Time warp 1996 – Mariposa Grove

Es ist der 20.11.1996. Als wir zur Abzweigung „Glacier Point“ kommen, sehen wir, dass die Strasse gesperrt ist und fahren deshalb direkt weiter zur Mariposa Grove. Es regnet ausnahmsweise nicht und so wandern wir dort für eine Stunde durch den Wald und sehen die Sequoias an, sie sind wirklich riesig! Es wird dunkel und wir verlassen den Park und fahren in Richtung Fresno, wo wir uns ein Motel suchen …

23 Jahre später. Gleich nachdem wir in den Park einbiegen stossen wir auf einen enormen Parkplatz. Von hier aus geht der Shuttlebus in die Mariposa Grove – sebst in die Grove fahren ist nicht mehr möglich. Der Parkplatz ist randvoll, aber ich sehe, dass einige Leute gerade bereits wieder mit dem Shuttle zurück kommen und wohl demnächst ganz vorne Parkplätze frei werden. Quasi Pole Position!

Montag, 12.08.2019: Coffee to Go

Abfahrt ist heute bereits um 7:30, nur schnell ein kleiner Kaffee auf dem Zimmer in der Lodge – Frühstück gibt es hier ja keines. Umpacken müssen wir ja nichts mehr – einmal eine halbe Stunde geopfert und für den Rest der Reise Zeit gespart [Anmerkung vom Trolleira].

Kurz hinter Fresno, in Coarsegold, tanken wir für 30$, das letzte Mal vor Yosemite den Tank vollmachen und dann brauchen wir natürlich dringend einen GROSSEN Kaffee!

Ich versuche die Autotür zu öffnen, meine Einkäufe abzulegen und den Kaffee, den ich mit einer Hand halte, in den Cupholder zu stellen. Da klappt der Pappbecher zwischen meinen Fingern zusammen und ich verteile den Kaffee großzügig über meine Hand und dem Fahrersitz! Mit Tempo und anderen Papiertüchern versuchen wir schleunigst den Sitz zu trocknen. Nachdem die größte Sauerei bereinigt ist basteln wir noch mit frischen Tüchern und meinem T-Shirt von gestern eine „Windel“ für den Fahrersitz, der die Restfeuchte von meiner Hose abhalten soll.

Bevor wir in den Yosemite Nationalpark einfahren, wollen wir die Vorräte wieder auffüllen und stoppen bei Vons in Oakhurst. Ein klasse Supermarkt, alles sieht schön präsentiert und lecker aus, auch das frische Obst. Ich greife bei den frischen Kirschen und bei den Trauben zu, Kirschen gibt es selten in Brasilien, und wenn, dann so richtig teuer.

Wir stehen im Stau vor dem Park, aber nur der übliche Stau vor dem Ausweisverkaufs/Kontrollhäuschen. Gleich hinter der Kontrolle geht es rechts ab zum Parkplatz des Mariposa Grove Shuttles. Wir hatte das Gebiet hier im Winter 1996 nicht besuchen können, also wollen wir es diesmal nicht auslassen. Mit dem Shuttle geht es zur Mariposa Grove.

Soweit der Gedanke. In der Realität wälzten wir nach unserer Rückkehr die alten Fotoalben und stellten fest, dass wir 1996 sehr wohl in der Mariposa Grove waren!

Sonntag, 11.08.2019: Chillen am Panoramic Point

Nach einem leckeren Picknick mit Bagels, Schinken, Käse, Tomaten und Angel City IPA machen wir mit Fahrerwechsel weiter.

Unser nächster Halt ist an den Wasserfällen, den Roaring River Falls. Der Roaring River Falls Trail ist nur 0,3 Meilen lang, asphaltiert, leicht zu gehen und führt uns zu netten Wasserfällen.

Auf dem Rückweg halten wir wieder am Aussichtspunkt, von dem aus wir beide Arme des Kings River (Middle Fork und South Fork) sehen können.

Vor uns windet sich ein „langsam Fahrer“ die kurvige Straße zurück zur Grant Grove. Das nervt etwas, überholen geht auf dieser Straße nicht und spontan entscheiden wir uns, von der Hauptstraße abzubiegen und die kurvigere Hume Lake Road zu nehmen, die uns auch am gleichnamigen See vorbeibringt.

Hier am See ist plötzlich überraschend viel Verkehr, mehr als auf der CA-180 in den Canyon hinein oder auch wieder heraus. Viele Campgrounds und auch Lodges gibt es hier und die Hauptnutzung hier ist wohl durch das „Hume Lake Christian Camps“ – ein Bibel Camp.

Gegen 16:00 Uhr sind wir zurück und checken in der John Muir Lodge ein, ruhen uns etwas auf dem Zimmer aus. Es gibt WiFi, die Betten sind bequem und die Zimmer grosszügig ausgelegt.

Vor dem Abendessen wollen wir aber doch noch etwas machen und fahren wir noch zum Panoramic Point – die Strasse dorthin geht direkt von der Lodge den Berg nach oben. Am Parkplatz führt ein kurzer 0,2 km langer Weg hoch zum Aussichtspunkt. Von hier hat man einen herrlichen Blick in den Kings Canyon und über den Hume Lake, wo wir wenige Stunden vorher noch waren.


Wir genießen den Blick und überlegen, bis zum Sonnenuntergang hier zu bleiben, aber das wären noch weitere 2 Stunden und die Sonne geht auf der falschen Seite unter. Aber schön ist es hier, absolut entspannt.

Wir fahren dann doch wieder zurück zum Village und essen im Restaurant zu Abend. Ich esse mal wieder einen Hamburger, dazu gibt es ein Red Ale, Trolleira isst nur einen Apfelcobbler. Der Hamburger schmeckt ziemlich bescheiden, das Red Ale ist ok und der Applecobbler wird auch kein Favorit – das Ganze ist uns kein Foto wert. Das Restaurant in der Wuksachi Lodge war deutlich besser. So endet unser zweiter Urlaubstag, schön wars mal wieder.