Auf Dirt Roads durch den Südwesten – Mai 2012

Auf Dirt Roads durch den Südwesten – Mai 2012

So, nun stehe ich also auch in den Startlöchern.
Wie einige andere auch waren wir im Mai im Südwesten der USA unterwegs. Zum ersten Mal wieder nach unserer ersten USA Tour 1996 ging es in diesen Teil Amerikas. Die vielen hier gelesenen Reiseberichte waren nicht unschuldig daran, dass wir uns entschlossen, nochmal dorthin zu fahren. Aber dieses Mal wollten wir uns mehr Zeit nehmen als damals, die Küste weg lassen (vielleicht nächstes Jahr, wer weiß) und nicht jeden Tag weiterreisen, sondern auch ab und zu zwei oder drei Nächte in einer Stadt bleiben.
Und im Nachhinein kann ich nur sagen, es war eine sehr gute Entscheidung! Entspannt und viel intensiver konnten wir einige Orte ansehen, auch manchmal einen Nachmittag einfach nur bummeln oder einen Vormittag am Pool verbringen. Klar, wenn man zum ersten Mal im Westen ist, will man so viel wie möglich machen, aber einige Sachen kannten wir ja schon.
So sind wir dann auch in den bekannten Parks meist nur einen Tag geblieben, haben uns aber Sachen angesehen, von denen wir vor 16 Jahren noch nichts gehört hatten. Außerdem stand die Devise: „der Weg ist das Ziel“ ganz oben. Bewusst haben wir Nebenstraßen und Erdstraßen ausgesucht und im Grand Staircase Escalante NM gab es reichlich davon, deshalb auch der Titel des Reiseberichts.
Die Planung begann bereits Ende 2011,  vielen Dank für die Tipps hier aus dem Forum. Am 20.11.2011 buchten wir unsere erste Übernachtung,  die Thunderbird Lodge am Grand Canyon für den 26. Mai 2012. Bald darauf „The View“ im Monument Valley und bis im Januar hatten wir dann alle Übernachtungen gebucht. Weniger flexibel vielleicht, aber es war total entspannt und wir hatten ausnahmslos tolle Hotels. In Summe sind wir 2718 Meilen in 21 Tagen gefahren, die längste Strecke war dabei von Sedona nach Las Vegas mit knapp 290 Meilen.

Sicher werde ich nicht jeden Tag schreiben können, es wird wohl etwas dauern, bis der Bericht fertig ist. Aber ich hoffe dennoch, es wird einigermaßen spannend und interessant.
Also anschnallen, gleich geht es los.

 

Anreise – Freitag, 11.05.2012
Gegen 16:30 hetze ich vom Office nach Hause, wie immer am letzten Tag noch Hektik, vielleicht muss ich doch irgendwann einen Tag vor dem Flug schon Urlaub nehmen.
Um 17:00 Uhr sind die Koffer im Auto und ab geht es nach São Paulo. Es ist Freitagabend und wir können einen Rekord feiern: Im Radio geben sie durch, dass gerade der längste Stau und langsame Verkehr seit Beginn der Aufzeichnung verzeichnet wird. Insgesamt werden im Raum SP 615 km Stau und Verkehrsstockungen gemessen. Dementsprechend langsam geht es auch voran, für 1,5 km brauchen wir im Schnitt 10 Minuten.

Aber nach 2 Stunden kommen wir schließlich am Cesar Park Hotel an, wo unser Auto für die nächsten 3 Wochen stehen wird. Mit dem Hotel-Shuttle Service fahren wir zum Flughafen und checken bei Aeromexiko ein. Mit Glück und gutem Zureden bekommen wir die Plätze am Notausgang. Super! Dann können wir ja weiter in die Master Card Lounge, wo wir mit einem Sekt auf den bevorstehenden Urlaub anstoßen. Ungeduldig sind wir natürlich schon viel zu früh am Gate und klappern auch noch mal alle Duty Free shops ab.

Leicht verspätet gegen 23:30 heben wir ab in Richtung Mexiko City, wo wir nach einem ruhigen Flug (Chicken oder Beef) 9,5 Stunden später um 7:00 Uhr morgens local time landen.
Samstag, 12.05.2012
Eine weitere Stunde danach sind wir durch die (mexikanische) Immigration, die schnell ging und haben schließlich auch unsere Koffer, die wir nach der Sicherheitskontrolle gleich wieder in Richtung Las Vegas einchecken können. Die Boardingpässe nach LV haben wir schon in São Paulo erhalten und so laufen wir ein wenig durch den Flughafen, checken auch hier den Duty Free für den Rückflug ab (Tequila …) und warten am Gate auf unseren Anschlußflug.


Um 11:30 vormittags geht es ab nach Las Vegas, wo wir um 13:05 nach einem kurzen und ereignislosen Flug landen.
Endlich wieder in den USA !

In den USA
Die Immigration geht sehr schnell, nicht länger als 15 Minuten, der Officer spricht sogar ein wenig deutsch und ist sehr nett (nun rechter Daumen bitte). Die Koffer haben wir auch gleich, so dass wir um 13:30 auf den Alamo Shuttle warten, der aber auch schon nach wenigen Minuten um die Ecke biegt und uns zur Mietwagenstation bringt. Ein Alamo Mitarbeiter hilft uns beim Self Check-in am Automaten. Erst wirkt er etwas verloren mit unseren FTI Vouchern, aber dann funktioniert es und wir haben alle Papiere, die wir brauchen, in der Hand und bekommen den Weg zur Choice Line erklärt.
Die Auswahl bei den Midsize SUV ist ok, zwei Ford Escape, ein Kia, ein Toyota Rav4 und eine Auswahl an Jeep Modellen. Nur wenige Fahrzeuge haben 4×4 Antrieb, und bei den Straßen, die wir geplant hatte, ist 4×4 anzuraten, somit ist ein Jeep Patriot ganz gut für uns. Kurz nach 14:00 Uhr verlassen wir mit Jeep Patriot 4×4 das Parkhaus. Das war wohl die schnellste US-Immigration und Mietwagenentgegennahme die ich jemals hatte, weniger als eine Stunde vom Touchdown des Flugzeugs bis zum Verlassen des Parkhauses mit dem Mietwagen!

Heute steht noch einiges auf dem Programm. Da ich davon ausgehe, dass wir mit Jetlag morgen relativ früh aufwachen werden und es dann gleich auf die Straße gehen wird, wollen wir heute noch die wichtigsten Einkäufe erledigen. Outletcenter, Bass Pro Outdoor World und Walmart für die Eisbox, vorher geht es aber zur Einstimmung wie auch letztes Jahr zunächst zum IHOP, wo wir uns mit Blueberry und –strawberry Pancakes den Bauch vollschlagen. Ja, jetzt sind für bereit für die USA!

Hinter dem IHOP liegt direkt der Parkplatz vom Outlet Center Center South:

Die Einkäufe im Outlet South gehen recht schnell, Badehose und Turnschuhe sind gefunden und nachdem uns das Navi anstatt zum Bass Pro erstmal auf die Autobahn schickt und wir eine Ehrenrunde durch Las Vegas drehen dürfen, finden wir auch bald den richtigen Weg zur Outdoor World.

Dieser Laden fasziniert uns einfach immer wieder, letztes Jahr in Denver und auch der Laden hier in Las Vegas ist klasse. Ausser der gesuchten Hiking Hose finden wir auch eine Eisbox von Igloo im Angebot (24 Dosen Fassungsvermögen) und schlagen gleich zu.
So, damit sind alle Einkäufe für heute erledigt, Lebensmittel finden wir morgen! Zu unserem Hotel für die erste Nacht, dem Treasure Island, nehmen wir den Weg über den Las Vegas Boulevard, so können wir den Strip schonmal vom Auto aus geniessen.

Gemütlich cruisen wir den Strip entlang bis ins Treasure Island, wo wir gegen 18:00 Uhr ankommen. Auspacken und umpacken ist angesagt. Wir sind müde von der Anreise, aber zumindest eine Runde am Strip wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Auf der Fahrt zum Treasure Island kommen wir auch am M&M Shop vorbei und GöGa lässt mich gleich wissen, dass ein Besuch hier unbedingt einzuplanen ist. Wir einigen uns aber darauf, dies am Ende der Reise zu tun, dann haben wir noch zwei komplette Tage in Las Vegas.

Gegen 18 Uhr checken wir ein ins TI. Die Check-in Prozedur ist eigentlich unkompliziert, da wir das Zimmer schon bezahlt hatten, aber die Schlange vor uns ist nicht gerade klein. Als wir endlich im Zimmer sind können wir auch schon den Kofferdienst rufen, der uns beim Entladen des Gepäcks geholfen hat und nun die Koffer aufs Zimmer bringt. Das Zimmer sieht so aus als ob es relativ neu renoviert sei und hat einen tollen Blick auf den Strip. Das ist der Blick aus dem Zimmerfenster durch die abgedunkelte Scheibe, die sich leider nicht öffnen ließ.

Auspacken und umpacken ist angesagt. Wir sind müde von der Anreise, aber zumindest eine Runde am Strip wollen wir uns nicht entgehen lassen. Zunächst spazieren wir durch das Venetian, einfach genial! Man könnte einfach nur dastehen und schauen. Den Leute zuschauen, die Hotels, verrückt-genial! Wir sehen uns den Vulkanausbruch vor dem Mirage an und essen anschließend im Steakhouse im Bill’s zu Abend (Am Tisch zubereiteter Cesar Salad, Surf und Turf für mich, Lammkotelettes für die GöGa). Nach dem Abendessen sehen wir uns die uns die Bellagio Wasserspiele an, Wandern duch die Via Appia im Cesars Palace und schliesslich bekomme ich meinen ersten 190 Octane im Fat Tuesdays. Echt lecker das Zeug, natürlich habe ich jetzt so einen Souvenirbecher zuhause (aber einen dezenten, keinen von diesen Meterbechern)!






Auf dem Rückweg kaufen wir noch schnell bei Walgreens Wasser und anderes Lebenswichtiges ein und gegen 23:00 Uhr fallen wir ins Bett, nach ca 40 Stunden das erste Bett!

 

2. Tag – Sonntag, 13.05.2012. Las Vegas – Valley of Fire SP – Springdale

Trotz des langen Fluges und des Abends am Strip wachen wir schon um 5:30 auf. Ein Blick aus dem Fenster auf den Strip, die Sonne ist schon aufgegangen und es sieht nach einem herrlichen Tag aus!

Müde aber wach, also packen wir ein und checken gegen 6:30 aus. Das Navi wird auf Valley of Fire programmiert, es leitet uns hinten um das Treasure Island und nach zwei Mal links abbiegen sind wir auf der I15.
Als wir Richtung Norden fahren bemerken wir, wie sehr uns doch der Kaffee fehlt und flugs programmieren wir das Navi um auf den „nächsten“ Starbucks. Brav leitet uns der Garmin auf die nächste Abfahrt und keine zehn Minuten später sitzen wir schon im Kaffeeladen, es ist alles so einfach hier.
Wir haben eine tolle Zeit erwischt, alles blüht, wie man an dem Baum beim Starbucks sieht. Das wird den ganzen Urlaub so bleiben, vor allem die blühenden Kakteen haben es uns angetan.

Ausser Muffins und der Kaffee gibt es bei Starbucks auch WiFi, so dass wir die Gelegenheit nutzen und gleich nach Hause skypen.
Raus aus dem Starbucks stehen wir auch schon auf dem Parkplatz des Supermarkts „El Super“. Da wir Walmart gestern ja nicht mehr schafften geht es eben heute zu El Super. Und – wir sind begeistert. Der Supermarkt ist wohl eher eingestellt auf die mexikanischen Bewohner von Las Vegas. Alles ist in Spanisch (und kleiner in Englisch) angeschrieben, ich habe den Eindruck, wir sind die einzigen Nicht-Mexikaner im Supermarkt! Die Auswahl ist auch klasse, Gewürze, mexikanische Biere, Früchte. Aber so geht es uns eigentlich immer in den USA, wenn wir nach längerer Pause mal wieder durch einen Supermarkt laufen.
Am liebsten würden wir immer einen Großeinkauf machen, aber es muss halt alles irgendwie ins Auto.




Nun aber wirklich auf ins Valley of Fire!

Valley of Fire State park
Weiter geht es und um 9:00 Uhr erreichen wir das Valley of Fire.

Wir entrichten unsere 10 $ am Gate und es ist ein Kontrolleur am Eingangshäuschen. Wir müssen also müssen kein Geld in einen Umschlag stecken und einwerfen, wie ich nach dem Lesen verschiedener Reiseberichte erwartet hatte.
Zunächst fahren wir zum Visitor Center, ein kurzer Rundgang und anschließend suchen wir den Parkplatz für die Wave. Wir interpretieren die ausgedruckten Reiseberichte so, dass es der letzte Parkplatz beim White Domes Trail ist, aber finden später heraus, dass es wohl ein Parkplatz zuvor gewesen wäre.
White Domes Trail
Aber schon mal da und ausgestiegen machen wir eben den White Domes Trail und wir sind begeistert. Zunächst geht es auf sandigem Boden bergab und nach einem kurzen Stück vorbei an einer alten Filmkulisse. Wenige Meter weiter führt der Trail durch eine enge Schlucht, ein kurzer Slot Canyon. Der White Domes Trail ist ein schöner Spaziergang, um sich auf die nächsten Tage einzustimmen.






So, nun aber weiter zum richtigen Parkplatz für die Fire Wave.

 

Der White Domes Trail war klasse, aber wir wollen nun beide endlich die Fire Wave sehen, also weiter geht es.
Ingo, bei uns waren es auch bestimmt 35 Grad und keine Wolke am Himmel, aber die Fire Wave war ein „Pflicht“ Ziel. Wir haben dann auch ganz schön gekeucht, der Weg ist nicht allzu weit, wenn man ihn direkt findet , aber bei der Hitze …
Am richtigen Parkplatz angekommen sehen wir nun auch das relativ neue Hinweisschild und die blauen Bändchen, die den Weg weisen.

Wir sind uns zwar trotzdem nicht 100% sicher, aber mit den Bändern, GPS-Daten und den Leuten, die uns nach einiger Zeit entgegenkommen, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Wave ist schön aber nicht so überragend, wie wir erhofft hatten. Es ist eben genau Mittag als wir dort ankommen und wahrscheinlich ergibt sich erst in den Abendstunden die schönste Färbung.






Im Schatten eines Felsens (ich glaube es war der Schatten der Wave) machen wir Mittagspause. Von dort sahen wir diese beiden Kakteen.


Wir halten uns gut eine Stunde an der Wave auf und da wir heute noch bis Springdale wollen, fahren wir die anderen Sehenswürdigkeiten nur noch mit dem Auto ab, gehen aber kleine Trails mehr. Die Hitze ist auch enorm und zwei kurze Trails sind genug für den ersten Tag, wir haben ja noch fast drei Wochen vor uns. Nur am Elephant Rock steige ich nochmal kurz aus und laufe die wenigen Schritte hoch zum Felsen.

Es wird Zeit, weiterzufahren, Springdale wartet auf uns!

 

Nach gut einer Stunde überfahren wir die Grenze nach Arizona, welches wir etwa eine halbe Stunde später schon wieder verlassen, es geht gleich wieder raus aus AZ und rein nach UT!

Bereits in Utah, ungefähr eine halbe Stunde vor Springdale halten wir kurz in einem Taco Bell am Straßenrand. Es war ein relativ kleine Stadt, vielleicht Hurricane. Kurz ein Burrito für die GöGa und ein Taco für mich, dann halten wir durch bis heute Abend.

Schließlich erreichen wir den Zion NP.

Als wir vor 16 Jahren hier waren hatten wir nur relativ wenig Zeit für den Zion Park, diesmal wollen wir den Park intensiver kennenlernen und haben deshalb zwei Nächte in Springdale  im Desert Pearl Inn gebucht.
Das Desert Pearl Inn in Springdale erreichen wir gegen 16:40 (Utah ist eine Stunde später, daher verlieren wir Zeit, die wir in einer Woche wieder zurück bekommen werden). Das Desert Pearl Inn ist der Wahnsinn. Große Zimmer mit Küchenzeile, Parkettboden, großem Balkon und Blick auf die leuchtend roten Felsen des Zion Parks und den Bach, der hinter dem Hotel vorbeifließt. Es wurde uns sehr von einigen Amerikanern im Tripadvisor Forum empfohlen und hat das auch wirklich verdient – war aber auch nicht billig.


Falls noch jemand stinkt hier im Auto, gibt es auch einen Pool mit Luxusaussicht!

Nachdem wir uns im Zimmer ausgebreitet haben und ein eisgekühltes Pacifico-Bier auf dem Balkon genossen haben, machen wir uns auf den Weg zum Abendessen. Der Whiptail Grill ist eine ehemalige Tankstelle, die nun ein mexikanisches Restaurant beherbergt. Mit superleckeren Ribs und Eistee beschließen wir den Tag und freuen uns schon auf morgen.
1. Bild: Whiptail Grill, im Freien unter dem Tankstellendach 2. Bild: Ribs mit black beans und Salat mit Chipotle Sosse


Das Wetter ist herrlich und um 6:45 wird uns der Shuttle morgen früh in den Zion Park bringen.

3. Tag – Montag, 14.05.2012 – Angels Landing, Weeping Rock und Riverside Walk

Um 6 Uhr läutet uns der Wecker aus den Federn. Wir machen uns Kaffe im Zimmer und bereiten meinen Rucksack vor. 8 Flaschen Wasser, Trailmix mit Nüssen und Rosinen und andere kleine Stärkungen. Da es gestern so heiß war ziehen wir in T-Shirts los, um den ersten Shuttle vor Desert Pearl Inn zu erwischen, der auch pünktlich um 6:40 vorfährt. Springdale schläft noch und die Sonne beginnt gerade, die Felsen rot leuchten zu lassen.

Im Bus stellen wir fest, dass wir fast die einzigen in T-Shirts sind, alle anderen sind fest mit langen Hosen und Jacken eingemummt! Im Park ist es dann auch ziemlich kalt, so um die 12 Grad. Der Shuttle Bus benötigt keine 15 Minuten bis zum Visitor Center, wo noch alles geschlossen ist. Kaum dort angekommen, fährt schon der erste Park interne Shuttle des Tages vor. Dieser wird uns zu „The Grotto“ bringen, das ist die Haltestelle, von der der Trail zu Angels Landing startet.

Um 7:30 starten wir den Aufstieg und bald vermissen wir die Jacken nicht mehr. Die ersten Meter gehen noch relativ flach erst über eine Holzbrücke über den Virgin River und danach den Fluss entlang. Von dort sieht man schon die Spitze von Angels Landing in den Park hineinragen. Dort geht es hinauf!

Bereits nach kurzer Zeit fangen die ersten Serpentinen an, sich den Hang hochzuschrauben. Der Weg ist aber gut befestigt, wie fast immer halt in den USA Nationalparks.

Der Blick zurück ins Tal und auf den Weg, den wir schon hinter uns haben ist beeindruckend.

Nach diesem ersten sehr kräfteraubenden Anstieg geht es durch den „Refrigerator Canyon“. Da dort die Sonne wohl so gut wie nie hineinscheint ist es immer kühl, angenehm kühl wie wir fanden. Und am Ende des Refrigerator Canyons stehen die berühmten „Walters Wiggles“ an. 21 enge Spitzkehren gehen steil nach oben, und hier ist der Blick zurück, von oben auf die Walters Wiggles:

Gleich nach den Wiggles erreichen wir Scouts Lookout, wo wir gegen 9:00 Uhr ankommen. Ab dem Scouts Lookout beginnt die nur mit einigen am Fels befestigten Ketten gesicherte Gratwanderung, das letzte Stück von Angels Landing. Viele beenden hier die Wanderung und auch ich muss alleine weitergehen. Nicht weil es zu gefährlich ist, sondern weil es gleich wieder steil hinaufgeht und meine GöGa ausser Atem ist. Hier der Blick von Scouts Lookout auf den noch vor mir liegenden Weg.

Ich brauche nochmal ca 35 Minuten um ganz oben auf Angels Landing anzukommen.

Hier der Blick nach vorne. Über diesen schmalen Grat, links vom Baumstumpf, geht es das letzte Stück nach oben.


Ein Wahnsinnsausblick, die letzten Meter haben sich für mich absolut gelohnt.

Etwas ausruhen, ein paar Fotos, ich treffe auch das Paar wieder, das mit uns unten bei „The Grotto“ gestartet ist. Dann geht es schon wieder nach unten, ich hatte ja meine GöGa am Scouts Lookout zurückgelassen. Der Weg nach unten sieht manchmal erschreckender aus, als der Weg nach oben war, aber man gewinnt auch nach kurzer Zeit mehr Trittsicherheit.



Um 10:15 bin ich schon wieder zurück auf Scouts Lookout und um 11:30 kommen wir zurück im Tal bei The Grotto an. Da war nun also der Trip zu Angels Landing, in 2,4 Meilen (one way) erstiegen wir ca 1500 Fuß (ca 460 Höhenmeter).
Fazit: Einmalig! Als ich anfing, den Urlaub 2012 zu planen, stand Angels Landing ganz oben auf der Liste meiner Wanderungen. Mehr ein Traum als wirkliche Planung, ich hatte mir das ganz einfach nicht zugetraut. Aber ich hatte ja noch fast 6 Monate, um mich vorzubereiten und etwas fitter zu werden. Heute stand ich auf Angels Landing, der Weg war anstrengend, aber nicht zu schlimm, ein überragendes Gefühl!
Für das letzte Stück muss man etwas schwindelfrei sein, aber auch das war nicht wirklich schlimm. Die Ketten, die FAST immer angebracht sind, geben ein starkes Sicherheitsgefühl.

Nach einer Mittags- und Erholungspause machen wir noch zwei kürzere Trails. Zunächst den Weeping Rock. Es handelt sich um einen überhängenden Fels, eine Art Grotte, die durch ihre Lage immer feucht ist und tropft, daher auch der Name, Weeping Rock = weinender Fels.

Blick vom Weeping Rock ins Tal:

Und als letzten Spaziergang für den heutigen Tag geht es noch den Riverside Walk bis zum Anfang der Narrows, ein gemütlicher Spaziergang am Ufer des Flusses entlang.


Beim der Rückfahrt mit dem Shuttle halten wir noch in der Zion Lodge und im Visitor Center, um Andenken einzukaufen. Neben T-Shirts und Magneten für den Kühlschrank gibt es noch Laurent Martres Buch „Photographing the Southwest“, ein Buch, das von da an zu unserem Hauptreiseführer avancierte. Laurent beschreibt vor allen auch die weniger bekannten Wege und Ziele und das Buch enthält viele gute Tipps, vor allem zum fotografieren.
Um 16 Uhr sind wir zurück im Desert Pearl Inn und ruhen uns am Pool von den vielen Meilen Fußmarsch aus.

Abendessen gibt es heute im Wilcat Willies, Chicken-Wings, ein 14 oz Ribeye und ein 32 oz Weizenbier für die Gattin und einen Burger und Eistee für mich!

Um 22:00 Uhr ist heute Bettruhe, wir sind erstmal kaputt für heute! Was für ein toller Tag!

4. Tag – Dienstag, 15.05.2012 – Zion, Canyon Overlook – Johnson Canyon Road – Skutumpah Road – Cottonwood Canyon Road – Bryce Canyon

Leider müssen wir heute schon wieder weiter, aber wir hatten wenigstens einen vollen Tag im Zion Park. Sollten wir je wieder hierherkommen, werde ich noch mehr Zeit für den Zion einplanen, denn die Landschaft ist hier wirklich anders als in den Parks, die in den nächsten ein bis zwei Wochen folgen.
Und heute, zumindest am Nachmittag, geht es dann zum ersten Mal auf die im Titel genannten Dirt Roads. Zunächst sind wir aber noch im Zion National Park, bzw in Springdale.
Um 6:30 Uhr stehen wir auf und packen unsere Sachen zusammen. Der ins Hotel integrierte (Nebengebäude) Starbucks macht um sieben Uhr auf und wir sind kurz danach schon dort. Frische Cranberry und Blueberry Muffins und dazu frisch gebrauten Kaffee, lecker. Den Kaffee finde ich übrigens nicht mehr so schlimm wie es vor 15 Jahren in den USA war, kann es sein, dass Starbucks da Entwicklungshilfe geleistet hat? – Wobei, die von Starbucks sind ja selber Amerikaner.
Wir fahren zunächst zum Tanken, die Tankstelle ist noch geschlossen, aber beim Selbsttanken brauchen wir diesmal keinen Zip-code, also kein Problem. Beim Verlassen der Tankstelle will ich noch die Scheiben abspritzen und wir stellen fest, dass Wischwasser alle ist. Also wieder zurück, Wasserhahn suchen. Wir finden keinen und ich opfere eine halbe Flasche Restwasser. So, nun kann es endlich losgehen.
Wir fahren in den Park und biegen dann ab in Richtung Tunnel zum Canyon Overlook Trail.


Wir hätten die Wegbeschreibung wohl besser lesen sollen, denn zunächst fahren wir am Parkplatz, der unmittelbar nach dem Tunnel gewesen wäre, vorbei. Dafür finden wir einen Fels, den wir erstmal mit dem Checkerboard Mesa verwechseln, der zwar viel kleiner ist, aber auch toll aussieht:

Beim genauen Durchlesen der Wegbeschreibung stellen wir fest, dass wir viel zu weit gefahren sind. Der Parkplatz für den Canyon Overlook Trail wäre direkt nach dem Tunnel gewesen. Also umdrehen. Der Trail geht erst über einige Stufen steil nach oben und man hat einen schönen Blick auf die Tunneleinfahrt.

Der ca eine Meile lange Weg (hin und zurück) ist ein sehr schöner Spaziergang, der zu einem Platz mit einem traumhaften Ausblick führt, nämlich den Canyon Overlook.  Unterwegs lernen wir eine Amerikanerin kennen, die uns die Ohren vollquasselt. Sie ist barfuß unterwegs, die Sandalen hält sie in der Hand, und erzählt uns, ihr Mann sei im Auto geblieben – warum wohl? Als wir beim Overlook ankommen ist sie k.o. und halb am verdursten und ich schenke ihr eine von unseren Wasserflaschen, die wir wie meistens im Überfluss mitschleppten. Ganz begeistert ist sie, wie gut wir Deutsche immer vorbereitet seien und erzählt weiter von ihrer Sturm und Drangzeit, die sie auch nach Berlin brachte. Naja, hier nun Bilder vom Overlook:


Auf dem Rückweg verläuft sie sich auch noch und wir sagen ihr, wo der richtige – eigentlich nicht zu verfehlende – Weg langgeht (naja, gut, wir hatten ja zunächst nicht einmal den Trailhead gefunden). Der Rückweg führt ebenso wie schon der Hinweg ein paar Meter über diesen Steg, der aussen um einen Felsen herumführt:

Für uns geht die Reise weiter in Richtung Kanab, vorher noch ein Fotostopp am richtigen  Checkerboard Mesa, ein weiterer bei einigen Bighorn Sheep am Wegesrand und schließlich am Parkausgangsschild, nachdem wir das Eingangsschild irgendwie verpasst hatten.



Es ist fast schon 11 Uhr als wir den Zion Park verlassen. Wir hatten zwei herrliche Tage hier und nun geht es weiter nach Kanab, von dort wollen wir entscheiden WIE wir zum Bryce Canyon fahren – der Weg ist das Ziel .

 

Wir entscheiden uns bezüglich Cottonwood Canyon Road Befahrbarkeit direkt in Kanab am Visitor Center nachzufragen, auch wenn im Internet die Info steht, dass die Straße nach wie vor unpassierbar ist. Wir wollen heute noch bis zum Bryce Canyon, aber der Weg ist das Ziel und unser ursprünglicher Plan war es, über Kanab und CCR zum Bryce Canyon zu fahren. Außerdem liegt Kanab nur etwa 15 Meilen von der US 89 nach Norden, falls wir wieder zurück müssen.
Wir finden das etwas versteckte  BLM Visitor Center und der nette Mitarbeiter erklärt uns, dass die CCR nach wie vor gesperrt sei. Wieder treffen wir auf einen Mitarbeiter dort, der fließend Deutsch spricht und uns erzählt, er habe einige Jahre in Bamberg gelebt und vermisst es so sehr. Wir quatschen ein wenig, auch über die Wave Verlosung und er meint die Chance vor Ort eine Permit zu erhalten sei sehr gering, zur Zeit sind so ca 150 – 200 Leute täglich bei der Verlosung. Somit streichen wir auch den Plan, eventuell eine Woche später nochmal hierherzukommen und die Verlosung zu versuchen, bei nur 10 Permits ist die Chance mehr als gering. Aber er schlägt uns vor, nicht über die US89 zum Bryce zu fahren, sondern über die Johnson Canyon Road und dann die Skutumpah Road.
Kurz vor Mittag fahren wir los, die US89 weiter in Richtung Page und nach etwa 9 Meilen geht es ab auf die Johnson Canyon Road in Richtung Norden. Die Johnson Canyon Road ist asphaltiert und in hervorragendem Zustand, mit herrlicher Landschaft und wir halten mehrmals am Straßenrand, um Fotos zu schießen.



Bald schon begrüßt uns auch das Schild des  Grand Staircase Escalante NM. Eine dreiviertel Stunde nachdem wir vom Visitor Center abgefahren sind treffen wir auf die Kreuzung, von der die Skutumpah Road, eine Erdstraße, weiter führt in Richtung Cannonville. Und nach kurzer Zeit auf der Skutumpah Road, ein Schild, dass links eine Landebahn für Flugzeuge ist. Naja, es ist keines gelandet, während wir durchgefahren sind:

Die Skutumpah Road ist beindruckend, Erde und Sand in allen Farbschattierungen, ein wahres Farbenspiel in den Bergen. Wir suchen uns eine kleine Stelle, an der wir ungestört halten können und finden schließlich eine Seitenstraße mit ein paar Bäumchen, wo wir wenige Meter neben der Straße picknicken – herrlich. Die halbe Stunde die wir dort stehen und unser Käse – Schinken – Tomaten – Bagle – Picknick genießen kommt genau ein Auto vorbei, die Straße scheint wirklich nicht sehr befahren zu sein.



Weiter geht’s, parallel zur Fahrt studieren wir im „Photographing the Southwest“ und finden heraus, dass auf der Skutumpah Road auch zwei Slot Canyons sind, die Bull Valley Gorge (relativ schwierig zu erkunden) und der Willis Creek Trail (gleich neben der Straße). Wir halten nur kurz für ein paar Fotos an der Brücke über die Bull Valley Gorge.


Am Willis Creek parken wir und erkunden den Slot Canyon, durch den auch ein wenig Wasser fließt. Wir sind begeistert und schießen gefühlte 1000 Fotos.



Der Trail geht noch weiter in einen zweiten Canyon, aber wir entscheiden weiterzufahren, wir wollen ja noch die CCR von Norden erkunden und zum Grosvenor Arch fahren, bevor wir zum Bryce Canyon kommen. Herrlich ist die Stelle, in der die Skutumpah Road fast schon in Cannonville ankommt und den Blick auf den Kodachrome Basin State Park freigibt.


Um 15:30 sind wir an der Kreuzung, die uns zur Cottonwood Canyon Road bringt und bei dem Schild, das uns informiert, dass die Strecke nur für 4×4 geeignet ist und in 15 Meilen dann komplett gesperrt sei.

Hmm, ratet mal, was wir machen werden?

Zunächst wollen wir aber zum Grosvenor Arch, zu dem es nur 8 Meilen von der Kreuzung sind, also- kein Problem. Es dauert nur 30 Minuten, um von der Kreuzung zum Grosvenor Arch zukommen, aber wir passieren bereits hier einige Stellen, an denen uns der Ausblick zum Staunen bringt,  bzw. zum Aussteigen und Fotos schießen.


Kurz später sind wir am Grosvenor Arch, einem unserer ersten Arches in diesem Urlaub, aber auch im Nachhinein betrachtet, es war einer der schönsten Arches im ganzen Urlaub. Der weiße Kalkstein des Arches und der strahlend blaue Himmel, es war einfach unglaublich schön. Wir fotografieren, was die Kameras hergeben, von vorne, von hinten, von unten, nur nicht von oben!





Was uns während des gesamten Urlaubs zum Staunen brachte waren die blühenden Kakteen, einfach schön!

Fast eine halbe Stunde bleiben wir hier, alleine beim Grosvenor Arch, erst als wir schon am Aufbrechen sind kommen die nächsten Besucher. Für uns geht es weiter auf der CCR in Richtung Baustelle. Wir wollen die Stelle sehen, über die wir so viel in den letzen Tagen auf der Amerika-Forum Seite gelesen hatten. Die Farben, die die Erde und der Sand in dieser Gegend haben, sind unglaublich, bizarre Formen, rote, gelbe und grüne Erde, wie ein Regenbogen.




Wir erreichen die Baustelle, die Baumaschinen stehen geparkt (es ist schon nach 17 Uhr) und wir fahren daran vorbei. Die Straße ist nicht gesperrt und wir fragen uns, ob es das war. Ja, das war es – der Sand ist etwas tiefer und steckenbleiben möchte ich nicht, aber mit etwas Schwung war es kein Problem durchzufahren.

Ca eine Meile nach der Baustelle kehren wir wieder um, es ist schon zu spät, um die CCR nun durchzufahren und erstmals in dieser Woche tauchen dunkle Wolken am Himmel auf. Wir wenden – nochmal durch die Baustelle durch und dann in Richtung Best Western Grand Hotel am Bryce Canyon.


Die Wolken werden immer dunkler, als wir hoch zum Bryce Canyon fahren wird es stürmisch, Windhosen ziehen den Sand durch die Luft.

Es ist fast 19:00 Uhr als wir einchecken, Zimmer mit Blick auf das Nachbardach, aber da wir sowieso wieder früh weiterwollen und nur eine Nacht bleiben, ist uns das heute egal. Ansonsten ist das Zimmer top (später stellen wir fest, dass man die Nachttischlampen an der Zimmertür ausschalten muss und die anderen Lampen keinen Schalter am Bett haben, man muss also im Dunkeln zum Bett suchen – war aber eher lustig, als wir an der Rezeption nachfragen und die uns mitteilen, das sei in allen Zimmern so, kleiner Planungsfehler).
Zum Sonnenuntergang sind wir im Canyon, erst am Bryce Point, später am Sunset Point. Aber es ist wolkenverhangen und fängt dann sogar an zu regnen, dicke Tropfen, aber nicht viele. Ich will zum Auto fliehen, aber GöGa will Fotos machen.






Schließlich sehen wir ein, das wird heute nichts mehr mit Sonnenuntergang und wir fahren zum Ruby’s Inn zum Abendessen. Es ist nun schon 21 Uhr und die Tourbusse sind abgefertigt, so dass wir leicht Platz finden. Wir essen Shrimp bzw Steak mit Shrimp, dazu Eistee. Noch kurz in den Souvenir – Shop, alles ist maßlos überteuert (erkenne ich am Walmart Bier Vergleichspreis), nochmal über die Strasse zum BW Grand und um 23 Uhr fallen wir ins Bett.
Es war ein weiterer herrlicher Tag!

5. Tag – Mittwoch, 16.05.2012 – Bryce Canyon – US HW 12 – Burr Trail – Torrey

Wieder ist nichts mit ausschlafen, wir wollen ja den Bryce Canyon in den Morgenstunden sehen und fotografieren. So stehen wir gegen 6:45 auf und gehen in den Frühstücksraum. Es herrscht ein Riesenandrang, Busladungen von Touristen sind im Frühstücksraum, aber es ist ja reichlich von allem da. Wir nehmen Kaffee, Saft, Bagles und Muffins. Nach dem Frühstück schnell zusammenpacken und das Zimmer räumen. Das Zimmer war schon im Voraus bezahlt und so ist der Check-out schnell erledigt.
Auf geht es zum Canyon. Da wir aber irgendwie von den letzten Tagen erledigt sind laufen wir nur den Rim Trail vom Sunrise Point bis zum Inspiration Point, ca 2-3 km und stetig leicht bergauf. Aber den Bryce Canyon nur vom Rim sehen, da kommt das richtige Gefühl nicht wirklich durch, trotzdem reicht uns das für heute und wir nehmen den Shuttle Bus zurück zum Sunrise Point, wo unser Auto steht.





 

Für uns geht es weiter zur US24 und auf der US24 bis Escalante, wo wir vor dem Burr Trail nochmal voll tanken und im Supermarkt, sofern man das kleine Geschäft so nennen kann, die Vorräte aufstocken.


Wir fahren die US24 weiter bis Boulder, wo der Burr Trail abzweigt. Die Strecke zwischen Escalcante und Boulder ist unglaublich. Es geht über den sogenannten Hogsback, den „Eberrücken“. Die Straße ist nur wenige Meter breit, rechts und links fällt das Gelände steil ab. Leider gibt es davon keine Fotos, weil wir das ganze Stück gefilmt haben. Ein Foto gibt es erst wieder vom „Head over the Rocks Overlook“, kurz vor Boulder.


In Boulder zweigt der Burr Trail ab von der US12.

Nach ca 10 Meilen kommt man zum Long Canyon Overlook, bevor man in den Canyon hineinfährt.



Durch den Long Canyon ist die Straße noch alphaltiert, ab dem Capitol Reef NP geht es auf einer Erdstrasse weiter.


Wieder sehen wir eine einmalig schöne Landschaft, die Waterpocket Fold und die Henry Mountains.


Kurz hinter Beginn des NP zweigt eine 4×4 Strecke ab (Upper Muley Canyon) und wir können uns diese natürlich nicht entgehen lassen.

Also rein in den Upper Muley Twist Canyon:



Wieder zurück geht es weiter bergab auf den Muley Canyon Switchbacks, damit hatten wir nun gar nicht gerechnet, dass wir solche Serpentinen hier finden. Da habe ich wohl all die Reiseberichte nicht genau genug gelesen, oder hatte nach so vielen Berichten die Hälfte schon wieder vergessen.

Im Nachhinein waren diese Switchbacks mindestens vergleichbar mit den Moki Dugway Switchbacks. Wenige Meilen hinter den Switchbacks stoßen wir dann auf die Notom Bullfrog Road, der wir nach Norden in Richtung Hanksville und damit auch Torrey folgen.



Die Notom Bullfrog Road ist in sehr gutem Zustand für eine Erdstraße, wir kommen auf Geschwindigkeiten von 45 – 50 mph, ich reduziere dann aber doch wegen der wenigen sandigen Stellen, die immer wieder mal auftauchen. Erst auf den letzten Kilometern vor Hanksville wird die Straße zur Baustelle, in einem Jahr wird dann hier wohl auch asphaltiert sein. Wir hatten noch Schlamm und eine Begegnung mit einigen Baustellenfahrzeugen, die die Straße wässerten.

Erst spät am Nachmittag treffen wir in Torrey in unserem Hotel Austin’s Chuckwagon ein. Das Haupthaus ist ein zweistöckiges Gebäude, unten Rezeption und Zimmer, oben Zimmer. Wir haben eins oben. L-förmig angeordnet sind dann noch relativ neu aussehende Chalets, die wohl für Familien oder Gruppen sind und diagonal gegenüber ist der Store, in dem es neben allem, was man im Notfall in der Prärie brauchen könnte (Bier, Fleisch, Steaksoße, Angelausrüstung, I-Pod Adapter, T-Shirts …), auch Kaffee und Frühstück gibt. Das Ganze ist um einen großzügigen Hof angeordnet und war wohl das Motel mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis in diesem Urlaub (es gibt wohl auch Zimmer direkt über dem Store über die ich nicht so gute Kritiken gelesen habe).
Im Zimmer werden die Taschen ausgeräumt, ein Bierchen auf der Veranda getrunken und allmählich geht es auf wieder in Richtung Capitol Reef NP, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Sunset Point zu sein. Erst noch ein paar Fotos vom Panorama Point und Gooseneck Point.


Jetzt aber schnell, wir wollen zum Sunset Point, am besten noch VOR Sonnenuntergang.



Es ist fast 21:00 Uhr als wir von dort wegkommen und wir beschließen, das Abendessen heute mal ausfallen zu lassen, stattdessen gibt es noch ein Bier und Salzbrezel auf dem Zimmer, Fotos werden auf Festplatte überspielt und Tagebuch wird nachgetragen.

6. Tag – Donnerstag, 17.05.2012 – Cathedral Valley

Heute steht eine Rundfahrt im Cathedral Valley an, eine Tour, die ca 60 Meilen über Dirt Roads zu verschiedenen Tälern mit Sandsteinmonolithen führt. Zunächst geht es ins Visitor Center, um zu fragen, ob der River Ford des Fremont Rivers passierbar ist und die Strecke auch ansonsten ok ist.


Die Rangerin klingt etwas besorgt, erkundigt sich nach unserem Auto, fragt nach, ob wir auch genug Wasser und Essen dabei haben und wir sehen uns schon auf einer großen Expedition.
Gespannt biegen wir vom Visitor Center ab und wieder auf die UT24, der wir ca 12 Meilen folgen müssen, bevor wir zum River Ford und in die Harnet Road abbiegen. Direkt vor uns fährt ein Jeep Rubicon der immer mal wieder nach jeder Kurve langsamer wird und wir flachsen schon, dass der wohl auch die Zufahrt zum Fluss sucht. Und tatsächlich, 12 Meilen nach dem Visitor Center biegt der Rubicon ab in die Zufahrt zum Fluss. Der Fluss ist nur etwa einen Fuss tief und geht gerade mal bis halbe Reifenhöhe.

Das gibt es doch nicht, anstatt in Wildnis und Einsamkeit zu kommen, stehen wir im Stau für die Flussdurchfahrt! Wir lassen uns Zeit und geben dem Rubicon Vorsprung, um nicht auf allen Fotos den Jeep zu haben. Später überholen wir dann und zur Mittagspause kommen wir sogar ins Gespräch, ein Paar im Ruhestand aus Georgia, die 2-3 Mal pro Jahr mit ihrem Jeep in den Westen fahren um ein wenig die Straßen off the beaten track zu erkunden. So könnte ich mir meinen Ruhestand auch mal vorstellen.
Gleich nach der Flussdurchfahrt kommt eine leicht sandige Stelle, die etwas bergauf geht, hier nicht zu langsam fahren. Aber es ist alles ganz easy.

Etwa fünf Minuten nach der Flussdurchquerung kommt man an einen Platz mit sehr farbigen Felsen, fast so wie gestern auf der Notom Bullfrog Road.

Neun Meilen bzw 30 Minuten nach der Flussdurchfahrt erreichen wir die Bentonite Hills.


Fünf Meilen später, also insgesamt 14 Meilen (ca 1 Stunde) ab River Ford sind wir am Lower South Desert Overlook:




27 Meilen ab River Ford erreichen wir den Upper South Desert Overlook:

Nach 30 Meilen ab River Ford sind wir am Upper Cathedral Valley, bislang sind wir schon zweieinhalb Stunden unterwegs:



Und nochmal eine halbe Stunde später, die Morrel Cabin:


Damit lassen wir das Upper Cathedral Valley hinter uns und kommen zum Lower Cathedral Valley

33 Meilen nach unserem Start erreichen wir die Gypsum Sinkhole Road, ein grosses Loch, das durch die Auflösung einer früher vorhandenen Gipsschicht entstanden ist. 200 Fuss ist dieses Loch tief, Fotos habe ich davon leider keins gemacht, es ist halt ein tiefes Loch …


Weiter geht es zur letzten Etappe im Cathedral Valley. 42 Meilen nach der Flussdurchfahrt erreichen wir das Lower Cathedral Valley mit den bekanntesten Monolithen, dem Temple of the Sun und dem Temple of the Moon. Dort wo das Auto steht, vor dem Temple of the Moon, haben wir Picknick gemacht. Es war Zeit fürs Mittagessen, mittlerweile schon 13 Uhr.



Die Strasse führt noch weitere 17 Meilen durch das Cathedral Valley bis man nach insgesamt 59 Meilen wieder auf eine Teerstrasse kommt, den HW UT 24. Wir brauchten tatsächlich fast 6 Stunden für die gesamte Strecke, mit vielen Fotopausen und Stopps, es ist schon fast 15 Uhr.
Wir machen uns auf die Suche nach dem Mesa Farm Market, Kaffee trinken und Käse und Brot einkaufen. Den Market finden wir, Kaffee, Brot und Käse bekommen wir auch, aber Randy, der Eigentümer, war gerade unauffindbar. Macht nichts, wir wurden von einer netten jungen Frau bedient und  Käse, Brot und Kaffee schmeckten auch so. Grüße aus dem Forum haben wir ausgerichtet, ich hoffe sie sind angekommen.

Wieder geht es zurück nach Torrey durch den Capitol Reef NP auf der UT24. Da wir heute bislang hauptsächlich autowandern waren, können wir jetzt auch noch ein wenig laufen und so ist die letzte Tour, die wir für heute geplant haben, eine Wanderung zur Hickman Bridge.

Dieser Trail sollte eigentlich leicht sein, aber bereits die ersten Schritte führen uns schon wieder steil nach oben. Mann, das war nicht so abgemacht! Nach dem ersten steilen Anstieg folgt der Trail einem Flussbett, es geht wieder nach unten und zu einem zweiten Anstieg.

Nach etwa einer Meile Fußweg stehen wir vor der imposanten Felsbrücke mit etwa 135 Fuß Spannweite. Ja, der Aufstieg hat sich mal wieder gelohnt!
Von vorne:
Von hinten: (der Rundweg führt unter der Brücke durch und dann hinten herum zurück):
Auf dem Rückweg zum Auto sehen wir auf der anderen Seite des Weges noch eigenartige riesengroße Murmeln (oder Kugeln oder Eier?). Sieht aus wie Lavagestein. Wir verbringen noch einige Zeit mit fotografieren zwischen den Lavamurmeln.

Es ist noch immer recht früh, erst 17 Uhr und wir haben noch Zeit vor dem Abendessen. Wir entscheiden, den Park noch ein wenig mehr zu erkunden und fahren auf den Scenic Drive. Der Scenic Drive ist asphaltiert und einfach zu fahren. Durch die schon tiefer stehende Sonne haben wir nun herrliches Licht im Park.

Am Ende der asphaltieren Strasse erreichen wir die Capitol Gorge. Es ist eine sehr enge Strecke die uns in die Schlucht hineinführt, auf beiden Seiten der Straße ragen die Feldwände steil nach oben. Kein Wunder, dass hier bei Regen wegen Flash Flood Gefahr gesperrt ist. Als es zu eng wird für Autos ist ein Parkplatz und es geht zu Fuss weiter, aber nicht mit uns heute.


So nun ist es spät genug, wandern wollen wir auch nicht mehr, also fahren wir in Richtung Hotel. Der Rückweg führt vorbei am Egyptian Temple und aus dieser Richtung erkennen wir auch sofort die Felsformationen, die von der Straße aus betrachtet wirklich an antike Tempelgebäude erinnern.

Und zurück durch den Park, das Licht wird immer schöner.

Zurück im Austins Chuckwagon Motel weiß ich nun auch, warum wir Schwierigkeiten hatten, eine zweite Nacht zu buchen. Ich hatte die Zimmer schon im November für Mai reserviert, aber man konnte mir nur eine Nacht zusagen, erst im April schickten mir die sehr netten Mitarbeiter eine Email und teilten mir mit, ich könnte doch eine zweite Nacht bleiben.
Es war BMW-Biker treffen und die Gruppe war größtenteils in Austins Chuckwagon untergebracht! Aber auch in anderen Motels sahen wir heute Abend viele Bikes stehen.

Nach einer Dusche im Hotel, die so gut tut heute geht es noch mal zurück ins Rim Rock Restaurant zum Abendessen. Ein schöner Sonnenuntergang auf der Terrasse, während wir auf einen Tisch warten, denn das Restaurant ist noch mit einer Bus-Reisegruppe gut gefüllt.

Später wird es zwar leer aber trotzdem warten wir ewig bis wir schließlich unser Essen bekommen. Wenigstens ist es sehr lecker!

7. Tag – Freitag, 18.05.2012 – Torrey – Gobelin Valley – Moab

Freitag ist Fahrtag, zumindest heute. Sind wir wirklich schon wieder seit einer Woche unterwegs? Das ist ja unglaublich. Wie gut, dass wir noch zwei Wochen vor uns haben.
Heute wollen wir noch bis Moab fahren, wo unsere Station für die nächsten drei Nächte sein wird. Unterwegs noch ein Abstecher zum Goblin State Park, der liegt ja quasi auf dem Weg.
Wie schon gestern folgen wir der UT24 nach Osten, nur heute keinen Zwischenstopp mehr für Cathedral Valley oder Capitol Reef. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit wird die Landschaft wieder extrem bizarr und wir erkennen auf unserer linken Seite die Umrisse des Factory Butte. Wir halten für einen kurzen Fotostopp am Straßenrand, mehr Zeit ist dafür heute nicht drin und wohl auch nicht notwendig.


Es geht weiter, nach 11 Meilen in Hanksville macht die UT24 einen Knick in Richtung Norden – eigenartige Straßenführung, kilometerlange geradeaus, dann ein Knick, dann wieder kilometerlang geradeaus. Unser Garmin informiert uns, dass wir nach ca 10 km links abbiegen müssen, um zum Goblin State Park zu kommen, nur, da gibt es keine wirkliche Straße. Wir finden ein geschlossenes Tor mit der Bemerkung, die Strecke sei nur für 4×4 HC Vehicles geeignet.

Die direkte Verbindung zum Goblin State Park und so schlimm waren die Erdstraßen bisher ja nicht wirklich, also: Tor auf, Auto durch, Tor zu!

Wir fahren ca 3 Meilen und die Straße ist nicht gut, relativ tiefer Sand BREEEMMMSSSSS. War bislang noch eine relativ schlechte Straße vor uns, so haben wir nun eine nicht zu unterschätzende Sanddüne quer über diese relativ schlechte Straße.

Ein paar – wenige – Reifenspuren führen um die Düne herum, sollen wir? Wenn wir hier steckenbleiben, dann können wir zumindest diesen Tag abschreiben. OK, wir wollen: Gas geben, Speed aufnehmen und los! Mann diese Düne ist grösser als gedacht, der Sand ist tiefer als gedacht und – durch, das war knapp! Leider gibt es von den letzten zwei Minuten durch die Dünenfahrt keine Fotos. Weiter geht es auf der sandigen Erdstraße. BREEEMMMSSSSS. War zuvor das Hindernis eine Düne so haben wir nun einen ausgetrockneten Flusslauf, halbhoch mit Sand gefüllt, vor uns.

Hier machten die meisten Autos, die um die Düne herum noch Spuren zogen, wieder kehrt. Nur ein bis zwei Autos haben es wohl durch diesen Flusslauf gemacht, aber ohne zweites Fahrzeug, das uns im Falle des Falles wieder herausziehen kann und ohne “richtigen“  4×4 mit Low Untersetzung und Offroad-Reifen drehen wir wohl besser auch wieder um. Wer weiß, was auf den noch fehlenden 7-8 Meilen nach dem Flusslauf noch auf uns zukäme. Also zurück. Gleiches Spiel, nur andersrum, Gas geben, Speed aufnehmen und um die Düne herum. Ein großer Stein fällt uns vom Herzen, dass wir hier nicht steckenblieben. Nun noch die 3-4 Meilen zurück zur UT24 und dann auf asphaltierten Straßen zum Goblin State Park.






Der Goblin Park war nett, das Highlight des heutigen Vormittags war aber eindeutig die Fahrt auf der kürzesten Verbindung zwischen UT24 und Goblin State Park.

Wir verlassen gegen Mittag den Goblin Valley State Park, fahren zurück zur I50 und dann weiter in Richtung Osten. Bevor wir auf die US191 abbiegen, legen wir erstmal einen Picknickstopp ein. Ein Parkplatz mit herrlicher Aussicht aber auch sehr windig befindet sich unmittelbar vor der Abfahrt zur US191, es geht vom Highway weg und ein ganzes Stück einen Hügel hoch, bevor man zum Parkplatz kommt.
Die 191 ist richtig voll, man merkt, es wird Wochenende. Um 14 Uhr sind wir in Moab. Obwohl noch etwas zu früh können wir schon ins Best Western Canyonlands Inn einchecken.
Das BW liegt optimal, direkt im Zentrum von Moab, diagonal gegenüber von Eddie Mc Stiffs Bar. Die Zimmer sind sehr schön, gross mit vier Drucken von Tom Till Fotos.

Tom Till ist einer der bekanntesten Landschaftsfotografen in den USA und hat auch eine schöne Galerie in Moab. Wir relaxen etwas, packen unsere Taschen aus und fahren die 4 Meilen zurück zum Arches NP.

Als Erstes halten wir wie meistens am Visitor Center. Wir sehen uns einen Film an, der die Entstehung des Arches und Canyonlands NP erklärt, auch einige interessante Fakten und Filme, wie zum Beispiel vom Landscape Arch, von dem 1991 ein grosses Stück Fels abgebrochen ist und dies live von einem Besucher gefilmt wurde.
Einige Meilen weiter, vom La Sal Mountains Viewpoint, hat man einen ersten schönen Überblick über das Tal.

Wir überlegen, was wir hier heute noch ansehen sollen, wir haben ja noch einen ganzen weiteren Tag für den Arches eingeplant. Nächste Haltestation Balanced Rock. Hier führt ein kurzer Rundweg und den Fels, der so aussieht als würde er wirklich jeden Moment vorneüberkippen. Tat er Gott sei Dank nicht!


Blick vom Balanced Arch auf die Windows Section:
Da wir ja noch einmal in den Arches Park zurückkommen, entscheiden wir, heute die weiter entfernt liegenden Arches anzusehen, unter anderem auch das „Devils Garden“ Gebiet.
Der erste Halt unterwegs ist der Sand Dune Arch:

Nächster Stopp: Skyline Arch:

Schliesslich halten wir am Devils Garden Trailhead, von dem uns ein ca eine Meile langer Weg (one way) zum Landscape Arch bringt.

Auf dem Rückweg nach Moab halten wir dann doch auch noch am Delicate Arch. Der Weg hoch zum Delicate Arch ist lang und anstrengend. Wir fahren nur zum Lower Delicate Arch Viewpoint, von dem aus man den Arch in weiter Ferne sieht. Es ist aber schon ziemlich weit weg vom eigentlichen Arch, und so wirkt er von hier aus gesehen gar nicht so extrem beeindruckend.

Es ist nach 18 Uhr, a long day … Den Abend verbringen wir in der Moab Brewerie, etwas ausserhalb des Zentrums von Moab. Es ist nett hier, voll mit Deutschen, die scheinen alle Amerika Forum zu lesen, das ist die einzige Erklärung für uns, warum es hier so voll mit Touris ist (nicht falsch verstehen, es schmeckt super lecker hier, aber wie findet man zur Moab Brewerie, wenn man nicht schon darüber gelesen hat). Fotoapparat hatten wir am Abend leider vergessen.

8. Tag – Samstag, 19.05.2012 – Moab – Shafer Trail – Potash Road – Long Canyon Road – Moab

Schon wieder steht ein Höhepunkt  auf dem Programm, die Fahrt auf dem White Rim Trail (WRT) des Canyonlands NP. Lange hatte ich geplant, wie und wann wir den WRT fahren sollen, für die komplette Strecke soll man sich zwei Tage Zeit lassen und wir planten, eine Nacht im Auto zu übernachten. Das ganze wäre aber eine ziemlich Hetzerei gewesen, da die drei Nächte in Moab schon reserviert waren (zu einem Vorzugspreis wegen der drei Nächte) hätten wir einen Tag früher von Torrey abfahren müssen. Aber ich hatte schon mal ein Permit für die Übernachtung auf dem WRT organisiert und auch erhalten. Als ich später für die zweite Nacht in Austins Chuckwagon in Torrey doch noch ein Zimmer bekam, kamen die Pläne für die zwei Tage WRT wieder ins Wanken.  Ein paar Diskussionen im Tripadvisor Utah Forum und Tipps die ich von Leuten vor Ort bekam führten zur Entscheidung:
Der gesamte WRT ist für Auto/Jeepfahrer nicht optimal, das es eigentlich nur eine große Schaukelei ist, aber von der Strecke keine wirkliche Herausforderung.
Ich bekam den Vorschlag nur die Shafer Switchbacks zu fahren, weiter zum Horseshoe Overlook und bis zum Musselman Arch. Von dort aus wieder zurück und über die Potash Road vorbei an der Thelma und Louise Klippe zurück nach Moab. So wollten wir es machen, nur anstatt nach Moab zurück zu fahren, wollten wir über die Long Canyon Road (Dirt Road) wieder hoch zum Dead Horse State Park.
Die Fahrt war toll! Zuerst müssen wir zum Canyonlands National Park, ca 30 Meilen von Moab entfernt, dort dann ins Visitor Center und die Strecke abchecken.


Die wohl sehr neue Mitarbeiterin meinte, das Ganze sei gar kein Problem, und auch die Rückfahrt über die Long Canyon Road sei problemlos. Zurück ging es Richtung Parkeingang und dann ab auf den Shafer Trail. Der Ausblick ist grandios, aber die Straße ist breit, so dass auch Gegenverkehr kein Problem ist,  und auch die Switchbacks sind problemlos zu befahren. Natürlich war es ziemlich holprig.





Eine wunderbaren Aussicht auf den Colorado River hat man vom Horseshoe Overlook, an den man ein Stück nach der Abzweigung zur Potash Road kommt wenn man weiter dem WRT folgt.



Einige Meilen später kommt man zum Musselman Arch. Ich hatte einen Arch erwartet, dann man irgendwo in den Felsen sieht, aber was kam, war eine Felsbrücke über eine Schlucht, über die man laufen konnte. Breit, flach, ungefährlich, genial! Wir machten Unmengen an Fotos! Ich auf der Brücke, Göga auf der Brücke, Brücke von links, von vorne, von rechts!


Morgen geht es weiter mit dem Rückweg über die Potash Road nach Moab!

Am Musselman Arch drehen wir um, wir wollen den WRT ja nur bis hierher fahren, und holpern zurück bis zur Kreuzung und auf die Potash Road.


Geradeaus ginge es hier wieder den Shafer Trail hoch, wir biegen aber nach rechts ab, auf die Potash Road.
Eine klasse Fahrt, der Beifahrer muss sich gut festhalten, es schaukelt gewaltig, die Straße ist noch schlechter (also damit für uns ja eigentlich besser) als der WRT.
Alles festhalten, oben auf dem Dach!!
Und auch auf der Potash Road bieten sich einmalige Aussichtspunkte.


Hier irgendwo muss auch die Schlussszene von „Thelma und Louise“ gedreht worden sein. Also da, wo sie mit ihren schicken Cabriolet die Klippe hinabfliegen.
Die beiden haben sich also gewaltig geirrt, wie war der Dialog nochmal (so ungefähr): What is this? I guess this is the fu***** Grand Ganyon!
Nein Thelma, das ist Canyonlands !! Da aber wahrscheinlich auch die meisten Amerikaner Canyonlands nicht kennen, haben die halt anstatt dessen im Film Grand Canyon gesagt.
So, weiter geht es.

Eigenartig und völlig unpassend taucht plötzlich das strahlend blauen Becken der Pottaschegewinnung in der Wüstenlandschaft auf.

Wir nähern uns der Stadt Potash und suchen die Zufahrt zur Long Canyon Road. Leider ist der Zugang nicht ausgeschildert, alles was wir nahe der Stelle, wo wir die Abzweigung vermuten, finden ist der Parkplatz eines Trailheads. Wir fahren hinein und sehen die Dirt Road, die in Richtung Berge führt. Als wir einen entgegenkommenden Jeepfahrer fragen, ob dies die Long Canyon Road sei, bestätigt er uns dies, er meint jedoch es ist schwierig die Streck nach ober zu schaffen. Ein Stück mit tiefem weichen Sand ist kaum passierbar (von unten nach oben) und ein Trupp Jeepfahrer hängt dort oben fest. Wir beschließen, zumindest soweit zu fahren, bis wir nicht mehr weiterkommen.

Eine tolle Stelle ist dort, wo ein Felsblock quer über die Straße liegt und gerade noch genug Platz lässt, dass ein Auto darunter durch fahren kann.


Weit kann es nicht mehr sein, bis wir oben sind, und bisher gab es noch keine Probleme. Aber  schließlich sehen wir sie doch vor uns, am letzten Steilstück eine Gruppe mit Jeeps und Pickups, die das genannte Stück eben vor sich haben. Der größte Teil der Gruppe ist durch, nur 3 Jeeps stehen noch unten. Wir wollen es zumindest versuchen und um uns eventuell helfen zu können, lassen und die letzten Jeeps vorbei fahren. Vollgas und …… nichts. Wir bleiben hängen. Zurück und begab wieder heraus ist problemlos, nur bergauf geht es nicht, der Sand ist einfach zu tief und zu weich und unser Auto ist halt nur ein Mietwagen, der dafür nicht geeignet ist.
Die Stelle sieht im Bild nicht so steil aus, wie sie war, und der Sand auch nicht so tief, aber ohne Untersetzungsgetriebe war hier nichts zu machen.

Da wie genau diesen Mietwagen auch nicht ruinieren wollen, lassen wir es bei drei Fehlversuchen. Wir drehen um und fahren den Berg wieder nach unten. Bei einem herrlichen Aussichtspunkt halten wir an, um Mittagspause zu machen.


Wir beschliessen es damit für heute zu lassen. Wir fahren zurück nach Moab, den Nachmittag in Ruhe durch die Stadt schlendern, gefahren sind wir genug. Es ist eine herrliche Strecke, den Fluss entlang zurück nach Moab. Auf der rechten Seite der Fluss, mit Booten und Stränden und auf der linken Seite Campingplätze und Kletterwände an denen immer wieder kleine Gruppen stehen, die versuchen die Wand zu erklimmen.
Der Nachmittag in Moab ist sehr relaxed, ich bin fasziniert: Fast jedes Auto oder Pickup hat einen Anhänger, auf dem es Minijeeps, Moto Cross Motoräder, Mountainbikes oder ein Boot transportiert. Hier könnte ich es auch für eine Weile aushalten. Sogar LKW haben hier Anhänger


Relaxed geht es heute abend weiter, wir suchen uns in Tripadvisor aus, wo es zum Essen hingehen soll. Ich bin für Eddie Mc Stiffs, GöGa ist für Blue Pig BBQ. Damit gehen wir heute ins Blaue Schwein und werden morgen Eddie einen Besuch abstatten.
Das Blue Pig ist ein Low Country BBQ mit Life Musik. Da wir ja mal für 6 Monate in Charleston gelebt haben, gefällt und schmeckt es uns natürlich sehr gut. Essen nach dem Motto: We fry everything!
Vorspeise: Frittierte Bohnen (mit leckerem Baba Black Lager Bier)
Ribs:
Frittierte irgenwas Bällchen:
Lifemusik:
Da es mittlerweile dunkel ist (wie man na den Fotos bemerkt) bezahlen wir und fahren nochmal die 4 Meilen zum Aches Park, Sterne fotografieren.
22 Uhr, Arches Park, Balanced Rock:


Morgen geht es weiter …

 

9. Tag – Sonntag, 20.05.2012 – Moab – Arches NP – Dead Horse Point State park – Canyonlands NP – Moab

Tag 9 schon, aber wir haben auch eine Menge erlebt bislang und ’ne Menge Staub geschluckt.
Heute ist unser letzter Tag in Moab, also müssen wir all das erledigen, wozu wir an der ersten beiden Tagen nicht gekommen sind. Dazu kommt noch die Sonnenfinsternis, die wir uns am späten Nachmittag im Canyonlands NP ansehen wollen.
Also beginnen wir den Tag im Arches NP mit der Window Section. Nach dem Frühstück im Best Western, für mich die selbst gebackenen Waffeln mit Banane und Joghurt (lecker und gibt Kraft für den Tag!), fahren wir gleich zum Arches NP.



Es ist noch früh und der Parkplatz ist leer als wir an der Windows Section ankommen.

Wir gehen die Runde hoch zum Turrot Arch.


Weiter gehts um das South Window herum und umgehen auf dem nicht geteerten Weg (primitive loop trail) die Windows von hinten.


Da wir nach dieser Runde schon fast wieder unten am Parkplatz sind gehen wir weiter zum Double Arch und verschieben die Front Ansicht des North Windows auf später. Der Double Arch ist klasse, man kann in die Felsen hineinklettern und hat von dort einen herrlichen Ausblick auf die anderen Arches.


Es wird Zeit zurückzugehen zu den Windows aber ich habe mir mittlerweile in Kopf gesetzt, dass ich den Delicate Arch doch noch anschauen will. Nicht nur von weitem, wie zwei Tage zuvor, sondern hochgehen zum Arch. Ich brauche etwas an Überzeugung, aber da die GöGa sogar hoch zum Scouts Lookout (Zion NP – Angels Landing) mitgegangen ist, kann ich auch diesmal den Delicate Arch durchdrücken. Also ab ins Auto und hin, damit es nicht zu spät wird.
Hier noch zwei Fotos vom Weg zum Parkplatz aus gemacht:


Der Aufstieg zum Delicate Arch zieht sich gewaltig.

Ich meine, für jemanden, der trainiert ist, wahrscheinlich kein Problem, aber für uns ist die Strecke schon ziemlich anstrengend, zumal wieder gut 30 Grad Außentemperatur ist. Aber, der Anblick des Delicate Arch aus der Nähe entschädigt für alles, man muss davor stehen, um zu verstehen, warum dieser gewählt wurde für das Nummernschild Utahs. Es ist einfach imposant, wie er freistehend auf dem Fels ragt.


Meine persönliche Einstufung der Must-See Arches (im Arches NP): 1. Delicate Arch 2. Double Arch 3. Landscape Arch
Zurück geht es zum Parkplatz, ein kleiner Umweg auf dem Rückweg führt uns noch an Felszeichnungen vorbei – ganz nett.

Nun, da wir den Delicate Arch gesehen haben, können wir weiter zum Dead Horse State Park.

 

3 Gedanken zu „Auf Dirt Roads durch den Südwesten – Mai 2012

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