Mittwoch, 14.08.2019: Mono Lake – South Tufa Area

11 Uhr ist noch etwas früh, um Mittagspause zu machen.

Unser namenloses Navi, oder besser Google Maps auf dem IPhone, hat die South Tufa Area einprogrammiert und weist uns an, am Ende der Tioga Road rechts in die US-395 S einzubiegen. Brav fahre ich wie von meinem elektronischen Helfer angewiesen, ich bin jedoch überrascht, als er mich bereits eine Meile später wieder links abbiegen lässt.

Ich lenke den Acadia in die Picnic Ground Road, eine staubige Dirtroad, die direkt am Mono Lake entlang zur South Tufa Area führt. Wir mögen ja Dirt Roads, passt für uns!

Eine tolle Landschaft, links und vor uns der Mono Lake, hinter uns die Sierra Nevada.

 

 

 

Am Parkplatz der South Tufa Area ist ein Kassenhaus, Toiletten und es führt ein kurzer Trail auf Holzplanken runter zum See.

Wir rätseln darüber, wo wir vor 23 Jahren schon waren, hier in South Tufa oder weiter im Norden. Es war wohl nicht hier, sondern in der Tufa State Natural Reserve. [Nachtrag: Die Recherche im Tagebuch ergibt, dass wir sowohl in South Tufa als auch in der State Natural Reserve waren – keine Fotos von damals]
Hier ist es einmalig schön, wir folgen dem Lehrpfad zu den Tuffsteinformationen an Land und im Wasser des Mono Lakes.

Nun einfach ein paar wenige Impressionen :laugh::

 

 

 

 

 

Der Wasserstand des Mono Lake sank kontinuierlich durch die Entnahme von Wasser für die kalifornischen Grossstädte ab. 1994 wurde schliesslich ein richterlicher Beschluss zum Schutz des Mono Lake und seiner Zuflüsse getroffen. Sollte der See irgenwann wieder die geplante Wasserhöhe erreichen, dann wären diese Hikes allesamt metertief unter Wasser. Eine Rangerin erklärt uns auf Nachfrage, dass der geplante Wasserstand noch nicht erreicht ist, weil durch seit Jahren weniger Niederschläge zu wenig Wasser nachfliesst.

 

 

 

Ein knappe Stunde waren wir hier, nun passt auch die Zeit, um uns etwas fürs Mittagessen zu suchen. Heute will ich nicht picknicken, habe ich doch in einem Reisebericht einen Hinweis auf ein interessantes Lokal gefunden.

Auf gehts, zurück nach Lee Vining!

Mittwoch, 14.08.2019: Über die Sierra Nevada – der Tioga Pass

Kaum zu glauben, dass unsere Zeit in den ersten drei Nationalparks – sozusagen unsere „1996 Revival Tour“ schon vorbei ist. Von nun an geht es weiter mit Neuland für uns, der Tioga Pass war ja im November 1996 gesperrt!

Aber erst gibt es Frühstück auf dem Balkon!

Das Eckzimmer im Manzanita Building ist im Vergleich mit den Mittelzimmern super. Natürlich ist es völlig überteuert für eine renovierungsbedürftige Holzhütte, aber wenigstens haben wir einen Balkon, was pro Haus mit ca 20 Zimmern nur 2 Zimmer haben. Die übrigen Zimmer, die nicht auf der Stirnseite liegen, haben nur diese umlaufende Veranda, die jedoch keinerlei Privatspäre bietet.

Wir verräumen wieder sämtliche Siebensachen in unseren Koffern und Taschen und verstauen wiederum diese in unserem Acadia. Noch schnell zur Lodge zum Checkout bzw. Schlüssel abgeben und dann noch schnell ein Coffee-to-go im Starbucks gegenüber der Lobby in der Coffee Corner. Schnell? Naja, schnell geht hier gar nichts, die Schlange ist beträchtlich, aber wir haben eine lange Fahrt vor uns, da ist so ein Kaffee das mindeste, was wir brauchen.

 

 

Nun aber los zum Tioga Pass.

Die Fahrt ist herrlich, blauer Himmel, Sonne, kaum Verkehr – bis wir zum Olmsted Point Lookout kommen, dort ist nämlich Baustelle. Wir wollen den letzten Blick auf den Half Dome noch geniessen und biegen mitten im Stau ab in den Parkplatz hinein.

 

 

 

 

Eine Rangerin hat ihr Fernrohr auf einem Stativ aufgebaut und lässt uns durchblicken. Und ja, man sieht zwei Wanderer auf dem Halfdome, die gerade am Stahlseil hochwandern!

Nun heisst es warten, denn wir können erst aus dem Parkplatz, wenn die nächste Gruppe an Fahrzeugen durch die Baustelle gelassen wird. An diese können wir uns hinten anschliessen bzw. einfädeln, falls es eine grössere Lücke gibt. Die Wartezeit überbrücken wir mit einer Baustellenschildbeauftragten (Stop / Slow), die auch froh darüber ist, mit Leuten klönen zu können. Und so erfahren wir von der täglichen stundenlangen Anreise zur Baustelle, vom schönsten Arbeitsplatz der Welt, von ihrem Hund, von dem Nachbarn, der ein Taugenichts ist … bis es an der Zeit ist, sich in die Autokarawane in Richtung Tioga Pass einzureihen.

Wir passieren den Tenaya Lake.

 

 

Der nächste Stau, jedoch vor allem in Gegenrichtung, ist kurz vor den Tuolumne Meadows. Hier hat es wohl einen Unfall gegeben, Rettungswagen und Polizei ist schon vor Ort. Es ist unglaublich was hier los ist, die Menge an Leuten steht dem Yosemite Valley in nichts nach. Wir halten an den Meadows an und ich steige aus, um wenigstens ein paar nicht verwackelte bzw. Fliegen an der Scheibe fokussierende Bilder zu schiessen. Hier müsste man wirklich wieder mindestens einen extra Tag haben und auch Zeit, für die eine oder andere Wanderung einplanen. Haben wir aber nicht, weiter geht es – wir müssen heute noch hoch bis Lake Tahoe.

 

Die Strasse ist eine Aneinanderreihung von Superlativen der Begeisterung, der Pass selbst, die Bergseen, die Schneefelder.

 

Schade, dass wir weiter müssen. Auch der Ellery Lake sieht wunderschön aus! Hier gibt es jede Menge Campingplätze und wir sind uns einig, irgendwann hier nochmals her zu wollen.

 

 

Es ist kurz vor 11 Uhr als wir in Lee Vining ankommen.

Dienstag, 13.08.2019: Das Alternativprogramm!

Während Moglus großem Hike bin ich natürlich auch unterwegs, nach erstmal gutem Ausschlafen (ahhh wie schön, ohne nervigen Frühaufsteher) Frühstück am Balkon – boah ist das eisigkalt! Da kommt auch schon die Message mit Foto von oben – boah ist der schnell!

Dann überlege ich mir, was ich denn machen will, denke, ich fange erstmal langsam an, die Lower and Upper Falls anzusehen und geh den Hike rüber zur anderen Strassenseite vom Hotel aus. Sehr einfach, da relativ flach und grad richtig für mich. Die Falls sind von einem Punkt aus sehr gut komplett zu sehen, sehr beeindruckend!

 

Der Weg macht einen kleinen Loop und geht bis zur Haltestelle des Shuttles, von wo aus ich den Shuttle nehme, der wieder übers Hotel durchs ganze Valley geht, bis zum Mirror Lake. Wir haben einen kleinen Spassvogel und Comedian als Busfahrer… naja, die Leute finden ihn lustig! Ich laufe den Mirror Lake Trail hinter bis zum Lake, die rechte Seite durch den Wald am Fluss entlang, schön schattig.

 

 

 

Am Lake angekommen sehe ich, dass Leute auf der andere Flussseite stehen und dorthin wohl über die Asphaltstrasse gekommen sind, die parallel zum Fluss links lief. Ich beschliesse, die Strasse zurück zu nehmen, da sie doch einfacher zu Gehen ist, als über Stock und Stein.
Jetzt brauch ich nur noch eine Stelle, wo ich über den Fluss komme. An einer Stelle ist er sehr flach, aber trotzdem zu hoch, um mit Schuhen drüber zu kommen, also Schuhe aus und waten.

Ich bin sehr froh, hinzu den Trail genommen zu haben, der ging immer mal wieder bergauf aber auch gerade, die Strasse geht zurück nur bergab, sprich ich wäre die ganze Zeit nur bergauf gelaufen zum See.

Zurück an der Shuttlehaltestelle hält ein Bus, der die Wartenden nur mitnimmt, weil er den anderen Busfahrern aushilft, die total überfüllt sind, und nur Haupthaltepunkte im Village anfährt.

Da ich ja dort auch umsteigen kann und hoch zum Ahwahnee Hotel will, fahre ich mit. Im Village warte ich dann doch noch ziemlich lange, aber das Warten lohnt sich. Wow, ist das ein Hotel! Coole Lage, coole Architektur!

Ich überleg mir, wo ich essen will, bis mein Blick auf die Speisekarte im Hauptrestaurant fällt und der Cobb Salad heraussticht. Ja, genau das will ich jetzt! Also, hoffen, dass Platz ist und oh Wunder, ich bekomme sofort einen Tisch.

 

Ein toller Saal das Restaurant, unglaublich hohe Fenster, eine Balkendecke wie in einer Burg – vielleicht schaffe ich es ja, mit Moglu heute Abend nochmal hierher… Einen Tisch reservieren halte ich für nicht machbar, ich weiss ja nicht, wann er von seiner Wanderung zurückkommt. Wir werden sehen!

Der Cobb Salad war super und sehr satt mache ich mich wieder auf den Weg, besichtige noch das Hotel und fahre dann mit dem Shuttle zum Hotel – Moglu müsste ja allmählich wieder dort eintrudeln.