Moglu reist: Zwischen den Jahren in Mexiko! Tag 6: Ruta de los conventos – Die Klostertour

Für heute stand die Fahrt nach Uxmal auf dem Programm. Von Merida direkt nach Uxmal dauert es ja gerade mal etwas mehr als eine Stunde, also können wir ruhig auch mal einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Und was kann man sich rund um Merida ansehen, wenn man nicht immer alte Pyramiden sehen will? Klar, alte Klöster. So machen wir uns auf den Weg, auf die Ruta de los Conventos. Der erste Halt ist bereits nach einer halben Stunde über die hervorragend ausgebaute und scheinbar eben erst neu geteerte Autobahn 184 in Acanceh.

Acanceh besitzt neben der alten Kirche „Nuestra Senora de Natividad“ – wer hätte es gedacht – eine alte Pyramide direkt neben der Kirche. Und neben Pyramide und Kirche gibt es noch einen umtriebigen Wochenmarkt in einer Markthalle. Wir schlendern durch den Markt, begutachten die Essens- und sonstigen Verkaufsstände und machen unsere Erinnerungsfotos.

Weiter geht es nach Tecoh. In unserem Navi scheint die ausgebaute 184 noch nicht so ganz bekannt zu sein, aber der Weg ist trotzdem nicht zu verfehlen.

In Tecoh halten wir direkt auf dem Marktplatz und der erste Weg führt uns wieder in die Markthalle. Ähnliche Halle, ähnliches Angebot. Viel Fleisch ohne irgendeine Kühlung und viel Obst und Gemüse.

Die Kirche aus dem 17. Jahrhundert steht auf einem kleinen Hügel gleich neben dem Marktplatz und dem danebenliegenden Fußballplatz. Alle diese alten Kirchen gefallen mir sehr aufgrund ihrer Schlichtheit, kein Pomp, wie wir es aus unseren barocken Kirchen kennen sondern viel Holz, das hier verarbeitet wurde. Diese hier wurde wieder AUF einer ehemaligen Pyramide errichtet, nicht daneben, wie zum Beispiel in Acanceh. Was mit besonders gefällt ist der Glockenturm, bei dem an langen Seilen, die seitlich entlang des Turmes nach unten hängen, die Glocken geläutet werden können. Ausprobiert habe ich es nicht, gereizt hätte es mich schon.

Der im Internet besonders herausgehobene Höhepunkt dieser Kirche ist das restaurierte Barock Retablo, also der Altar mit Malereien des Zapoteken Miguel Cabrera, dem damals wohl besten Malers Mexikos. Ja, stimmt, schön war der schon irgendwie. Das hätte ich mir dann wohl mal vorher genauer durchlesen sollen, um es richtig Wert schätzen zu können.

Nun gut, für uns ging es weiter nach Mayapan, endlich wieder so richtige Pyramiden – und was für Pyramiden. In hervorragendem Zustand, quasi ohne Touristen und ohne Einschränkungen besteigbar! Die Anlage in Mayapan war ein ähnliches Highlight wie Ek Balam, meine absolute Empfehlung! Von der oberen Plattform der Pyramiden hat man einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Anlage Mayapan sowie über den endlos scheinenden Urwald von Yucatan.

Moglu erwischt!

Der nächste Halt unserer Kirchen und Pyramidentour war Tekit. Es war mittlerweile nach Mittag und es scheint, dass die Kirchen in Yucatan mittags schließen, denn sowohl in Tekit (San Antonio de Padua) als auch danach in Mama blieb uns der Zugang zu den Kirchen verwehrt.

Wir beschlossen also die noch auf der Route liegenden Kirchen zu ignorieren und stattdessen eine kleine Tortillabude zu suchen, denn der Magen knurrte allmählich gewaltig. Somit kürzten wir den Weg ab und fanden durch Zufall die herrliche (zumindest von außen) Kirche in Chapab.

Tikul:

Leider gab es jedoch weder in Chapab noch in der etwas größeren Stadt Ticul ein Angebot das uns zusagte, eigentlich gab es gar kein Angebot, so fuhren wir weiter bis nach Uxmal, wo wir uns im Hotel Hacienda Uxmal einquartierten.

Ab in die Badeklamotten und an der Poolbar ein kühles Dos Equis sowie leckere Quesadillos und Guacamole. Herrlich.

Um morgen Uxmal zu besichtigen,müssen wir nur einmal über die Strasse marschieren!

Moglu reist: Zwischen den Jahren in Mexiko! Tag 5: Spaziergang durch Merida

Nach dem kleinen und etwas spartanischen Frühstück im Restaurant des Hotel Merida machten wir uns los auf unsere Tour. Wir wollen Merida zu Fuß kennenlernen, üblicherweise die beste Möglichkeit eine Stadt zu erobern. Und wo fangen wir an? Bei den Markthallen.

Die Markhallen des „Mercado Lucas de Galvez“ befinden sich nur wenige Minuten Fußmarsch vom Hauptplatz entfernt.

Die Orientierung in Merida ist relativ einfach. Die Stadt wird von einem Gitternetz an Straßen durchzogen, wobei die geraden Straßennummern von Norden nach Süden (bzw. umgekehrt) verlaufen und die ungeraden von Ost nach West (bzw. umgekehrt). Bei Nord-Süd Straße bzw. Ost-West Straße ist immer eine Straße eine Einbahnstraße in eine Richtung, die nächste ist eine Einbahnstraße in die andere Richtung. Hört sich kompliziert an, ist aber sehr einfach und schnell zu verstehen.

Die Plaza Grande (Zocalo) liegt an der Calle 63 mit Calle 60 und der Mercado liegt an der Ecke Calle 67 mit Calle 56, also vom Zocalo aus 2 Straßen nach Osten und 2 Straßen nach Süden. Wahrscheinlich gibt es in diesem Markt alles, was man irgendwann in seinem Leben brauchen könnte und uns haben vor allem Fisch, Fleisch, das Gemüse und die Gewürze und Chilis fasziniert. Und die Tortillamaschinendisco. Ja, an einem Eck im Mercado fanden wir die vollautomatisierte Tortillaproduktion! Vollautomatisiert, bei der oben der frisch angefertigte Teig eingefüllt wurde und die Maschine nach rühren kneten, formen und walzen unten die fertigen Tortillas ausgespuckt hat. Das ganze bei ohrenbetäubenden Diskolärm inklusive bunten Lichteffekten! Ich war begeistert, durfte aber trotzdem keine derartige Maschine erwerben. Was soll man sonst noch zum Markt sagen, nach diesem Highlight wirkt alles andere banal, wir haben uns aber noch durch fast alle Hallen gearbeitet.

In den Markthallen

Es gibt Schuhe:

Gewürze

Und die Tortillamaschine

Auch frische Chilies gibt es jede Menge

Vom Markt aus spazierten wir weiter zu Wayan’e. Wayan’e liegt etwas abseits des Zentrums, ist aber DER Tacoladen Meridas. Im Internet gehypt und offensichtlich Anlaufplatz vieler ausländischer Besucher (aber auch Mexikaner) gibt es bei Wayan’e eine Vielzahl von Tacos und Tortillas. Der Laden ist soweit abgelegen und wäre sicher ohne die Propaganda in vielen Online Seiten nur halb so voll. Aber sehr lecker war es, zugegebenermaßen.

Das wayan’e von aussen

Der gemütliche Innenhof:

Und die Tortillas:

Nach diesem zweiten Frühstück durchquerten wir das Zentrum ein weiteres Mal, zum „Casa de las Artesanias“, um dort Andenken einzukaufen – am besten sollte es künstlerisch wertvoll sein und authentischer als in den tausenden Läden, in denen Touristenramsch verkauft wird. Wir fanden ein Tortilleiro, ein Tortillakörchen, ein sehr schönes Tortillakörbchen, das muss ich zugeben (ich hätte doch die Tortillamaschine kaufen sollen).

Beim Überqueren des Hauptplatzes war der Merida Schild natürlich wieder belegt. Also ein digitaler Trick: Wir fotografieren das Schild einfach von hinten und spiegeln es am Computer ;)

Passt doch:

Die Nähe zum Hotel nutzten wir zu einer gepflegten Siesta, bevor es am frühen Nachmittag wieder losging, nun ein Spaziergang entlang des Passeo de Montejo. Irgendwo wurde der Passeo de Montejo mit den Champs Elysees verglichen. Ja, er ist ganz nett, der Passeo, aber sorry, falls es sich um DIE Champs Elysees in Paris handeln sollte bei dem Vergleich, dann ist bei diesem Vergleich schon ein klein wenig Grössenwahn im Spiel. Aber egal, es war ein netter Spaziergang und wir bekamen sogar in einem französischen Café einen Frappucchino! Also doch ein klein wenig Champs …

Den Rückweg traten wir dann mit dem Bus an. Wieder ein Punkt abgehakt – Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss man im Ausland gemacht haben, kostete 8 Pesos pro Person und es war alleine schon unseren Füssen zuliebe das Geld wert.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir entspannt mit Corona im Café Peon Contreras beim Passanten beobachten. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub.

Am Abend war La Chaya Maya angesagt, DAS bekannteste und traditionellste Lokal in Merida für Mayaküche. Das Lokal fiel uns bereits am Vortag durch die enorme Schlange am Eingang auf, natürlich habe ich sofort gegoogelt und herausgefunden, dass ich dorthin muss, sonst hätte ich Merida nicht erlebt.

Fazit: Mayaessen wird es nicht in meine Top 10 der Lieblingsessen schaffen. Wir bestellten – natürlich nach gut einer halben Stunde anstellen + 10 Extraminuten, weil ich mich anfangs nicht in die Liste am Eingang eingetragen hatte – ein „Best 4 of Mayaküche“, oder sowas, also ein Potpourri aus 4 Gerichten, deren Namen ich beim besten Willen nicht mehr weiß. Ein Gericht war das bekannte Schweinefleisch „Pibil“, gekochtes und zerrupftes Schweinefleisch mit viel Soße – das mit Abstand beste Gericht der 4 Speisen. Das zweite Gericht war Truthahn, ebenfalls gekocht und zerrupft mit einer anderen Soße, das Gericht war schon bedeutend langweiliger. Das dritte Gericht war wieder Truthahn in einer Soße mit Bohnen und Eiern. Ich liebe ja die mexikanischen Bohnen, aber in diesem Gericht waren diese nicht so vorteilhaft zubereitet. Und schließlich das vierte Gericht, irgendwas mit „Queso rallado“, ein Gericht mit Fleisch und Goudakäse in einer glibberigen Soße. Sehr bedenklich, vor allem frage ich mich, woher die alten Mayas den Goudakäse kannten. Aber wahrscheinlich ist das ein klassisches Gericht der modernen Mayas. Hatte ich schon erwähnt, dass Mayaküche nicht in meine Favoritenliste eintreten wird?