesagt, etwas. Und der Verlauf der kommenden Woche wird wohl durchwachsen werden. Nicht die besten Voraussetzungen  für meine erste Hüttentour. Von unserem Hotel in Oberstdorf aus können wir sehen, wie der Regen oben auf den Bergen als Schnee liegenbleibt. Im Radio hören wir die Sprecherin etwas von „Schneefallgrenze in den Alpen bei 1600 Metern“ kommentieren. Also gut, vielleicht sollte ich mir doch noch Handschuhe zulegen. Richtige Handschuhe. Meine aktuellen haben nur so halbe Finger, normalerweise reicht mir das, aber besser mal auf Nummer sicher gehen, es sieht nicht warm aus, wenn man hoch zu den Bergen schaut.

7,5 kg wiegt der Rucksack als ich ihn an den Haken der Waage beim OASE Alpincenter hänge, die neuen Handschuhe sind schon drin. Dafür habe ich aber auch sicher einige Lagen an Kleidung an, die bei wärmeren Temperaturen wieder in den Rucksack müssen. Aber passt schon, ich bin zuversichtlich, einigermaßen gut gepackt zu haben.

„So jetzt kommt mal mit“ erklärt uns Gerhard, der in den nächsten Tagen unser Wanderführer sein wird, „jeder bekommt noch ein paar Schuhspikes und einen Bergschirm von der OASE geliehen.“ Ich hatte mich eigentlich innerlich auf sechs sonnige Tagen in den Bergen eingestimmt, für Schnee und Regen war in meinen Vorstellungen da wenig Platz, aber so ist es nun mal. In den Bergen sind Wetterwechsel normal und so macht sich unsere Truppe ausgerüstet mit Schuhspikes und Schirmen und angeführt von Gerhard auf den Weg zum Bus, der uns vom Bahnhof in Oberstdorf zur Talstation der Fellhornbahn bringt.

 

Es geht los

Die Seilbahn bringt uns hoch auf 1.967 Meter und die Gipfelstation empfängt uns mit Wolken und Schnee. Nur wenn die Wolken ab und zu einmal aufreißen lässt sich das Panorama der umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen erahnen. Auch die Bergschau Ausstellung und der Film, der in der Gipfelstation gezeigt wird schrecken uns nicht ab, obwohl die Gefahren, die sich bei Unwettern am Berg ergeben können, anschaulich gezeigt werden.

Auf der Terrasse der Gipfelstation erklärt uns Gerhard, wie wir die Schuhspikes über unsere Wanderschuhe ziehen müssen, kontrolliert, ob diese auch bei allen richtig sitzen und los geht es, hinein in die Wolken! Ich trage natürlich die „halben“ Handschuhe, die neuen sind weiter sicher im Rucksack aufbewahrt.

Die ersten Meter führen uns über den Fellhorngrat zur Kanzelwand und die Sicht klart bereits etwas auf.

Wir passieren den Adlerhorst und bevor wir auf der Kuhgehrenalpe unsere erste Einkehr machen nehmen wir einen 30 minütigen, kurzen nicht eingeplanten Umweg in Kauf und besteigen wir noch die Kuhgehrenspitze. „Jeden Tag einen Gipfel, das soll schon drin sein“, so ist unser Motto“.

Die Sonne hat die Wolken vertrieben und wir genießen unsere Pause auf der Kuhgehrenalpe. Unsere Gruppe besteht aus 13 Personen und Gerhard, unserem Bergwanderführer. Zwei kleine Gruppen mit jeweils 4 und 3 Personen sowie 6 Einzelwanderern wie mich. Meine Bedenken wegen meiner mangelnden Bergerfahrung kann ich bereits bei unseren ersten längeren Unterhaltungen auf der Alpe zerstreuen. Etwa die Hälfte unserer Truppe befindet sich das erste Mal auf einer Hüttentour und ist ebenso unerfahren wir ich.

Nach einer Stärkung machen wir uns auf den Weg von der Kuhgehrenalpe zum Fiderepass. Das Wetter trübt sich wieder ein und Schnee und Graupel übernehmen die Kontrolle.

Gegen 17 Uhr erreichen wir die Fiderepasshütte (2.067 Meter), die trotz des sehr durchwachsenen Wetters extrem voll ist.

Wir teilen uns auf im Matratzenlager, mein Hüttenschlafsack kommt zum ersten Mal in Aktion. Das Lager ist nicht optimal, die Liegeplätze sind kurz, aber für eine Nacht geht es, wir hoffen auf Besserung für die nächste Nacht.

Ein Teil der Truppe sucht die Duschen auf, die jedoch nur über lange Warteschlangen zum Ziel führen.   Abendessen gibt es um 19 Uhr: Eine Gemüsesuppe, danach Tafelspitz mit Meerrettichsoße und Kartoffeln und als Nachspeise Germknödel mit Vanillesoße. Dazu leckeres Bier aus der Allgäuer Brauhaus (es gibt natürlich auch andere Getränke). Meine Hoffnung, durch sechs Tage Wanderung etwas abzuspecken begrabe ich in diesem Moment. Der Hunger ist groß und das Essen schmeckt ausgesprochen lecker!

Nach dem Essen gibt es noch die Zusammenfassung des Tages, bei der Gerhard uns die gelaufene Strecke auf der Karte zeigt. Danach bekommen wir eine kurze Einführung in das, was uns am nächsten Tag bevorsteht. Eins ist klar, erst einmal wird es abwärts gehen.

Um 10 Uhr ist Hüttenruhe. Nach der Katzenwäsche und Zähneputzen mit eiskaltem Wasser liegen wir alle in unseren Hüttenschlafsäcken und versuchen so gut es geht zu schlafen. Aber zusätzlich zur normalen Unruhe, die so ein Matratzenlager mit sich bringt, kreisen mir auch noch viele Gedanken durch den Kopf. Gut lief es heute, 560 Meter Aufstieg und 470 Meter Abstieg, dazu der kurze Zusatzausflug auf die Kuhgehrenspitze. Ich fühle mich gut, der nächste Tag kann kommen.

 

Moglu in den USA – Oregon: Columbia River Gorge

So, Weihnachten ist vorbei, den Rutsch nach 2017 haben wir auch geschafft und nun wird es Zeit, wieder etwas von den USA zu posten.

Von den Stränden Oregons geht es nun ins Landesinnere, entlang des Columbia Rivers:

Heute haben wir eine lange Fahrt vor uns, also stehen wir zeitig auf, holen uns einen Kaffee in der Lobby und checken um 8 Uhr aus dem Motel 6 aus. Kalt ist es am (relativ) frühen Morgen, nur 13 Grad!

Schön war hier und gut geschlafen haben wir auch.

Wir waren ja bisher noch nicht wirklich gut zum Shoppen gekommen und man hört ja immer, dass Oregon ein Shopping Paradies sei, so entschließen wir uns als erstes in ein Outlet bei Portland zu fahren. Nach dem Abchecken aller Geschäfte in den verschiedenen Outlets entscheiden wir uns für das größte, die Woodburn Premium Outlets im Süden von Portland. Das bedeutet zwar ein paar Meilen Umweg für uns, aber egal! Wir umfahren Portland, biegen auf die I5 ein und sind um 5 vor 10 auf dem Parkplatz in Woodburn. Gut getimed, um 10 Uhr machen die Läden auf!

Wir finden einiges, ein Paar Shirts, Trolleira ein paar Hosen und die Kreditkarte wird leichter!

Gut zwei Stunden später werde ich ungeduldig, ich weiß, man könnte Stunden dort verbringen, aber wir wollen noch zur Columbia River Gorge heute. Und mittlerweile ist die Temperatur von den 13 Grad heute Morgen auf gut über 30 Grad gestiegen und es ist extrem heiß, wenn man nicht gerade in einem der Geschäfte ist …

Zurück auf der I5 in Richtung Portland und auf der I205 umfahren wir die Stadt großräumig!
In der Ferne sehen wir bereits Mount Hood (der kleine helle Fleck im Foto rechts vom Highway …)!

In Troutdale verlassen wir die Interstate und biegen ab in die Columbia River Gorge.

Erster Halt, das Portland Women’s Forum mit einem herrlichen Ausblick auf die Columbia River Gorge. Irgendwie erinnert mich die Landschaft ja schon an Deutschland, an das Donau oder Rheintal.

Kurz danach gabelt sich der Weg und wir biegen wir ab in Richtung Larch Mountain.

Eine kurvige Serpentinenstraße schlängelt sich den Berg nach oben und wir brauchen 25 Minuten, bis wir den Parkplatz von Larch Mountain erreichen!

Dort ist ja auch der Sherrard Point, der mich in Rosis’s Bericht so begeistert hat.
Der Wanderweg ist kurz und die Aussicht ist phänomenal!

Man hat einen Ausblick auf 5 Vulkane von hier, Mount Rainier, Mount Adams, Mount St Helens, Mount Hood und Mount Jefferson!

Am besten sticht Mount Hood hervor, der auch am nächsten ist.

Wir unterhalten uns kurz mit einem älteren Paar, die Frau quält sich den Weg nach oben zum Aussichtspunkt, und dann kann sie die letzten Meter nicht mehr nach oben gehen wegen ihrer Höhenangst. Mit gemeinsamen Zureden schafft sie es dann doch und ist begeistert – (aber noch immer ängstlich).

Wir fahren wieder nach unten in Richtung Gorge und ein rasender Sportwagen überholt uns auf der mit Rollsplit übersäten Straße. Trolleira meint noch „wenn wir den nicht bald am nächsten Baum wiedersehen“ und es dauert genau 2 Minuten, und in einer scharfen Kurve ist er geradeaus ins Gebüsch gerast. Ein junger Kerl, vielleicht 20. Gott sei Dank ist ihm nichts passiert, das Auto sieht nach Schrott aus.
Wir bleiben noch ein paar Minuten dort, um zu sehen ob er auch wirklich ok ist. Er ruft jemanden an, der ihn dort abholt und ihm hilft. Schließlich fahren wir weiter zum Vista House und der Unfall ist natürlich unser Gesprächsstoff im Auto für die nächsten Minuten.

Auch das Vista House erinnert irgendwie ans Rheintal:

Wir lassen unser Auto an der Parkplätzen oberhalb des Vista House stehen und gehen die wenigen Schritte den Berg nach unten.

Das achteckige Gebäude steht auf dem sogenannten „Crown Point“ und gibt einem Museum sowie einem Souvenirshop Platz, aber wir gehen nur einmal quer durch und erfreuen uns an der Aussicht auf die Schlucht des Columbia River.

Nach dem Vista Haus reihen sich mehrere Wasserfälle entlang der Panorama Strecke aneinander. Alle Parkplätze sind heute extrem voll und wir haben eigentlich keine Lust, irgendwo verbotenerweise am Straßenrand zu parken.

Je näher wir zu den bekanntesten Fällen, den Multnomah Falls kommen, desto voller wird es, bis wir schließlich total im Stau stehen.

Aber wie es der Zufall will, sehe ich, dass jemand vor uns versucht aus der Parklücke auszuparken. Gentleman like lasse ich natürlich die Lücke, um mir darauf diesen Parkplatz zu schnappen! Glück gehabt!

Es ist unglaublich voll, so dass wir nur ein paar Fotos schießen.

Ich laufe hoch zur Brücke, Trolleira schont ihre Hüfte und dreht eine Runde im Souvenirshop. Ja, die Fälle sind schön und die Brücke auch, aber es ist einfach viel zu voll hier.

Man könnte übrigens auch von hier zum Sherrard Point wandern, aber der Vorschlag würde sicherlich nicht auf viel Begeisterung treffen, und so machen wir uns eine halbe Stunde nachdem wir hier ankamen schon wieder auf den Weg.

Die Horsetail Falls, wenige Meilen später, sind ebenfalls völlig überlaufen. Keine Chance hier einen Parkplatzzu ergattern.

Die I84 folgt dem Verlauf der Columbia Rivers flussaufwärts und zum ersten Mal liegen die Temperaturen auf unserer Reise jenseits der 100 Grad.

Bei Hood River führt die US35 weg von der Columbia River Gorge und in Richtung Mount Hood. In Odell fahren wir ab vom Highway, um vor dem Mount Hood Loop noch zu tanken und im Supermarkt nebenan füllen wir auch noch unsere Wasservorräte neu auf!

Nun sind wir bereit für den Mount Hood Loop. Es ist mittlerweile fast 17 Uhr, aber es bleibt mindestens noch drei Stunden hell, also kein Problem.

Die prägnante Form des Mount Hood sehen wir nun kilometerlang vor uns.

Wir fahren am White River Campground vorbei und ich bremse! Hier waren doch Rosis rollende Steine!

Wir drehen um und steigen vom Parkplatz zum Flussbett hinunter und es ist wirklich beindruckend. Man kann sich gar nicht vorstellen, was dieser kleine Fluss bei Schneeschmelze für eine Kraft entwickelt. Die Brücke des Highways muss scheinbar alle paar Jahre neu errichtet werden, weil sie bei Schneeschmelze vom Fluss zerstört wird.

So beeindruckend es hier auch ist, wir müssen weiter!

Government Camp ist ein kleines Skidorf und wir machen halt für ein frühes Abendessen im dortigen Huckleberry Inn!

Wir nehmen beide den Burger und Ice-Tea, beides war hervorragend!

Nun müssen wir noch die 50 Meilen zurück bis Portland fahren, wo wir die Übernachtung im Ramada Inn reserviert hatten.

Kurz vor Erreichen des Hotels haben wir noch einen Sonnenuntergang on the Road

Das Ramada Inn war die günstigste Übernachtung auf unserer Reise. Der Hauptgrund warum wir das Ramada Inn gewählt hatten war jedoch die strategisch gute Lage direkt an der I205, so dass wir am nächsten Morgen schnell unterwegs sind.

Da unsere Getränkevorräte (außer Wasser) zur Neige gingen, fahre ich noch einmal los und besorge Hopfengetränke und Knabbereien. Den Abend nutzen wir, um die Koffer wieder einmal für die nächsten Tage einzuräumen und zu testen, ob wir tatsächlich alles in den ursprünglichen zwei Taschen unterbringen.

Moglu auf Weihnachtsexpedition!

Der USA Urlaub ist noch nicht zu Ende erzählt, aber die Planung für die Weihnachtsexpedition laufen auf Höchsttouren? So ist es richtig!

Und wohin geht es zum Jahresende 2016?

Nun, zunächst nach Airuoca, in die Berge von Minas Gerais. Die Pousada (Gasthaus) wo wir bislang immer oben auf dem Berg waren gibt es leider nicht mehr. Ich hoffe aber, guten Ersatz gefunden zu haben.

Die zweite Station ist der Nationalpark Caparaó mit dem dritthöchsten Berg Brasiliens Pico da Bandeira. Mal sehen, ob wir trotz anhaltendem Regen in den letzten Tagen auch etwas zum Wandern kommen. Eigenlich ist dafür ja der Winter (Dezember ist in Brasilien Sommer) besser geeignet.

Weiter geht es in die Nähe von Belo Horizonte zum Instituto Inhotim, einem gross angelegten Freiluftkunstprojekt. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet!

Nun steht uns eine lange Strecke in Richtung Norden bevor bis nach Itacarambi, wo wir auf Höhlentour gehen werden. Der Nationalpark der „Cavernas do Peruaçu“ ist erst seit 2015 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Etwas westlich der Höhlen geht es in das Sertão, in die Steppe. Ebenfalls in einen Nationalpark, den man nur mit Führer besuchen und mit einem 4×4 Fahrzeug bereisen kann. Ich bin sehr neugierig, was wir alles im Nationalpark „Grande Sertao Veredas“ entdecken werden.

Das ist die bislang letzte geplante Station. Von dort im Norden von Minas Gerais geht es zurück nach Campinas. Ob, wie oft und wo wir auf dem Rückweg halten, steht noch in den Sternen.

Und wenn wir bis dahin tatsächlich unser Auto zugelassen und die Nummernschilder montiert bekommen, geht es auch wirklich am nächsten Dienstag los!

 

Moglu in den USA – Sunset in Oregon

Gegen 19:00 fahren wir ins nur 8 Meilen entfernte Cannon Beach wegen Tidepools und Sonnenuntergang. Hier sind viel mehr Leute unterwegs als in Kalaloch, gut, der Haystack Rock liegt ja auch gut zugänging direkt am Beach von Cannon Beach!

Haystack Rock:

Allerlei Getier ist in den Pools, auch Schnecken – sehr schöne Schnecken!

Anemonen, heute in Pink!

Und natürlich wieder Seesterne:

Muschen gibt es auch ohne Ende hier!

Langsam geht die Sonne unter

Zeit für die kleine Möve zu baden …

und ins Bett zu gehen …

Auch die Schneckenfamilie hat nun den Nachwuchs dabei

Und jetzt einfach den Sonnenuntergang geniessen:

So schön ist es hier im Urlaub!

Noch mehr Sonnenuntergang am Haystack Rock

Nach dieser faszinierenden Show fahren wir zurück nach Seaside, aber um 20:45 ist die Shopping Mall bereits zu. Einsam leuchtet diese Tesla Tankstelle.

Im vielleicht schlechtesten Taco Bells – KFC unserer USA Geschichte essen wir Burrito und Chicken, kein Foto wert ..

Trotz des mittelmäßigen Abendessens war das heute wieder ein sehr super Tag!

Moglu in den USA – Ab nach Oregon: Beachlife!

Ich muss mich allmählich etwas beeilen, um vor dem nächsten Roadtrip hier fertig zu werden …


Vor unserem Zimmer im Quinault River Inn ist eine schöne Terrasse mit Tischen und Stühlen mit Blick auf den Garten und den Fluss.

Einen schöneren Platz für’s Frühstück gibt es gar nicht und auch der eine oder andere Nachbar genießt schon seinen Kaffee draußen.

Also brühen wir auch und ich fahre noch schnell in den kleinen Store, da unsere Brotreste nicht mehr so frisch aussehen. Leider gibt es in dem Store ums Eck nur labberiges Toastbrot, die Verbreitung von genießbarem Brot in den USA ist an diesem Laden spurlos vorbeigegangen. Nun gut, Toast mit Creamcheese und Kaffee, passt schon!

Nach dem Frühstück räumen wir den Ford wieder voll, werfen den Schlüssel in den Briefkasten, da im Büro noch niemand ist und machen uns auf den Weg, den Lake Quinault zu umrunden.

Es begegnet uns fast niemand auf unserer Fahrt, die erst an der Südseite den See entlang führt, dann dem Fluss noch ein Stück folgt und unser erster Halt ist an den Merriman Falls, direkt am Strassenrand.

Die breitere Asphaltstrasse wir zur schmalen, für Camper nicht zugelassenen Sandstrasse.

Dei Strasse überquert die Upper Quinault River Bridge und verläuft auf der anderen Seite durch dichten Wald zurück in Richtung US 101.

Wir halten an der Quinault Rain Forest Ranger Station, wo wir das einzige Auto auf dem Parkplatz sind.

Es gibt dort zwei Hikes, den kurzen, 0,5 Meilen langen Maple Glade Loop Trail und den 1,3 Meilen langen Kestner Homestead Trail, der zu einem verlassenen Wohnhaus von Pionieren, der Kestner Familie, führt. Wir gehen den kürzeren Wanderweg und wieder staunen wir über die bemoosten Regenwaldriesen.

Nun wird es Zeit, weiter in Richtung Astoria zu fahren, es ist bereits 10:40 und wir haben heute noch eine lange Strecke vor uns.

Während das Auto gemütlich Kilometer frisst stöbert Trolleira im Reiseführer und Landkarte.

Die Temperaturen steigen auf 99 Grad und hätten eigentlich Lust auf Beach und nicht wirklich auf einen Stadtrundgang. (wir hatten uns nicht die Mühe gemacht, das Datum im Escape auf das richtige Datum umzustellen, es war der 19. August)

Als wir im Reiseführer finden, dass man in Long Beach mit dem Auto am Strand fahren darf, steht die Entscheidung fest: Wir wollen Strandfahren! Das haben wir schon in Australien und natürlich in Brasilien getan, nun also auch in den USA!

Also auf nach Long Beach:

Wir halten in Long Beach im Visitor Center und erfahren, dass wir an diesem Wochenende nur ein Stück weiter nördlich an den Strand können, weil am Stadtstrand von Long Beach das „Washington State International Kite Festival“ stattfindet. Auch super, dann haben wir heute Kite Festival und Strandfahrt!

Zunächst müssen wir mit dem Auto bis Klipsan Beach, wo die 225th Street dann bis zum Strand führt. Der Sand ist ziemlich weich und es ist Flut, so dass es keinen gut befahrbaren Strandstreifen gibt.

Mit unserem 4×4 ist es fest genug um ein paar Runden zu drehen, aber allzu weit wollen wir in dem tiefen Sand nicht fahren und anhalten wollen wir eigentlich auch nicht.

Und so machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Long Beach ins Zentrum. Erst kommen wir vorbei an diesem Laden mit der Ehegatten Warnung!

Der beste Ort, um das Kite Festival zu sehen, sei das Adrift Hotel. Wir finden das Hotel und auch das [Pickled Fish] Restaurant im Top Floor, von dem man eine super Aussicht auf Strand, Dünen und – das Kite Festival hat!

Wir studieren den Übersichtsplan des Kite Festivals und mampfen nebenbei unseren Wrap, Crab Cakes und als Nachtisch Waffles mit Blaubeeren und Erdbeeren.

Nach dem Imbiss laufen wir in Richtung Strand zum Kitefestival, hier nochmal der Blick zurück zum [Pickled Fish].

Ein Steg verbindet im Prinzip die Straße an deren Ende das Adrift Hotel steht mit dem Zentrum des Kite Festivals. Wir sind begeistert von der Vielseitigkeit der Kites und bestaunen auch einige Kunstflug Wettbewerbe!

Auch ein deutsches Kitezelt gibt es, der Vater der Familie war vor Jahren in Deutschland und hatte die Idee mit den schwarz-rot-goldenen Kites.

Auch die restlichen Kites und Teilnehmer sind total lustig, es gefällt uns hier:

Ein paar Drachen haben wir noch, bevor es weiter geht!

Rio: Die Papageien sind los!

Und die Krebse spielen auch verrückt!

Hier könnten wir easy noch einen Tag bleiben, aber wir müssen weiter nach Astoria und Seaside. Wir fahren zurück zur US 101 und erreichen 15 Meilen später die Astoria-Megler Bridge, die mit einer Länge von über 4,1 Meilen den Columbia River überspannt.

Da ich schon einiges über Astoria gelesen hatte, wollen wir hier mal kurz in die Innenstadt. Wir halten an der Western Union Bank, um die Bargeldbestände aufzustocken. Oh Mann ist das heiß! Zu heiß, um in der Stadt spazieren zu gehen.

Wir drehen eine kleine Runde mit dem Auto, tanken noch einmal voll und ich bemerke wie ich missgünstig vom Tankwart beäugt werde. Aha, In Oregon darf man nicht selber tanken, das wusste ich nicht. Trolleira wusste es, die hat im Reiseführer aufmerksamer gelesen.

Mit 95 Grad immer noch gut warm und der Tank ist wieder voll. 760 Meilen sind wir schon gefahren, seit wir am Dienstag, also vor 3 Tagen in Seattle losgefahren sind.

Gut, mein Benzin habe ich trotz des Selbst-Tank-Versuchs bekommen und wir machen uns auf nach Seaside, beziehungsweise wir stauen uns nach Seaside, keine Ahnung warum.

In Seaside hatte ich aus Sentimentalitätsgründen das Motel 6 reserviert.
Früher waren wir oft in Motel 6 über Nacht und es war eigentlich immer gut, also wollte ich das mal wieder testen.

An der Rezeption werde ich von der sehr netten Dame gefragt, ob wir in Brasilien im AAA wären.
Ich: „Nö, gibt’s dort nicht.“
Aber es gäbe doch sicher etwas Vergleichbares.
Ich: „Nö, gibt es dort nicht.“
Sie schaut mich etwas genervt an.
Sie: „Ich bin mir sicher sowas gibt es dort, sonst kann ich euch die 10% Rabatt nicht geben!“
Ich: „Ah, brasilianischer AAA, logisch, da sind wir dabei!“
Sie: „Wie schön, dann kann ich euch ja das Zimmer günstiger geben“

Und das Zimmer ist … wow, das hätte ich nicht erwartet, ein klasse Zimmer! Ok, nicht extrem günstig, aber mit 111 Dollar inklusive Taxes eines der Günstigeren in der Gegend.

100% ohne Fußspuren auf der Klobrille:

So, und jetzt erst einmal für 10 Minuten die Beine hochlegen!

Moglu in den USA – Olympic National Park Teil 4

Kurz nach Mittag erreichen wir Ruby Beach. Der Parkplatz zu Ruby Beach ist relativ weit oberhalb des eigentlichen Strandes und ein kleiner Weg führt in Serpentinen nach unten.

Die Menge an Treibholz, die sich dort gesammelt hat ist unglaublich. Es ist auch gar nicht so einfach zum Strand zu kommen, man muss über einige der angeschwemmten Riesen klettern. Da habe ich mit meinen Badelatschen natürlich das am besten geeignete Schuhwerk aber nochmal nach oben zum Auto laufen, will ich auch nicht.

Eine Zeit lang sitzen wir einfach zwischen den Steinen und Bäumen und genießen die Stimmung und die Sonne.

Dann nach einigen Fotos geht es wieder hoch zum Auto und ein letzter Blick hinunter auf Ruby Beach:

Wir müssen uns allmählich einen Picknick Platz suchen, es ist schon fast 13 Uhr und damit an der Zeit für eine kleine Stärkung. Am Kalaloch Beach 4 fahren wir auf den Parkplatz und breiten uns auf einem der Picknick Tische aus. Auch hier geht es ziemlich weit runter bis an den Strand.

Wir beschliessen, nicht nach unten zu laufen, sondern dies erst heute Abend zu tun, wenn wir die Tide Pools sehen können. Damit wir nicht wieder in der Zeit irren halten wir an der Kalaloch Ranger Station und holen uns eine Tide Tabelle. Ok, um 7:20 pm ist low tide.

Noch ein Tankstop im Queets Trading Post und dann fahren wir zu unserer heutigen Unterkunft, dem Quinault River Inn, welches ca 35 Meilen vom Beach 4 entfernt ist. Auch diese 35 Meilen werden wir heute Abend ein zweites Mal zurück fahren.

Die Zimmer im Quinault River Inn sind sauber, nett und deutlich billiger als in der Lake Quinault Lodge.

 

Wir haben noch Zeit, nach dem wir im Quinault River Inn eingecheckt haben.
Die Besitzerin des Inns gibt uns ein paar Tipps für Wanderungen und wir entscheiden uns für den kurzen Gatton Creek Trail.

Der Weg ist kurz aber am Anfang steil, trotzdem macht er Spass, wir müssen halt langsam gehen.

Nach dem Wanderweg führt uns eine Forststrasse zurück zum Parkplatz. An beiden Seiten wachsen Brombeeren dick am Strauch.

Die Forststrasse führt uns zurück zum Parkplatz.

Und wir fahren wieder in unser Inn

Auch hier gibt es Brombeersträucher am Fluss:

Es ist mittlerweile 17:30, an der Zeit zurück zu Beach 4 zu fahren, oder wir verpassen die Tide Pools wieder. Also, los geht’s!

 

Um 17:30 fahren wir also wieder zurück an die Kalaloch Beaches. Wie uns die Rangerin erklärte sind die besten Tide Pools am Beach 4 gleich am Abgang zum Strand rechts oder an Ruby Beach und dann ein Stück am Strand nach links gehen.

Das „gleich am Abgang rechts“ hat uns überzeugt, also halten wir an dem Parkplatz, wo wir heute Mittag schon unser Picknick abhielten. Es geht steil hinunter an den Strand, ein kurzer Steg führt uns hinunter zum Sand.

Nebel kommt langsam auf …

Es ist noch nicht der Tiefststand erreicht, aber die Tidepools formen sich bereits und Seeanemonen, Muscheln und Schnecken sind in Massen in den Pools.

Achtung: viele Fotos!!

Wenn das Wasser sinkt und es trocken wird bei den Anemonen, dann verschließen sie sich fast zu Kugeln, unter Wasser sind sie offen und zeigen ihre Pracht.

Wenn man einen Moment stehenbleibt und schaut und sucht – dann findet man plötzlich auch Seesterne, herrlich. Immer mehr zeigen sich, beziehungsweise das Auge findet sie.

Wir bleiben über ein Stunde an den Tidepools, fast alleine mit dem Seegetier.

Langsam wird es Zeit aufzubrechen.

 

Werden so die Steine produziert?

Eine einsame Wandererin

Ein letzter Blick

Aber wir werden nicht im Salmon House zu Abend zu essen, wie uns von der Dame im Quinault River Inn geraten wurde (bestes Preis-Leistungsverhältnis und sehr gute Küche) sondern der Kalaloch Lodge einen Besuch abzustatten.

Die Sonne geht unter und es ist traumhaft.

Und lässt die Kalaloch Lodge erstrahlen

Mit etwas nettem Zureden der Bedienung in der Lodge ergattern wir einen tollen Platz, direkt am Fenster des Restaurants mit Blick auf den Sunset!

Es gibt Clam Chowder für mich, Knochenmark für Trolleira und dann Fish und Chips für beide.

Die Fish und Chips sind gut, nicht spektakulär, aber der Ausblick vom Restaurant ist unbezahlbar!

Es ist bereits dunkel, wenn wir im Mondschein zurück zum Quinault River Inn fahren.