Samstag, 10.08.2019: Going North, wo die Big Trees wohnen!

Also das mit dem in den Pool legen und Mittagsschlaf machen und so weiter war natürlich nur ein Scherz ;).

Zurück zur Autobahn und ab geht es auf der I5 nach Norden. Ist das nicht herrlich, diese Autobahn, diese Berge. Da kommt das Roadtrip-Feeling auf, Urlaub Leute!

Wir verlassen die I5 und fahren weiter auf der CA99-N bis Bakersfield, wo wir nochmal auf einen kleineren Highway wechseln, die CA65-N. Hier is wieder Fracking-Land, die Anzahl der Ölpumpen auf beiden Seiten des Freeway nimmt schlagartig zu!

Wir tanken in Lindsay vor Visalia noch einmal für 30 Dollar bei 3,899$/Gal randvoll (bei 26 Dollar schaltet die Automatik ab, aber eine Gallon passt noch rein). Dazu holen uns Kaffee und eine Bearclaw. Das Frühstück war reichhaltig, aber am ersten Tag muss einfach das volle Programm sein. Ausserdem ist es fast schon 13 Uhr.

Mit Kaffee geht es weiter!

Gleich hinter Lindsay wird es bergiger, wir merken, dass wir dem Sequoia Nationalpark näher kommen!

Es ist nur wenig los an der Einfahrt zum Sequoia National Park, der Ranger verabschiedet uns auf Portugiesisch, naja mein Führerschein gibt meine neue Heimat preis. Mit dem Brasilianischen Führerschein bin ich übrigens ausser bei der Einreise überall durchgekommen, sei es Hotel, Nationalpark oder sonstige Anlässe, bei denen man einen Lichtbildausweis braucht.

Am Nationalpark Schild machen wir ein erstes Foto.

Am Tunnel Rock halten wir nur für ein Foto aus dem Auto, wir wollen heute noch Big Trees sehen!

Der Generals Highway schraubt sich in Serpentinen hoch in den Park! Am Viewpoint hat man einen ersten herrlichen Ausblick in die Berge und dementsprechend viele Autos halten dort auch bereits.

Natürlich hat man von oben auf der Mauer den besten Überblick!

Und schliesslich kommen wir ins Herz des Parks, die ersten wirklichen Riesen säumen nun die Strassen bis zu unseren ersten Halt, am Big Tree Museum

Wir haben Glück und finden gleich einen Parkplatz, obwohl an der Einfahrt schon das Schild steht, der Parkplatz sei voll. Erstmals schnüre ich wieder die Wanderschuhe in diesem Urlaub und lokalisiere die Toiletten, es ist mittlerweile 15 Uhr und wir waren ein paar Stunden auf der Straße seit unserem Einkauf im Walmart.

Samstag, 10.08.2019: Ein Roadtrip ist nur ein Roadtrip, wenn …

Ein Roadtrip ist nur ein Roadtrip, wenn man auch ein entsprechendes Gefährt hat. Und die obligatorische Basisausrüstung besorgt. Und mit dem typischen USA Breakfast startet. Aber erst müssen wir ja noch einreisen ins Land der grossen Autos, der roten und blauen Kühlboxen und der zuckersüssen Pancakes!

Wir landen also um 5:50, nach 11:20 Stunden um mehr als eine Stunde zu früh. Wir müssen noch bis 6 im Flugzeug bleiben, weil der Zoll noch nicht geöffnet hat. Eigentlich komisch, denn nach Verlassen des Flugzeuges dauert es ja sowieso noch mindestens 30 Minuten, bis man durch Immigration und vorbei am Kofferband kommt, aber so sind eben die Vorschriften.

Wir in Reihe 36 sind bei den letzten, die das Flugzeug verlassen. Trotzdem geht die Einreise schnell und unkompliziert. An den Automaten klappt alles problemlos und auch der Officer will nichts von uns wissen. Wahrscheinlich waren ausreichend Ein- und wieder Ausreisen in und aus den USA in den letzten 12 Monaten bei meinen Dokumenten zu finden.

Als wir zum Gepäckband kommen warten wir keine 5 Minuten, dann sind auch unsere Tasche und der Koffer da.

Beim Verlassen des Flughafens stehen wir jetzt aber wieder Schlange, vorbei am Zoll. Das ging im März hier noch ruckzuck, jetzt dauert alles etwas länger, aber im Endeffekt macht das vielleicht fünf Minuten Verzögerung aus.

Um 7:00 Uhr sitzen wir schon im Bus zu Hertz, das ganze Einreiseprozedere war also wieder einmal in weniger als einer Stunde erledigt, gut so!

Bei Verlassen des Shuttlebus suche ich als erstes meinen Namen in der Liste der Gold-Members. Diese Anmeldung hatte ich ja einige Tage nach der Buchung noch erledigt, ich wusste aber, dass es eventuell bei der ersten Buchung noch nicht direkt berücksichtigt würde. Tatsächlich ist mein Name nicht auf der Liste und so bemühen wir uns ins Hertz Office. Auf die Frage nach dem Schalter für Gold Members wird uns mitgeteilt, dass dieser noch nicht um diese Uhrzeit geöffnet sei. Kein grosses Problem, es sind nur drei andere Mieter vor uns, bei drei geöffneten Schaltern, so dass wir relativ schnell an die Reihe kommen.

Auch am Schalter bringt uns der Gold Member Status nichts, da ja alles schon vorab bezahlt war und somit der Status keine Auswirkung auf irgendetwas hat. Ein Roadside Versicherung will uns der Herr trotzdem verkaufen, diese wollen wir aber nicht. Also erhalten wir die Unterlagen mit dem Stellplatz und den Dokumenten fürs Auto.

Wir bekommen ein Auto auf Stellplatz 408, einen GMC Acadia. Super groß, 17.000 Meilen, aber leider kein 4×4. Choiceline ist mir in der Regel lieber, aber eigentlich ist das Auto toll. Endlich auch mal mit Sirius. Ich wollte auch nicht mehr zurück ins Büro, um zu versuchen auf eine anderes 4×4 Auto zu wechseln.
Wir machen die üblichen Fotos vom Auto, verteilen unser Gepäck im Kofferraum und auf den Rücksitzen und machen uns auf den Weg.

Als erste Haltestellen waren ein IHOP und ein Walmart in Santa Clarita eingeplant. Trotz Flugzeugfrühstück, das zugegebenermassen recht übersichtlich war, entscheiden wir uns für den IHOP und Trolleira sucht in Google Maps. Ich vergass ihr mitzuteilen, dass der dem Santa Carlita Walmart nächste IHOP NICHT in Santa Carlita ist, sondern in Saugus, aber ausser 2-3 Meilen Umweg ist das kein Problem und wer weiss, vielleicht war ja der Santa Calita IHOP besser als der Saugus IHOP!


Um 8:30 sitzen wir dann im IHOP in Santa Carlita und ich befinde mich in regem Austausch bezüglich GMC Acadia mit der AF WhatsApp Gruppe und vor allem mit Tobi. Was ich erwartet hatte, bestätigt sich. Unser Auto hat keinerlei 4×4 ähnliche Fähigkeiten. Wie wir später öfter mal feststellen werden, ist auch die Frontschürze ziemlich tief nach unten gezogen, so dass man nicht einmal in die Nähe eines Boardsteins kommen kann ohne hässliche Kratzgeräusche zu erzeugen. Aber was solls, it’s a rental.

Im IHOP wähle ich heute etwas Neues. Cannoli mit Ricotta Creme, dazu Eier, Bacon und Hash Browns. Trolleira nimmt Blueberry Pancakes. Und Kaffee gibt es für uns beide.

Nach dem ausgiebigen zweiten Frühstück – wenn man das Flugzeugsandwich als Frühstück zählen will – fahren wir nun weiter zum Santa Carlita Walmart Superstore.

Der Ersteinkauf im Supermarkt, immer eines der frühen Highlights in jedem Urlaub! Auch wenn ich das eher immer gerne zügig erledigen würde, Trolleira aber in Ruhe alle Reihen durchforsten möchte. So mache ich mich schnell auf den Weg zur Elektroabteilung, denn ich will ja theoretisch meine SONY RX100M3 ersetzen, die nach dem Fall im letzten Solotrip mit einem Fussel auf dem Sensor beschädigt ist. Leider ist die Kameraabteilung sehr limitiert, von der grossen Auswahl im Online Shop gibt es vor Ort quasi nichts. Also bleibe ich vorerst bei meiner RX100M3.

Wir verlassen also den Walmart mit Bagels, Schinken und Käse, Snyder Nibblers, eine Eisbox, Wasser und Bier, das sollte als Ersteinkauf reichen.
(Nachtrag – Ok, der Kassenbon sagt, es war etwas mehr: Wasser, Cleenex-Tücher, Angel City IPA, Modelo Pilsener, Eis, Bagels, Äpfel, Coke, Mandarinen, Bananen, Snyder Nibblers, Clif Bars, Gold Fischlis, Salami, Schinken …).

Damit haben haben wir ja das Pflichtprogramm für den ersten Tag erledigt. Es ist 10:30 Uhr, wir können jetzt also in aller Ruhe und Gemütlichkeit zu unserem Motel in Santa Carlita fahren und uns von der unbequemen Nacht in der Economy Class erholen. Vielleicht ein kleine Runde im Pool plantschen und in der Hottub erholen. Ein kleines Mittagsschläfchen vielleicht und dann früh mit den Early Birds zu Abend essen.

Oder wir machen das ganz anders.

Freitag, 09.08.2019: Wieder mal nach Los Angeles!

Wie immer arbeite ich am letzten Tag noch bis Mittag und da wir heute ein größeres Event in der Fabrik haben bleibe ich bis 14 Uhr. Dann schnell nach Hause, ich dusche noch und um 16 Uhr fahren wir – Trolleira und ich – los nach São Paulo.

Die Koffer verschließen, ins Auto packen und los geht es.

Die Fahrt verläuft normal, wir kommen schnell bis zum Ring um die Stadt, dann geht es wie üblich im Schneckentempo durch Sao Paulo. Die Verkäufer entlang der Straße sind auch wieder vorbereitet auf das Freitagnachmittagsgeschäft.

Wir haben Wasser im Auto, essen wollen wir erst am Flughafen und Elektronik brauchen wir keine mehr vor dem Abflug, also kaufen wir nichts.

Das Auto stellen wir wie immer im Pullman Hotel ab, der Shuttlebus zum Flughafen geht zwar von dort nur alle 30 Minuten, aber die Parkgebühren sind mit 250 R$ (ca. 60 €) Obergrenze für beliebig langen Zeitraum einfach die billigsten aller Parkplätze in Flughafennähe.

Wie immer sind wir viel zu früh am Check In bzw. Baggage drop. Eingecheckt haben wir ja schon am Vorabend. Wir können unser Gepäck in der Priority Line abgeben, ich weiß nicht warum, aber wir finden es heraus. Ich habe ja mein Meilenkonto bei LATAM und dort bin ich scheinbar Priority Kunde und LATAM ist Partner von American Airlines. Priority Kunden bei LATAM sind wahrscheinlich alle, die sich irgendwann dort angemeldet haben. Wir finden auch heraus, dass wir Anrecht auf 2 Gepäckstücke pro Person haben. Das ist hilfreich für den Rückflug, eine extra Reisetasche haben wir im Koffer verstaut.

Zur Einstimmung auf die USA gehen wir noch Abendessen im Olive Garden. Das Essen finden wir mittelmäßig, Cesar-Salad vorab, der ganz gut ist. Aber die Pasta? Al dente geht anders und nun weiß ich auch, dass Alfredo-Sauce nicht mein Favorit wird.

Nach der Ausreise und der Sicherheitskontrolle gibt es für mich noch ein Bier in der Budweiser Sportsbar, ich trinke aber kein Bud sondern Brahma, das letzte brasilianische Bier für die nächsten Wochen.

Das Flugzeug steht bereit und der Abflug ist pünktlich um 22:30.

Ich habe Glück, der Platz neben mir ist besetzt, aber kurz nach dem Start verschwindet der Mann neben mir und schafft es irgendwie, bei seiner Frau/Freundin zu sitzen, so dass der Platz neben mir den ganzen Flug über frei bleibt. Brav, solche Sitznachbarn wünscht man sich öfter!

Wir fliegen wieder mit dem Dreamliner. Ich mag die Stühle irgendwie nicht so gerne, vor allem die Bestuhlung mit 3-3-3 Sitzen finde ich nervig und ich habe nie so richtig Platz für meine Beine. Gut dass wir zu zweit in der Dreierreihe sitzen.

Das Essen ist wie immer Beef or Pasta, ich nehme das Beef. Das Frühstück, das wir kurz vor der Landung angeboten bekommen, ist sogar recht spärlich.

Wir finden auch Tipps für LA im Boardmagazin, in drei Wochen werden wir in LA sein und hoffentlich Zeit haben, um dort das eine oder andere zu erkunden. Ich mache mal ein Foto!

Trotz großer Filmauswahl finde ich nichts, was mich besonders reizt. Schließlich sehe ich mir „A Star is born“ an, war eigentlich ganz gut, durch andere Filme zappe ich nur durch und ein paar Stunden kann ich auch schlafen. Nach gut 11 Stunden erreichen wir Los Angeles.

Jetzt nur noch durch die Immigration, den Koffer und die Tasche finden, am Zoll vorbei und das Mietauto abholen, dann kann der Roadtrip losgehen!