3 Wochen Colorado, Wyoming und South Dakota – Mai 2011

Freitag 06.05. und Samstag 07.05.: Los geht’s!

Um 15 Uhr hetze ich aus dem Buero, wie immer muss ich am Abflugtag noch arbeiten. Wie gestern erst festgestellt können wir nun für relativ vernünftiges Geld den Wagen in Sao Paulo am Flughafen im Cesar Palace Parken. Die haben Shuttle Service zu den Gates und sind viel billiger als das Auto auf dem Flughafen Parkplatz zu lassen. Geschafft. Kein Problem bei Continental einzuchecken, wir haben ja auch kaum Gepäck, mal sehen wie es auf dem Rückflug wird. Das Boarding sollte eigentlich um 20:00 Uhr beginnen, aber es tut sich nichts. Dann kommt doch eine Durchsage: Die Crew steckt im Verkehr in Sao Paulo fest und wird sich um ca. 10 min verspäten. Wer Sao Paulo kennt, kann sich vorstellen, dass die 10 Minuten auch 2 Stunden werden können. Naja, 30 Minuten später trudeln die Damen und Herren ein und nach einem Blitzboarding fliegen wir nur mit 10 Minuten Verspätung ab. Schlappe 10 Stunden später landen wir in Houston TX. Hier ist es nun 5:20 morgens local time und wir haben gute 2 Stunden Zeit für Immigration und um das Gate zu wechseln. Es ist auch noch nicht viel los um diese Uhrzeit an der Immigration, nur ein Flieger aus Rio ist wohl schon vor uns gelandet. Es sind aber nur wenig Schalter besetzt, ich stoppe die Abfertigungsdauer: 10 Minuten ca. pro Person und gedanklich stelle ich mich schon auf einen nächsten Flieger ein. Dann sind wir an der Reihe: Als Adresse in den USA reicht dem Herrn Beamten das Old Faithful Inn, Yellowstone NP nicht aus, die einzige Adresse, die wir gebucht haben. Wir zeigen ihm den Voucher und nach einigem unfreundlichem Grummel notiert er die PO Box selbst auf dem Zollzettel. Noch ein paar Fingerabdrücke und Fotos später und wir dürfen rein. Herzlichen Dank. So noch 30 Minuten um den Anschlussflug nach Denver zu erwischen. Kein Problem, oder? Wie hatten den Security Check der USA vergessen. Koffer aufs Fließband, nein, nicht in eine Wanne. Schuhe ausziehen, Gürtel runter, Hose festhalten und durch die Kontrolle. Gürtel ran, rein in die Schuhe und im Eilschritt zum Gate … und rein ins Flugzeug. Planmäßig landen wir um 9:00 Uhr in Denver, alles kein Problem.

Wir kommen aus dem Flughafengebäude und vor uns erstrahlen mir schneebedeckten Gipfeln die Rocky Mountains. Ein tolles Bild. Seit mehr als 10 Jahren waren wir nicht mehr hier in den USA aber wir fühlen uns gleich wieder wie zu Hause.
Der Shuttlebus bringt uns zu National, Auto aussuchen: Nein, wir wollen keinen (kostenpflichtigen) Upgrade auf eine höhere Klasse, nein Roadside Security auch nicht. Hier geht’s zur Choiceline, danke! Die Choiceline (Midsize SUV) steht voll mit Jeeps, einem Toyota RAV4, einem Hyundai Santa Fe. Wir wollen den Jeep, USA wir kommen!
Als erstes das Navi programmieren, mautpflichtige Autobahnen weglassen, und ab in Richtung Castle Rock, Outlet Center, Shopping  total! Bevor es zum shoppen geht, ist erst mal Frühstück angesagt: IHOP und leckerste Blueberry pancakes (mit erschreckend dünnem US Kaffee, hatte ich alles schon wieder vergessen)!

Frisch gestärkt sind wir nun auch bereit zum Einkaufen. Die Castle Rock Mall war die erste und eine der besten der vielen Malls in diesem Urlaub. Tommy Hilfiger, Adidas, Columbia, Timberland haben Kontakt zu meiner Kreditkarte hergestellt.

Von Castle Rock geht es weiter bis Colorado Springs. Genug für den ersten Tag!
Aber bevor wir ein Motel suchen gehen, müssen wir erst noch zu Wal Mart und Best Buy. Lebensmittelvorräte aufstocken und bei Best Buy noch ein Notebook und eine kleine Canon Schnappschusskamera besorgt, nun sind wir ausgerüstet für 3 Wochen USA.
Endlich ins Motel. Wir suchen das Holiday Inn Express, sehen aber gleich nebenan das netter aussehende Holiday Inn. Preis ist ok, und wir sind k.o., also einchecken und die Beine ausstrecken.

Am Abend gibt es nur noch etwas Mexican Food und Bier in den ins Holiday integrierten „Sporting News“ Sportsbar.

Gefahrene Meilen: 104 Übernachtung: Holiday Inn, Colorado Springs

Sonntag, 08.05.: Durch die Berge …
Relativ früh gegen 6 Uhr geht es los, Frühstück gibt es noch nicht so beschließen wir, dass ein Kaffee to go unterwegs auch reichen muss. Wir wollen heute noch bis zum Black Canyon oft he Gunnison und zwar nach Ratschlägen von diversen Foren durch die Berge. Zunächst auf der US24 in Richtung Woodland Park, wo es schließlich bei McD den coffee to go gibt. Weiter geht es über Florissant, bereits 8.200 Fuß über NN.




Auf der US285 über den Wilkerson Pass (Visitor center closed for the season) und durch den San Isabel National Forest in Richtung US50. Faszinierende Landschaften, schneebedeckte Berge, aber leider alles noch etwas kahl. Um 10 Uhr, bereits auf der US50 erreichen wir den Monarch Crest auf 11.312 Fuß.
Der kleine Store auf der Passhöhe liegt noch unter einer meterdicken Schneeschicht vergraben, hat aber trotzdem offen und ein paar T-Shirts wechseln den Besitzer.

Durch sagenhafte Landschaften geht es weiter entlang der US50.
Schon bald weicht die Winterlandschaft einem Flussdelta und  wir kommen an die ersten Ausläufer des Black Canyon of the Gunnison. Die Temperaturen sind mittlerweile auch angenehm um die 25 Grad. Die Strategie, von Denver erst mal nach Süden zu fahren, um dem Winter noch etwas zu entkommen, hat sich zunächst ausbezahlt. Um ca. 13:00 Uhr sind wir am ersten Nationalpark unseres Urlaubs, dem Black Canyon of the Gunnison: Die 80$ für den Nationalparkpass sind gut investiert, wir haben noch mindestens vier weitere Parks vor uns. Und obwohl der Black Canyon für uns ja wegen der Schneelage im Rocky Mountains Park nur ein Art Ersatz war, ist er überwältigend! Wir haben die Fahrt entlang des South Rim geplant, hier ist die bessere Infrastruktur und der Zugang liegt näher an den nächsten Motels.





Wir beschließen, die Nacht in Montrose zu bleiben. Das Econolodge liegt gleich am Ortseingang, ist sauber und günstig. Anschließend noch zum Walmart, Vorräte aufstocken: 18 Dosen Miller Genuine Draft werden geschickt zwischen Heckklappe und Koffer verstaut und das Überleben der ersten Tage ist schon mal sichergestellt.
Gefahrene Meilen: 268 Übernachtung: Econolodge, Montrose

Montag, 09.05.: Black Canyon of the Gunnison North Rim, Colorado National Monument und Glenwood Springs


Auf geht’s zum Frühstück im Econolodge. Selbstgemachte (Waffelmasse ins Waffeleisen kippen und wenden!) Frühstückswaffeln mit Erdbeerjoghurt und Banane scheint eine Kombination zu sein, die sich in den USA erst noch durchsetzen muss, schmeckt aber super, ehrlich!
Frisch gestärkt treten wir den Weg an in Richtung North Rim (Black Canyon of the Gunnison NP). Erst geht es durch Montrose, Ein unscheinbares kleines Städtchen, aber mit nettem Ortskern. Diese kleinen Städte wirken oft, als ob die Zeit in den letzten hundert Jahren stehengeblieben wäre.

Von Montrose aus fahren wir auf der US50 bis Delta, wo wir in Richtung Crawford auf die US92 abbiegen. Die schwarzen Wolken werden bedrohlich und wir hoffen, noch vor dem Regen am Canyon zu sein. Ab Crawford sind es noch 10 Meilen gravel road, die uns natürlich von der bisherigen Strecken rein fahrtechnisch  am besten gefallen. Und weit und breit kein anderer Tourist in Sicht!

Und so erreichen wir den North Rim.

Deutlich weniger erschlossen, spektakuläre Aussichten und Canyonwände, die teilweise mehrere hundert Meter senkrecht nach unten gehen, so wie hier im Bild die Painted Wall, die mit 685 m die höchste Steilklippe Colorados ist. Seit zwei Millionen Jahren gräbt sich der Gunnison River hier durch die Gesteinsschichten, so Wikipedia. Die Aussicht ist mehr als spektakulär!

Nachdem wir alle Viewpoints durchhaben, ist Picknick-Zeit. Mehr oder weniger frische Bagles, Käse, Black Forest Ham und ein wunderbarer Ausblick. Der Himmel ist mittlerweile mehr als dunkelgrau und als wir auf die Sandstrasse zurück in Richtung Crawford abbiegen, bekommen wir auch schon die ersten Tropfen auf die Windschutzscheibe. Die Wolken kleben scheinbar nur Meter über der Straße und verdecken den Blick auf die schneebedeckten Berge, eine unwirkliche Situation. Minuten später prasselt ein Gewitter auf uns hernieder und wir sind froh, den Park noch ohne Regen, teilweise sogar sonnig gesehen zu haben.

Zurück geht es nach Delta und dann weiter die US50 entlang in Richtung Grand Junction, wo wir noch das Colorado National Monument ansehen wollen. Ich hatte vom Colorado National Monument bis dato noch gar nichts gehört, bis mir jemand den Tipp gab, wenn ich schon am Black Canyon sei, sollte ich auch das CNM besichtigen. Ein Reiterstandbild oder ähnliches vor Augen, habe ich mich bei durchs Weg gegoogelt und die Bilder waren beindruckend. Kein Reiterstandbild, sondern eine Sandsteingebirge erster Güte. Nun, in Realität fanden wir es noch besser: Der 23 Meilen lange Scenic Rim Rock Drive führt uns durch Schluchten und bizarre Sandsteinformationen, die gar nicht in diese Gegend passen, sondern eigentlich in Utah viel besser aufgehoben wären. Der gesamte Highway 50 geht durch immer häufiger werdende Tafelbergformationen bis man in Grand Junction plötzlich auf eine riesige Sandsteinwand blickt. „Sorry, wo geht’s hier zum Canyon?“ wäre vor der Navi-Zeit eine wohl notwendige, aber mitten in der Stadt auch merkwürdige Frage gewesen.


Wieder wird es dunkel, aber es ist noch nicht Nacht, der Regen hat uns wieder eingeholt. Es ist erst kurz nach 16 Uhr, somit wollen wir heute noch weiter bis Glenwood Springs.  Erst entkommen wir dem Regen, dann aber kurz vor Glenwood Springs hat er uns: Ein halber Weltuntergang, der in einem der schönsten Regenbogen endet, den man sich vorstellen kann! Ein kompletter Bogen, quer über den Highway!

Wir checken im Best Western Antler ein (ok, aber nichts besonderes) und machen uns auf zum Abendessen. Mit lecker Steak (Top Sirloin) für mich und Hirsch (Colorado Elk Sirloin) für meine bessere Hälfte beschließen wir in Juicy Lucy’s Steakhouse einen Tag an dem wir vier Jahreszeiten auf einmal hatten. Gut, vielleicht nur drei, geschneit hat es heute ausnahmsweise nicht.
Gefahrene Meilen: 291 Übernachtung: Best Western, Glenwood Springs

Dienstag, 10.05.: Shopping in Denver, Knifeskills in Boulder und ein Mini-Forumstreffen

Nach vielen Meilen gestern mit ebenso vielen Wundern der Natur gehen wir heute die Sache etwas langsamer an. Meine Beste hat gefunden, dass fast  auf unserer Route gelegen ein Skechers-Outlet liegt und so war das heutige Programm fast schon definiert. Die Interstate 70 fuehrt uns wieder durch das nun bereits bekannte Colorado River Tal, diesmal jedoch mit herrlichem Sonnenschein.

Etwa 60 Meilen und eine Stunde später, fangen wir an uns wieder in die Höhe zu schrauben. Vorbei an weltbekannten Skiorten wie Vail, später dann Beckenridge und Aspen geht es wieder in Schneegebiet.
Wie überall auf der Welt sehen Retortenskiorte im Sommer nicht gerade sehenswert aus, so dass wir gar keine Fotos davon haben, erstaunlich ist aber, dass Mitte Mai noch immer einige Skilifte in Betrieb waren und wir auf dem Pass wieder einmal 2-3 Meter hohe Schneewände am Fahrbahnrand hatten.
Zumindest auf der rechten Seite, der sonnenabgewandten Nordseite der Berge.

Auf 11.158 Fuß Höhe fahren wir in den Eisenhower – Edwin C. Johnson Memorial Tunnel, und von da 2,7 Kilometer lang  im Tunnel bergab. Eine komplett andere Landschaft ohne Schnee erwartet uns auf der anderen Seite des Tunnels.


Wiederum ca eine Stunde spaeter erreichen wir den Lookout mountain, wo das Buffalo Bill Museum und auch seine Grabstätte ist.
William F. Cody, genannt Buffalo Bill, wurde 1846 in Iowa geboren. Mit 11 Jahren bereits verließ er seine Familie, um als Kuhhirt zu arbeiten und mit 14 Jahren wurde er Reiter beim Pony Express (der vor allem durch die späteren Buffalo Bill Shows berühmt wurde). 1872 begann er die Buffalo Bill Shows in Chicago. 1887 kann „Buffalo Bill’s Wild West“ nach Gross Britannien, um vor der Queen zu spielen. 1917 starb William F. Cody in Denver, wo er auf eigenen Wunsch auf dem Lookout Mountain – mit Blick auf Denver und die Great Plains begraben wurde.


Wir fahren weiter nach Denver in die Colorado Mills Outlet Stores. Skechers Schuhe, Puma, Eddie Bauer und T-Mobile kennen nun auch meine Kreditkarten Nummer.
Am Nachmittag haben wir nur noch 40 Minuten nach Boulder. Wir checken ins Best Western ein, das wir am Morgen über Priceline reserviert hatten. Extrem praktisch, Priceline (und auch z.B. Expedia) gibt es als I-Phone bzw. I-POD App, mit der man in wenigen Sekunden alle Motels einer gesuchten Stadt aufgelistet bekommt, mit Bewertungen und online Reservierung. In den folgenden Tagen haben wir das noch hinreichend getestet. Bei Priceline kann man auch selbst aktiv Preise anbieten, eine Art Auktion, das haben wir selbst jedoch nie ausprobiert.
Den Nachmittag nutzen wir zum Spaziergang durch die Innenstadt von Boulder. Eine schöne Fußgängerzone und ein chinesischen Mittagshappen in Zoe MaMa’s Chinarestaurant bekommen wir noch unter, bevor wir zurück müssen. Che fan hang hao! 非常好吃




Meine bessere Hälfte zum Knifeskill Kurs in der Boulder Cooking School  und ich lasse mich vom Forumstippgeber Colorado1 abholen. Im Southern Sun Pub trinken wir ein Bierchen und warten bis die Messerschule vorbei ist. Den Rest des Abends quatschen wir, tauschen Colorado Tipps aus (relativ einseitig, Colorado1 hat eindeutig Informationsvorteile) Nochmal von hier aus Danke für die Tipps! Dann geht es zurück in Best Western, morgen steht uns wieder ein langer Reisetag mit ein paar Widrigkeiten bevor (was wir aber zudem Zeitpunkt noch nicht wussten)

Fast vergessen: Gefahrene Meilen: 186 Übernachtung: Best Western, Boulder

Mittwoch, 11.05.: Von Colorado nach Wyoming

Als wir am Morgen aufwachen und aus dem Fenster blicken, gibt es gleich eine nicht so schöne Überraschung. Der Regen vom Vortag hat mittlerweile in Schneeregen umgeschlagen und der Schneeanteil vermehrt sich stündlich. Wir gehen erst mal frühstücken, die üblichen Bagles und Waffles mit Dünnkaffee und Saft. Nicht super,  aber wenigstens eine Basis für die bevorstehende Fahrt.
Nach unserem Expertengespräch gestern Abend haben wir noch umgeplant. Anstatt bis Casper zu fahren, wollen wir heute gleich bis Lander. Das ist an einem Tag machbar, laut Google und Navi sind es ca. 6 Stunden.
Los geht es auf die Interstate25 in Richtung Cheyenne, in Fort Collins jedoch schlägt uns das Navi vor, anstatt auf der I25 zu bleiben, die US287 zu nehmen. Wir biegen ab, und folgen den Anweisungen, die Strecke scheint ja tatsächlich ein ganzes Eck abzukürzen. Der Schneeregen wird weiterhin stärker und geht immer mehr in Schnee über, je näher wir an die Medicine Bow Mountains kommen. Es sind kaum Autos auf der Straße und wenig später fahren wir auf schneebedeckter Fahrbahn. Sogar ein Schneepflug kommt uns entgegen! Ja, es ist tatsächlich der 11. Mai!


Nach ca. 60 Meilen auf der US287 biegen wir bei Laramie auf die Interstate80 ein, auch hier ist es mit dem Schnee nicht besser. Vor allem beim Überholen von Trucks ist die Sicht quasi gleich Null. 100 Meilen, die sich ewig ziehen. Es macht Spaß im Schneegestöber zu fahren, ist aber auch richtig anstrengend, die Interstate ist teilweise schneebedeckt, teilweise voller Schneematsch und wir kämpfen mit der zufrierenden Windschutzscheibe, die der bereits zugefrorene Scheibenwischer nicht mehr sauber bekommt. Auch die Antenne ist mittlerweile komplett mit Eis überzogen und wir befürchten schon, sie könnte jeden Moment abbrechen, so gefährlich wie sie sich im Wind biegt. Und doch haben wir Glück, am nächsten Tag wird diese Strecke vollständig gesperrt sein. Wir nähern uns Rawlins und die I80 kommt wieder in niedriger liegende Gegenden, der Schnee wird weniger, die Antenne taut ab ..
Mit wenig Benzin im Tank und Hunger erreichen wir Sinclair, von wo aus uns die US287 nach Lander bringen wird. Aber erst mal stoppen wir am Truckerstopp. Das Auto ist vollständig mit Schnee bedeckt: Erst mal Schnee und Eis abklopfen, dann tanken und in der Raststätte gibt es richtiges Truckerfood: Hackbraten mit undefinierbarer Soße und BBQ Pork Sandwich … BTW, die etwas abgenutzt aussehende Truckerkneipe hat sogar WIFI, so dass wir gleich beim Mittagessen über Priceline das Best Western in Lander buchen.

Das Auto ist frisch betankt und wir sind auch wieder fit. Somit geht es weiter in Richtung  Devil’s Gate. Das Devil’s Gate ist eine natürliche Felsformation, die einen wichtigen Wegmarker auf dem Oregon Trail festlegte. Es zeigte den Siedlern den Weg in Richtung Westen.  Wir wären als Siedler an diesem Tag hoffnungslos verloren gewesen, weit und breit kein Gate in Sicht.

Nur ca. 5 km weiter erreichen wir den Independence Rock. Der Independence Rock ist ein großer Granitfels, den die Siedler auf ihrem Weg nach Westen passieren mussten. Independence Rock deshalb, da sie den Ind. Rock bis zum maximal 4. Juli erreichen mussten (=Independence Day) um noch vor dem Wintereinbruch die Rocky Mountains überqueren zu können. An den Wänden des Ind. Rock finden sich nach wie vor Gravuren, die von den vorbeiziehenden Siedlern in den Fels geritzt wurden.

Etwa zwei Stunden später kommen wir wieder zurück und, siehe da, wir finden das Devil’s Gate.

Die verbleibende Stunde bis Lander verläuft problemlos. Lander ist eine kleine Stadt, Eingangstor zum Grand Teton und Yellowstone NP mit lediglich ca. 7.000 Einwohnern. Das Best Western liegt gleich am Ortseingang und sieht genial aus, wie ein Komplex aus Blockhütten, aber toll in Schuss.

Ich bin platt vom Autofahren und verfroren, so dass ich als erstes  einheize. Gott sei Dank reagiert die Klimaanlage schnell und es ist schon bald mollig warm im Zimmer. Meine Göttergattin schnappt sich den Wagen und versucht, einen Steckdosenadapter fürs Handy zu finden, ich bleibe lieber im Zimmer, taue  auf, organisiere unsere bisherigen Fotos und suche ein Restaurant fürs Abendessen.
Ich werde bei Tripadvisor fündig: Asian Cuisine. Versteckt in einen ziemlich alten Haus kocht dort ein junges Paar munter drauf los, was sie wohl auf ihren Asientripps gelernt haben. Ein Geheimtipp mitten in Wyomings Farmland. Oder wie beschreibt es die letzte Review in Tripadvisor: „I saw All five star reviews for this Asian restaurant in the middle of Wyoming cow country. But everyone was right on with their reviews.“ 🙂 Es gab Massaman Curry für meine bessere Hälfte und Fisch mit Gemüse auf einem Bananenblatt für mich, super lecker (wenn auch scharf)!!

Gefahrene Meilen: 383 Übernachtung: Best Western, Lander

Donnerstag, 12.05.: Von Lander nach Jackson, Grand Teton NP

Gut ausgeschlafen geht es auf zum Frühstück. Beim Best Western in Lander ist das Breakfast nicht eingeschlossen, wir haben aber 2×5$ Voucher bekommen, die von der Endrechnung abgezogen werden. Erst waren wir nicht begeistert, war aber eigentlich gar nicht so schlecht, denn wir konnten a la carte bestellen: Blueberry Pancakes, O-Saft, Kaffee (der wird nicht besser …), lecker!
Schnell packen wir den Jeep, denn heute steht ein Highlight auf der Liste, es geht zum Grand Teton NP. Um dorthin zu kommen müssen wir zunächst über den Togwotee Pass und nach den gestrigen Erfahrungen haben wir Bedenken wegen der Schneelage. Man hat uns aber schon gestern Abend gesagt, es gäbe kein Problem, der Pass ist frei – war er auch. Und so geht es zum x-ten Mal in diesem Urlaub von einer schneefreien Basis (Lander: 1633 m über NN) hoch in die Berge, bis auf 2944 m über NN (Togwotee Pass), um genau zu sein.
Die ersten Blicke auf das Gebirgsmassiv sind überwältigend. Die Passtrasse zieht sich nach oben, links und rechts türmen sich die Schneemassen auf, strahlender Sonnenschein und dann dieser Ausblick:


Kurz hinter Moran Junction teilt sich die Straße: Nach Süden in den Grand Teton NP und zum Jenny Lake, nach Norden zum Yellowstone South Entrance. Wir fragen nach und haben Glück: Wie geplant wird trotz der Schneemassen morgen, am 13. Mai,  der Yellowstone Südeingang geöffnet, wir können also heute den Grand Teton genießen und morgen ohne Umweg in den Yellowstone Park fahren.
Bester Laune und bei sonnigem Wetter passieren wir das Gate des Grand Teton NP. Erster Halt ist am Snake River kurz nach dem Parkeingang in Richtung Jackson Lake. Das Panorama der Teton Range ist einfach toll!

Wenige Meilen später biegen wir nach Süden in die Teton Park Road ein und überqueren den Snake River auf dem Jackson Lake Dam. Hier sind schon die ersten Fotografen mit Stativ ausgerüstet. Der Jackson Lake ist halb zugefroren und im nicht gefrorenen Teil spiegeln sich die Spitzen der Grand Teton Range.

Weiter geht unsere Fahrt  auf der Jenny Lake Road in Richtung Jenny Lake. Eigentlich wollte ich mir die Jenny Lake Lodge ansehen; wir konnten keine Übernachtung dort buchen, da noch nicht für Gäste geöffnet war. Ich weiß mittlerweile warum, die Zufahrt zur Lodge war mit ca. 3 Meter hohen Schneemassen blockiert. Ok, dann versuchen wir es mit dem Jenny Lake Trail, wir wollten ja wandern: Einem Labyrinth gleich fuhren wir mit den Jeep die Wege entlang, links und rechts ca. 2 Meter hohe Schneewände. Ein paar Abenteuerlustige (oder einfach besser Präparierte) machten sich mit Schneeschuhen und Schneemobilen auf den Wanderweg. Der Parkplatz am Jenny Lake war freigeräumt und so konnten wir mit Panoramablick im Auto picknicken. Der Jenny Lake ist komplett zugefroren.

Als wir am Jenny Lake Visitor Center ankommen, ein ähnliches Bild. Mit Schneefräsen und Schaufeln versuchen Mitarbeiter, das VC freizuräumen, Eröffnungstag: Morgen! Durch Tiefschnee stapfen wir zu den Toiletten, ich kämpfe mich weiter vor bis zur Bootsanlegestelle am Jenny Lake, ein paarmal sinke ich bis zur Hüfte im Schnee ein.  Das mit dem Wandern wird wohl nicht so gut klappen in diesem Urlaub Als Ausgleich dafür: kaum Touristen unterwegs und herrliche Blicke auf die schneebedeckten Gipfel des Grand Teton Massivs. Wir hangeln uns am Jenny Lake Scenic Drive entlang und geniessen die Aussichtspunkte.
Ein Bild einzigartiger Harmonie mit der Natur zeigt sich dem Besucher der Chapel of the Transfiguration. Die kleine aus Holz gebaute Kapelle liegt einfach wunderschön, das Altarbild: Ein Fenster, das den Blick auf das Grand Teton Gebirge freigibt. Man fühlt sich ganz klein, wenn man in dieser Kapelle sitzt, ein wunderbarer Ort, um einfach zu sitzen und nachzudenken – oder an gar nichts denken und einfach die Schönheit genießen.


Nächster Halt: Menor’s Ferry. Bill Menor kam 1894 nach Jackson Hole, wo er die Fähre über den Snake River erbaute. Menors Fähre war bis 1927 der Hauptübergang über den Snake River, dann wurde sie durch den Bau einer Stahlbrücke überflüssig. 50 cent kostete damals die Überfahrt für einen Planwagen mit Besatzung, 25 cent für Reiter und Pferd.

Ein architektonischer Leckerbissen findet sich am Südeingang des Parks: Das Craig Thomas Discovery and Visitor Center. Eröffnet in 2007 und entworfen von Bohlin Cywinski Jackson ist es nicht nur ein beindruckender Prachtbau, sondern beinhaltet auch hervorragende Ausstellungen, einen Kinosaal mit den üblichen Vorführungen zum Park sowie einen VC Shop und Toiletten (diesmal auch ohne Kampf durch den Schnee erreichbar). Gleich außerhalb des VC sehen wir ein stehendes Auto auf der Brücke über den Snake River und finden auch gleich heraus, warum: Direkt neben der Brücke steht ein Elch am Waldrand und grast. Wir sehen ein wenig zu, machen Fotos, und denken, Elche werden wir noch jede Menge sehen. Wenn wir gewusst hätten, dass wir zwar in den nächsten Tagen noch Elche sehen werden, aber nie wieder aus so naher Entfernung hätten wir dort wohl länger verbracht.

Wir folgen der Route, die uns der Ranger empfohlen hat, um mehr Tiere vor die Linse zu bekommen. Zunächst an der Mormonen Siedlung vorbei, was für ein Ausblick!

Am späten Nachmittag checken wir in Jackson im Cowboy Village Resort ein, ebenfalls gebucht über Priceline. Eigentlich ganz nett, einzelne kleine Blockhütten und relativ nah am Zentrum von Jackson. Da es noch hell ist, machen wir uns auf den Weg, Jackson und Umgebung vor dem Abendessen noch ein wenig zu erkunden. Zunächst fahren wir, dem Tipp eines Rangers im Visitor Center folgend,  auf der Elk Refugee Road, in der Hoffnung noch ein paar Hirsche zu sehen. Was wir zu sehen bekommen ist eine Herde Bergziegen und ein Bison (!), der wahrscheinlich aus der benachbarten Ranch irgendwie entkommen ist, und nun entlang des Zaunes nicht mehr nach Hause findet. Immerhin, unser erster Bison.
Zurück in Jackson suchen wir uns einen Parkplatz im Zentrum und schlendern ein wenig durch die Stadt. Eine der Attraktionen der Stadt sind die 4 aus Hirschgeweihen gemachten Bögen an den Ecken des Startplatzes.

Es ist mittlerweile nach 18 Uhr, die meisten Geschäfte sind bereits geschlossen. Die Skisaison ist allmählich vorbei, die Sommersaison hat noch nicht richtig begonnen und das merkt man. Ich bin mir nach wie vor nicht klar darüber, was mir lieber ist. Nebensaison mit teilweise verwaisten Städten oder die überlaufene Hochsaison. In den Parks ist das keine Frage, wir sind froh, dass relativ wenig los ist. Ich habe langsam Sorgen, dass uns die Restaurants zusperren und so dränge ich auf baldige Lokalsuche. In der Straße vor uns sehen wir das Teton Steakhouse und es sieht nett und einigermaßen voll aus. Ich hatte zwar zuvor im Internet bei Tripadvisor andere Steakhäuser rausgesucht, aber die liegen halt nicht direkt ums Eck und somit gehen wir ins Teton. War nicht so toll, man musste beim Eingang das Essen bestellen, es gab ein Salatbuffet in der Mitte des Speisesaales und das Ambiente war auch so lala. Mehr für Reisebusse und amerikanische Rentnergruppen, das Ganze war dazu nicht mal billig, ganz im Gegenteil. Ich hätte mal wieder doch den Tripadvisor Tipps folgen und nicht nur dem Hunger erliegend das nächstbeste Steakhouse nehmen sollen.
Da es nach dem Essen noch früh ist und gerade anfängt zu dämmern wollen wir nochmal eine Runde fahren. Im der Dämmerung ist die beste Zeit, um Tiere zu beobachten, wenn auch nicht zu fotografieren. Und tatsächlich sehen wir jede Menge Hirsche und im Mondschein vereinzelte Elche. Da zahlt es sich aus, dass wir ein gutes Fernglas dabeihaben, mit bloßem Auge ist es fast zu dunkel, um die Elche zu sehen, mit Fernglas ist es kein Problem. Die Runde wurde nochmal fast 50 km und als wir ins Cowboy Village zurückkommen, ist es bereits stockdunkel.
Ich hätte noch hunderte Bilder, die Auswahl ist so schwer …

Gefahrene Meilen: 228 Übernachtung: Cowboy Village Resort, Jackson

Ich bin jetzt schon verzweifelt, nachdem ich eine Foto-Vorauswahl getroffen habe, vielleicht komme ich heute nicht durch (mit dem ersten Tag Yellowstone), ich fange mal an …

13.05. Grand Teton NP und Yellowstone NP

Da wir am Donnerstag hinreichend Zeit hatten, den Grand Teton zu besichtigen und die Wanderwege noch komplett zugeschneit waren, machen wir uns auf den Weg in Richtung Yellowstone. Die an der US89 liegenden Viewpoints nehmen wir natürlich nochmal mit. Herrliche Ausblicke gab es wiederum am Rande des Snake River und auch die von der Cunningham Cabin. John Cunnhinham hat diese Ranch Ende des 18. Jahrhunderts gebaut, als er als Trapper in Jackson Hole lebte. Ein kurzer Wanderweg (schneefrei!) führt von der US89 zur Cunninham Cabin, die mittlerweile von Prariedogs komplett übernommen ist.


Am späten Vormittag verlassen wir den Grand Teton NP, die Parkschilder sind hier wieder tief verschneit, und werden durch den Südeingang in den Yellowstone Park gelassen. Ein Blick zurück in den Grand Teton und nach vorne in den Yellowstone:


Noch sind nicht alle Straßen im Park frei, so sind z.B. der Ostausgang ab Fishing Bridge gesperrt und auch die Strecke zwischen Tower Falls und Canyon Village. Gleich die ersten Kilometer nach dem Parkeingang führen uns wieder durch meterhohe Schneewände. Herrliche Bilder sehen wir entlang des verschneiten und noch zugefrorenen Lewis Lake und der Lewis Falls.



Als erstes erreichen wir das West Thumb Geyser Basin, eines der kleineren Geysir Becken im Yellowstone Park, direkt am Lake Yellowstone gelegen.
Die Zufahrt zum West Thumb Geyser Basin wurde wie auch der Südeingang erst heute geöffnet. Die Wege, die durch das Becken zwischen den Geysiren verlaufen sind teilweise noch mit Schnee überhäuft. Etwas Enttäuschung macht sich breit, wenn das nun so im gesamten Park ist? Wir kämpfen uns über die Stege, teilweise am Rand der Schneeberge entlang (ca. 10-20 cm schneefreier Steg) oder oben auf den Schneehaufen.

Aber die Geysire sind super, vor allem auch, weil es die ersten sind, die wir zu sehen bekommen. Nach ein paar Minuten macht uns eine entgegenkommende Besucherin auf Bärenspuren direkt neben dem Steg aufmerksam und tatsächlich: Ganz klar sind im Boden die Bärentatzenabdrücke zu erkennen.


Leider können wir die Runde nicht komplett laufen, es liegt einfach zu viel Schnee auf den Stegen und somit machen wir uns auf den Weg zum Old Faithful Inn.

Als wir am Yellowstone ankommen, sehen wir einen großen (relativ) Ansturm in Richtung Old Faithful Geysir. Grübel? Dann dürfte er wohl bald ausbrechen. Wir folgen der Meute (typisches Lemmingverhalten) und als wir ankommen, dampft er schon. Wir müssen keine fünf Minuten warten bis der Old Faithful ausbricht. Sowas nenne ich timing!

Nach einem Mittagessen ind der Snow Lodge geth es weiter, zuerst zum Black Sand Basin:
Cliff Geysir:
Rainbow Pool:
Emerald Pool:
Dann zum Biscuit Basin:




Weiter in Richtung Norden zum Midway Geysir Basin:

Am Grand Prismatic Spring geht gerade ein Bison seine Runde, quer durch den Pool, vorbei an allen Leuten und ueber den Steg:




Lower Geyser Basin:




Dann ging es wieder zum Old Faithful zum check in.

Immer noch der 13. Mai …
Vor den Gibson Falls halten wir noch an, um eine Runde zu laufen, aber schon auf den ersten Metern sehen wir ein halb abgenagtes Bisonskelett neben dem Pfad liegen. Also, sieht irgendwie noch relativ frisch aus (Den Fliegen nach zu urteilen). Wir gehen eine relativ kurze Runde, so richtig wohl ist uns nicht bei dem Gefühl, ein Bär könnte gleich ums Eck biegen.

Da wir morgen die Runde gegen den Uhrzeigersinn machen und heute Abend noch die Geysire in der Old Faithful Gegend anschauen wollen, ist es an der Zeit umzukehren. Kurz hinter Madison blockiert eine ganze Herde der noch lebenden Bisonkollegen die Straße:

Gegen 18:00 Uhr kommen wir im Old Faithful Inn an und checken ein. Erst mal bekommen wir erklärt, dass Geyserside noch lange nicht Geyserview bedeutet, dann wir uns mitgeteilt, dass wir fürs Abendessen besser reservieren sollten, aber vor 20:30 wird das nichts mehr. Wir wollen sowieso nicht früher, somit passt das für uns. Das Old Faithful Inn ist von der Lage und Architektur toll, der Service, naja. Die haben’s halt nicht nötig. Das Essen im Restaurant des Old Faithful war ganz ok, keine besonders große Auswahl, aber der Buffaloburger war lecker.

Und somit machen wir uns nochmals auf den Weg, Old Faithful bricht gerade mal wieder aus, und dann gehen wir die große Geysir-Runde bis zum Morning Glory Pool:






Gefahrene Meilen:145 Übernachtung: Old Faithful Inn, Yellowstone Park

Samstag, 14.05.: Wir fahren die 6

Eigentlich wollten wir ja heute die große 8 im Yellowstone Park fahren, die Strecke zwischen Tower Fall und Canyon Village ist aber nach wie vor gesperrt, also wird die 8 in eine 6 umgeändert.

Wir machen uns Kaffee auf dem Zimmer, und gegen 8 Uhr morgens geht es los. Zunächst in Richtung West Thumb, wo wir gestern hergekommen waren, und schon wird der Schnee entlang der Straße wieder mehr.

Es geht weiter entlang des Yellowstone Lakes in Richtung Lake Village, Geysirfelder im Vordergrund, der zugefrorene Lake Yellowstone dahinter.

Kurz vor Lake Village dann ein Menschenauflauf an einer Brücke. Ein Grizzlybär! In einer Waldlichtung, ca. 200 Meter entfernt steht eine Grizzlymutter mit ihrem Jungen im Schnee. Die ersten Bären und gleich eine Mutter mit Jungem!

und zooommmm …

Nachdem sich die Bären wieder in den Wald verziehen, geht es auch für uns weiter. Es ist erstaunlich, wie die Fotografenmeute so schnell erfährt, wo Bären zu sehen sind. Wenn wir in den nächsten Tagen wieder auf Bären stoßen werden, sind immer schon mindestens 10 Fotografen vor Ort, mit Teleobjektiven, so groß wie Kanonenrohre. Stehen die untereinander per Handy in Verbindung und geben jede Bärensichtung sofort weiter? Oder wissen die, wo die Bären ihren Bau haben? Wer mir weiterhelfen kann, bitte melden, wir haben echt gerätselt, wie das möglich ist. (Das ist gar nicht negativ gemeint, ich bin nur neugierig) Nun ja, wie schon geschrieben geht es für uns weiter in Richtung „Mud Volcano“. Leider ist der Zugang zum Mud Volcano gesperrt, warum? Bärengefahr!

Gegenüber liegt der Sulphur Caldron, auch ein Schlamm werfendes Loch, dazu noch mit entsprechendem Schwefelgeruch, beindruckend!

Weiter geht es für uns in Richtung „Lower and Upper Falls“

Fast schon am Ende der 6, beim Floating Island Lake, dann der zweite Bär für heute. Dieser ist aber weit weg, auf der anderen Seite des Tales. Ein Schwarzbär.

Nach einem späten Mittagessen beim Petriefied Tree treten wir den Rückweg an, wir können ja die 8 nicht durchfahren. Bei den Mammoth Hot Springs halten wir, um die Anlage zu besichtigen.
Nach kurzem Marsch stellen wir fest, dass der Weg bis ganz nach oben nicht Göttergattin (GG)-tauglich ist. Also beschließen wir kurzerhand: Ich laufe nach oben, GG fährt nach oben, dann tauschen wir oben die Autoschlüssel und machen das ganze umgekehrt.
Da ich nicht ahnte wie hoch das Ding ist, habe ich gesagt, in 15 Minuten sei ich oben, wenn es nicht bis ganz oben geht, treffen wir uns unten am Parkplatz. Als ich merkte, wie weit bis ganz oben ich trabte ich im Laufschritt hinauf, um die Übergabe nicht zu verpassen.  Dann mit dem Auto nach unten. Als nach 15 Minuten immer noch keine GG  in Sicht war, mache ich mich auf zum zweiten Anstieg.
Kurzum, ich bin zweimal bis oben gelaufen, naja, ich muss sowieso abnehmen. Hat sich aber gelohnt, der Ausblick ist fantastisch:






Als ich fast oben bin höre ich schon die Rufe: Schnell, ein Bär! Zum zweiten Mal hechle ich hoch, der Bär war zwar unten (wir also mit dem Auto wieder nach unten), es hat sich aber allemal gelohnt, Meister Petz, wieder ein Schwarzbär, direkt neben der Straße.




Drei Bären an einem Tag! Das war ein guter Tag!

Sonntag, 15.05.:  Roaring Mountain, Norris Geyser Basin und West Yellowstone

Gestern hatten wir ja fast die komplette Runde gemacht, den Roaring Mountain und das Norris Basin jedoch übersprungen. Das wollen wir heute noch gemütlich ansehen und dann noch nach West Yellowstone ins  „Grizzly and Wolf Discovery Center“.

Auf dem Weg in Richtung Roaring Mountain halten wir Ausschau nach Bibern. Gestern sahen wir etwas nördlich davon am Fluss einige angenagte Bäume, somit sind wir uns sicher, dass Biber hier sein müssen und tatsächlich sehe ich am Rande des Twin Lakes etwas schwimmen, das ein Biber sein könnte. Auto anhalten, raus und suchen!


Und hier ist auch die Stelle, an der wir seine Spuren am Vortag gefunden hatten:

Ein kurzes Stück weiter ist der „Roaring Mountain“. Wenn man ganz still ist hört man deutlich das Grummeln und Summen des Berges, die Luft, die sich durch die Luftlöcher drückt erzeugt ganz unheimliche Geräusche, und das den ganzen Berghang entlang!


So, nun geht es wieder zurück, das Gebiet weiter nördlich hatten wir ja gestern schon gesehen. Wir drehen um, halten am Norris Geyser Basin. Das Norris Geyser Basin ist eines der größten Geysirfelder in Yellowstone NP und  teilt sich in zwei Bereiche, das  Porcelain Basin und das Back Basin.
Wir beginnen die Tour mit dem Back Basin. Der größte aktive Geysir weltweit findet sich hier im Back Basin, der Steamboat Geyser. Mit bis zu 90 Metern hoch schießt er seine Fontäne auch über die Zuschauer hinweg. Leider sind die Eruptionen des Steamboat Geyser völlig unvorhersehbar.
Ohne Ausbruch ist der Steamboat leider eher unspektakulär …

Emerald Spring ist eine heiße Quelle. Der klare blaue Pool absorbiert alle Farben, mit Ausnahme von Blau, das zurück zu unseren Augen reflektiert wird.  So erklärt es zumindest die offizielle Nationalpark Seite (muss ich hier nun auch korrekt  zitieren wo ich es herhabe, damit mir der Titel des Reiseberichtschreibers nicht aberkannt wird? Habe aber selber übersetzt).

Wir machen die komplette Back Basin Tour, aber ich muss zugeben, dass bei mir eine gewisse Geysir Sättigung eintritt. Auf der anderen Seite des Norris Basin geht es hinunter in das Porcelain  Basin.

Es ist erstaunlich, dass an den Stellen, wo gerade kein heißes Wasser aus dem Boden quillt, nach wie vor Schnee liegt. (siehe links unten im Bild)
Gesättigt mit Geysiren und sonstigen dampfenden und blubbernden Löchern, fahren wir nach West Yellowstone, um das Grizzly and Wolf Discovery Center anzusehen. Es gibt einen sehr interessanten Film zu sehen über das Leben in der Wildnis (nett aber nichts wirklich Neues). Die Grizzlies sind nach wie vor beeindruckend, aber da wir am Tag zuvor 3 Bären freilaufend gesehen haben kann uns das nicht wirklich vom Hocker reißen.
Auf dem Weg zurück zur Old Faithful Lodge sehen wir nochmal jede Menge Bison und Hirsche, aber unsere Aufnahmefähigkeit ist wohl am Ende, des Rest des Nachmittags wollen wir mal ausspannen und nichts tun.


Gefahrene Meilen an 3 Tagen im Park:295 Übernachtung: nach wie vor in der Old Faithful Lodge

Montag, 16.05.:  Abschied vom Yellowstone und weiter in Richtung Cody, Sheridan

Heute heißt es Abschied nehmen vom Yellowstone Park. Wir hatten Superglück mit dem Wetter, viel Sonne und auch viel Schnee in den höheren Lagen. Da der East Entrance/Exit nach wie vor geschlossen ist, müssen wir den Park durch den Nordeast Exit verlassen, dann die US 212 in Richtung Cook City und anschliessend auf die US 296 nach Cody (Chief Joseph  Scenic Highway).
Aber zunächst geht es noch quer durch den kompletten Yellowstone Park. Das wollen wir eigentlich schnell hinter uns bringen, aber – kurz hinter dem Roaring Mountain allgemeines Verkehrschaos! Was das bedeutet wissen wir ja nun schon: Bär in Sicht.

Aber der Grizzly zeigt uns nur die kalte Schulter, wir sind ein paar Minuten zu spät gekommen. Ein bis zwei Kilometer weiter, Verkehrschaos! Wir sehen den Bären weit entfernt, wenn wir wieder anhalten kommen wir hier heute nicht mehr weiter … er war auch ziemlich weit weg. Ca. 10 km hinter Tower-Roosevelt: Verkehrschaos!

Ja, das ist ein Bär, aber sehr weit weg, ich weiß.  Und nochmal 10 km weiter der vierte Bär für heute! Das waren drei Grizzlies und ein Schwarzbär.  Und dabei wollten wir nur schnell durch den Park.
Beim Verlassen des Parks durch den Northeast Entrance ist wieder viel Schnee angesagt.


Und hinter Cook City herrschen wieder perfekte Skiverhältnisse. Ski und Rodel gut auf der US 212 würde man im Wetterbericht sagen.


Bei zumeist bewölktem Wetter fahren wir über den Chief Joseph Scenic Highway  wieder in Richtung Süden.

Gegen 14:00 kommen wir  in Cody an, wo wir im Irma Hotel zu Mittag essen und anschließend  das Buffalo Bill Historic Center besuchen. Das Museum ist sehr gut aufgemacht, wir sind immer wieder überrascht:  Ist z.B. diese Bärenkrallenkette nicht beeindruckend?


Wir haben in Sheridan das Motel bereits gebucht und so müssen wir weiter, tja heute ist Fahrtag. Wir wollen über Lovell und den Bighorn Canyon nach Sheridan. Kurz hinter Lovell sehe ich noch das Schild: „Road closed in 20 miles“. Na super! Wir drehen um, müssen nach Greybull und von dort über die US14 durch die Bighorn Mountains nach Sheridan. Und wieder geht es hoch, bis auf 9033 Fuß am Granite Pass.


Wir hatten schon reserviert im Wingate by Wynards, ein recht schönes Motel außerhalb Sheridans. Da es schon spät ist und wir relativ erledigt sind gibt es nur noch Bier und Fingerfood (fried cheese, fried veggies, fried chicken, fried everything)  im Sheridan Beaver Inn. Aber was will man mehr, es gab Bier, gute Musik und die anderen Gäste sahen mindestens so fertig aus wie wir, obwohl sie wohl keine 360 Meilen hinter sich hatten.
Gefahrene Meilen: 361 Übernachtung: Wingate by Wynards, Sheridan

Dienstag, 17.05.:  Sheridan – Devils Tower – Deadwood

Heute werden wir gemütlich ausschlafen, das Wetter ist dafür genau richtig, danach eine Stadtbesichtigung in Sheridan vornehmen, später dann zum Devils Tower und gegen Abend in Deadwood, der Cowboy-Stadt eintreffen.

Es regnet in Strömen, als wir ins Auto steigen, also fahren wir zu Walmart. Walmart ist bei Regen immer gut. Es ist immer wieder total toll, durch die Supermärkte in den USA zu schlendern, zu dumm, dass danach alles ins Auto passen muss.  Wir sehen uns zurück nach der Zeit, als wir in den USA lebten, und dann immer einmal pro Woche Großeinkauf gemacht wurde. Lang ist es her, vielleicht wird es ja mal wieder. Wir bekommen fast alles bei Walmart, was wir brauchen, außer Bier. Das ist uns in den letzten Tagen gar nicht aufgefallen, dass es scheinbar in WY im Supermarkt kein Bier gibt.
Wir kommen zurück zum Auto und es regnet immer noch. Auch das „Historic Sheridan Inn“ sieht nicht so aus, als ob wir es unbedingt von innen sehen müssten. Also zu King’s Saddlery and Ropes (inkl. Western Museum). Es gibt eine Unmenge an Sätteln zu sehen, und auch viel Informationen zur Geschichte des Rodeos. Alles was man braucht fürs Pferd.  Wir haben kein Pferd, und somit halten wir uns nicht extrem lang im Shop auf. Am witzigsten fanden wir die Seile in Baby blau und rosa. Ich stelle mir gerade vor, wie hier in Brasilien einer mit seinem rosa Seil sein Pferd festbindet  .




Weiter fahren wir zum Devils Tower. Mittagessen gibt es unterwegs bei Taco Bells. War Taco Bells früher besser oder waren wir anspruchsloser?
Gegen 16:00 Uhr sind wir beim Devils Tower. Der Monolith ist etwa 265 Meter hoch und hat einen Durchmesser von fast  150 Metern.
Nach Indianer Mythen haben riesige Bären eine Gruppe Indianermädchen verfolgt, die sich auf einen Fels flüchteten. Auf das Flehen der Mädchen hin wuchs der Fels und die Bären schlugen mit ihren Krallen die überdimensionalen Furchen in den Fels. Steven Spielberg ließ hier am Devils Tower in seinem Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ die Raumschiffe der Außerirdischen landen. Wissenschaftler sagen, er sei 40 Mio Jahre alt und aus dem Gestein Phonolith in porphyrischem Gefüge zusammengesetzt wobei in die Falten aufsteigendes Magma langsam auskühlte. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Indianer da lieber an die sieben Mädels glaubten … ach ja, Prärie-Dogs gab es auch.



Um 18:00 Uhr erreichen wir Deadwood. Eine ehemalige Westernstadt, die durch eine Fernsehserie wieder bekannt wurde und in der sich nun Spielcasinos, die im Western Look gestaltet sind,  aneinanderreihen. Früher trieb mal Wild Bill Hickok hier sein Unwesen und wurde auch hier beim Kartenspielen erschossen. Wir bleiben im Holiday Inn Express, das direkt an der Hauptstraße liegt und auch ein Spielcasino beherbergt.
Zum Abendessen waren wir im Miner’s Den Steakhouse und das war wider erwarten sehr empfehlenswert. Im Untergeschoss eines Casinos (wo sonst) gelegen, aber die Ribs waren weltklasse, das Steak der Göttergattin war zart und das Fat Tire Ale war eiskalt!




Gefahrene Meilen: 246 Übernachtung: Holiday Inn Express, Deadwood

Mittwoch, 18.05.:  Deadwood – Spearfish Canyon – High Plains Western Heritage Center – Mount Rushmore – Iron Mountain Road (Custer State Park) – Custer


Ja, wie bereits geschrieben, waren wir gestern Abend noch im Saloon Nr. 10.  Der Saloon Nr. 10 ist dadurch berühmt, dass dort der Westernheld Wild Bill Hickok 1876 erschossen worden sein soll. Aber: Der Original Saloon Nr. 10 brannte beim Stadtbrand 1879, also drei Jahre später, komplett ab.
Seit 1938 ist der neue Saloon Nr. 10 an seinem jetzigen Platz. Er ist auf alle Fälle sehr urig eingerichtet und man kann sich in etwa vorstellen, wie es dort vor gut 140 Jahren ausgesehen haben mag.


So, zurück zum 18.05. – wir dürfen wieder ausschlafen. Es ist etwas später geworden im Saloon und das Wetter ist nach wie vor trüb.
Nach dem Frühstück im Hotel und  einem Morgenrundgang durch die Stadt holen wir das Auto aus der Parkgarage, die wegen Umbau des Hotelparkplatzes vom Hotel bezahlt wurde, und verfrachten unser Gepäck ins Auto.
Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Spearfish Canyon.  Der Spearfish Canyon ist eine enge Schlucht, die der Spearfish Creek in den Fels gegraben hat. Ach ja, mit Deadwood und Spearfish sind wir mittlerweile in South Dakota angekommen.  Der Spearfish Canyon Scenic Byway führt entlang des Creeks durch die Schlucht. Eine nette Fahrt, aber es war wohl noch etwas zu früh im Jahr, die Bäume haben gerade erst angefangen, auszutreiben. Beim kurzen Halt an einem Parkplatz sehen wir, dass der Biber (wahrscheinlich ein anderer) auch hier schon wieder zugeschlagen hat.


In Spearfish machen wir einen kurzen Abstecher ins High Plains Western Heritage Center. Das neu gebaute Museum liegt am Stadtrand von Spearfish und beschäftigt sich überwiegend mit der Zeit der Pioniere in der Region. Viehzucht und Cowboys, Kutschen und Sättel sowie alte Repliken bzw. Wiederaufbauten von lokalen Handwerksbetrieben.
Auch hier frage ich mich: Wer mag der stolze Cowboy gewesen sein, der diesen Sattel ritt? Pink scheint die Modefarbe des späten 19. Jahrhunderts gewesen zu sein.

Weiter geht es nun in Richtung Süden. Vorbei an Rapid City erreichen wir nach zirka einer Stunde (nicht scrollen und raten wo wir sind …):

Um den Wagen abzustellen zahlen wir 10 US$ fürs Parken.  Dafür haben wir aber auch einen Spitzenplatz.  Ja, wo sind sie denn? Man müsste sie doch eigentlich schon lange sehen?

Der Nebel lichtet sich ..



Also, um ehrlich zu sein fand ich die Stimmung mit dem Nebel ziemlich gut! The 4 Presidents tauchten auf und verschwanden, Nebelschwaden lichteten sich und zogen sich wieder zu.
Durch die Avenue of Flags gehen wir zur Grand View Terrace und dann die Runde auf dem Presidential Trail. Man kann sich über Sinn und Unsinn solcher Denkmäler streiten, ist halt typisch Amerika. Unterhalb der Terrasse gibt es das Visitor Center und ein Museum, in dem alles über den Bau des Denkmals erklärt wird.
Und wie immer gibt es auch jede Menge Getier, das sich im Park herumtreibt. Bis heute sind wir nicht sicher, was das ist (Präriedog? Biber? Squirrel? Marmot?):

Das Eichhörnchen haben wir sofort erkannt, als es vor uns auf dem Baum genüsslich einen Pinienkern verspeiste.

Zum Abschluss in Mount Rushmore müssen wir noch ins Carvers Cafe.  Zur Enttäuschung meiner GG sieht es total anders aus als in Hitchcocks „North by Northwest“ (deutsch: der unsichtbare Dritte). Ist aber doch auch klar, dass man nach mehr als 50 Jahren mal umbauen muss .
Ich hatte natürlich wieder mal absolut keine Ahnung wie das Cafe bei Hitchcock aussah, konnte mich aber noch an die legendäre Kletterszene erinnern. (Zuhause angekommen haben wir aber den Film angesehen, jetzt weiß ich Bescheid!)
Im Visitor Center erfragen wir noch Weg über die „Iron Mountain Road“ zur „State Game Lodge“ im Custer State Park.  Die Iron Mountain Road mit Ihren Pigtail Bridges ist vielleicht gerade bei dem Wetter beeindruckend. Die Pigtail Bridges sind Holzbrücken die in 360 Grad herumführen, Pigtails eben, kann ich nicht besser erklären. Dazu kommen noch die in den Fels geschlagenen Tunnels. Vor den Tunnels muss man hupen, um entgegenkommenden Verkehr zu warnen. Und die Stimmung im Wald mit den Nebelschwaden war wie in einer Märchenlandschaft.




Gegen 16 Uhr erreichen wir den offiziellen Eingang zum Custer State Park und kurz darauf die State Game Lodge. Im Haupthaus der Lodge ist leider kein Zimmer mehr frei. Man bietet uns die im Anbau gelegenen Motelrooms an, aber für etwa 150$ in einem recht abgewohnten Motelzimmer zu bleiben, darauf haben wir keine Lust. Wir hatten uns ziemlich auf das Haupthaus gefreut.
Wir beschließen, weiter nach Custer zu fahren und bleiben dort im Comfort Inn. Das Motel ist super in Schuss, Wifi (ist ja mittlerweile fast Standard), die Zimmer sind sehr schön und das ganze für den halben Preis im Vergleich zu den Motel Zimmern in der Lodge.
Abendessen gibt es im Sage Creek Grille, einem tollen Restaurant, das irgendwie gar nicht in diese Cowboystadt Atmosphäre passt. Ich denke die Besitzer wollen gerade das, eine etwas ausgefallene Küche, die es eben nicht im Cowboy Steakhouse nebenan gibt.
Gefahrene Meilen: gibt es erst wieder nach Ende Custer Park Übernachtung: Comfort Inn, Custer

Donnerstag, 19.05.:  Viel Schnee, viele Caves und Mammutskelette


Als wir gegen 8 Uhr aufwachen ist es zugezogen. Regen und Schneeregen. Da es im Custer State Park sowohl Scenic Drives als auch Höhlen gibt, beschließen wir, den heutigen Tag mit Höhlen zu starten.
Zunächst fahren wir in die nur wenige Meter entfernte Jewel Cave, nur kurz außerhalb Custer gelegen.  Der Schneeregen ist nun eindeutig in Schnee übergegangen! In einen Schneesturm sozusagen.


Es gibt verschiedene Führungen durch die Jewel Cave.  Eigentlich wollten wir ja nur die kurze Discovery Tour machen, aber die nächste Discovery war erst nachmittags. Also die Scenic Tour mit 723 Stufen. Aber da die Pausen regelmäßig sind und die meisten Stufen nach unten gehen, war die Tour weniger anstrengend als erwartet.  Im Visitor Center geht es mit einem Aufzug in die Tiefe. Der Aufzug hält mitten im ersten Raum der Höhle, praktisch! Vor dort aus geht es dann die 723 Stufen durch verschiedenste Säle, Popcorn und Boxwork sind die Attraktionen der Jewel Cave. Der Aufzug zurück nach oben geht ein Stockwerk tiefer los .



Als wir aus der Jewel Cave zurück ans Tageslicht kommen ist die Situation nicht besser. Es schneit nach wie vor.


Über die US89 und dann eine Sandstraße, die Argyle Rd fuhren wir in Richtung Hot Springs. ES ist mittlerweile Mittag und wie wollen irgendwo, wo man eine schöne Aussicht auf die schneebedeckte Landschaft hat, im Jeep Picknick machen. Wir sind mitten in einer Farmgegend und schon seit einer Weile fährt ein Pickup hinter uns her, der doofe Kerl will einfach nicht überholen.  Irgendwann halten wir in einer Seitenstraße und werden argwöhnisch vom Pick-up-Opa beäugt, aber er fährt dann doch weiter. Hey, wir wollen doch nur Mittagessen, keine Kuh schießen.
Der nächste Stopp ist erst in Hot Springs, im Mammoth Site, eine Ausgrabungsstätte, in der eine ganze Anzahl von Mammutskeletten  gefunden wurde.



Letzter Stopp: Die Wind Cave:



Zum Abendessen halten wir in der Blue Bell Lodge. Ein Blockhaus, das zu den Lodges im Park gehört. Die Einrichtung ist rustikal aber gemütlich und es gibt wieder Buffalofleisch!

Übernachtung: Comfort Inn, Custer

Freitag, 20.05:  Needles Highway, Crazy Horse und noch einmal Mount Rushmore

Weiter geht es in die letzte Woche des Urlaubs. Nach wie vor sind wir im Custer State Park.

Heute ist wieder ein sonniger Tag. Gegen 10:00 Uhr machen wir uns auf, zunächst im Wildlife Loop.  Wir sehen  jede Menge Bisons und besonders toll ist natürlich der Nachwuchs. Aber auch an sonstigem Getier mangelt es nicht, Pronghorns und Marmots.
Der nächste Stopp ist am Crazy Horse Monument. Ähnlich wie bei Mount Rushmore ist Crazy Horse ein Standbild, das in den Berg gesprengt wird und den Lakota Häuptling auf seinem Pferd sitzend zeigen wird. Nur von privaten Spenden finanziert ist nicht vorhersehbar, bis wann das Monument fertiggestellt wird, es ist jedoch um ein Vielfaches grösser als Mount Rushmore.
Über den Needles Highway geht es dann noch einmal zum Mount Rushmore. Der Weg führt durch das Needles Eye, auf der Straße liegt noch Schnee aber es ist super sonnig. Auf der anderen Seite ist ein Parkplatz auf dem es nur so von Streifenhörnchen wimmelt. Toll ist der Ausblick aus den Tunnels im Needles Highway auf die Skulpturen des Mt Rushmore. Zwei Tage zuvor war ja kaum was zu sehen wegen des schlechten Wetters, heute scheint die Sonne und die Aussicht ist wunderbar.
Übernachtung: Comfort Inn, Custer












Samstag, 21.05:  Custer –  Rapid City – Wall – Badlands National Park


Schon am Morgen fahren wir weiter, vom Comfort Inn in Custer, wo wir 3 Nächte verbrachten in Richtung Rapid City. Wir brauchen mal wieder Shopping und etwas Zivilisation, bevor es weiter geht in die Badlands. Etwa eine Stunde brauchen wir, um die Rushmore Mall in Rapid City zu erreichen. Wir sind früh dran, kurz nach 10 Uhr und die Mall ist nichts Besonderes. Aber immerhin gibt es JcPenny und Sears, so dass ein paar Jeans den Eigentümer wechseln.

Anschließend warte ich dank WiFi und Starbucks einigermaßen entspannt, bis auch meine bessere Hälfte die Geschäfte durchhat.  Noch ein Arby’s Roastbeef Sandwich (die hatte ich irgendwie besser in Erinnerung) und kurz nach Mittag geht es weiter nach Wall. Die Interstate 90 in Richtung Wall geht die meiste Zeit schnurgerade, ödes Grasland, nur unterbrochen von den zig Wall Drug Werbeschilder, die in regelmäßigem Abstand am Straßenrand stehen.

Walldrug war ein kleiner Drugstore in Wall, einer 326 Seelenstadt, in the middle of nowhere. Irgendwann hatten die Eigentümer die Idee, den Reisenden, die in das gerade eröffnete Mount Rushmore Monument unterwegs waren, kostenloses Eiswasser anzubieten und mit großen Schildern dafür Werbung zu machen. Seitdem boomt das Geschäft und mittlerweile ist Wall Drug keine reiner Drugstore mehr, sondern ein Laden in dem es alles gibt wofür Touristen Geld ausgeben. Von der Tasse, über T-Shirts bis hin zu Western Artikeln.


Nach dem durchstöbern aller Räume – Wall Drug ist mittlerweile ca 3-4 Geschäfte groß –  haben wir Hunger, das Arby Brötchen hat nicht so lange hergehalten. Also gingen wir ins gleich gegenüber liegende Cactus Cafe und Lounge. Gericht des Tages: Ribs. Diese konnten zwar mit den Ribs aus Deadwood bei weitem nicht mithalten, aber übrig  blieb trotzdem nichts …

Es ist noch früh und so beschließen wir nach dem Einchecken im Sunshine Inn noch die Runde zum Badlands National Park zu fahren.

Als wir den Park erreichen, haben wir noch relativ schönes Wetter, aber bereits vor der ersten Aussichtsplattform fängt es kräftig an zu regnen.



Blick in die Grasslands:




Gefahrene Meilen: 166 Sunshine Inn Motel, Wall

Sonntag, 22.07:  Wall – Badlands – Wounded Knee – Fort Laramie – Cheyenne


Das  Sunshine Inn in Wall ist einfach, aber ok. Das Frühstück ist richtig basic, Kaffee im Zimmer und eingetütete süße Teile. Aber dafür war es zentral gelegen, sauber und billig. Wir fahren wieder in Richtung Badlands National Park und es ist noch immer alles verregnet und wolkenverhangen. Wie gut, dass wir die große Tour schon am Tag zuvor angegangen sind. Durch den Regen ist auch die Dirt Road etwas weniger staubig. Bereits nach kurzer Zeit kommen wir zur Roberts Präriedog-town.  Es tummeln sich auch jede Menge Bisons in der Gegend. Kann es sein, dass sich Präriedogs und Bisons gegenseitig anziehen? Oder das gleiche Gras bevorzugen?

Kurz hinter  den Prairiedogs treffen wir auf Wild turkeys. Eine ganze Horde tummelt sich am Straßenrand. Leider keine geeigneten Waffen an Board, so schießen wir nur Fotos statt Turkeys und fahren weiter.

Wir fahren nun durch Indianergebiet. Das gesamte Reservat wirkt ziemlich öde, sogar das White River visitor Center ist noch immer „closed fort he season“. Und was vor allem auffällt ist die Vorliebe der Indianer für Schrottautos im Hinterhof …


Auch wounded knee, eine der wichtigsten indianischen Gedenkstätten, macht einen verwahrlosten und ungepflegten Eindruck. Wirklich schade. Wenn wir nicht von Indianern, die billige Andenken verkaufen wollen, angehalten worden wären, hätten wir nicht einmal bemerkt, dass wir schon beim wounded knee sind. Wir machen nicht mal ein Foto. Wenig später, auf dem Weg zum Ft Laramie passieren wir Van Tassel, das mit 18 EW das bisherige kleinste Dorf auf unserer Reise. Dieser Teil des mittleren Westens wirkt wirklich ausgestorben. Ewige Weiten und nichts, nichts, nichts.

Und kurz vor Fort Laramie die Fort Laramie Bridge über den North Platte River.

Fort Laramie ist eines der bekanntesten Forts im mittleren Westen. Das Wetter ist superschön, endlich wieder Sonne nach den Regentagen in den Badlands. Wir machen den vorgeschlagenen Rundweg, der ganz nett ist. Man bekommt einen Eindruck  über das Leben der  Offiziere und Soldaten in der Zeit um 1830. Die Offiziers und Ärztehäuser sind Luxus, in den Schlafbereichen der Soldaten gibt es außer einem Bett und einer kleinen Truhe nichts für private Gegenstände.



Da es weiter nicht wirklich viel mehr zu sehen gibt, machen wir uns gegen 16:30 noch auf den Weg bis Cheyenne:

Wir checken im La Quinta Inn ein. Abendessen gibt es bei Outback, leckeres Steak, da kann man nicht viel falsch machen.
Gefahrene Meile: 412 (es gab einfach nichts, wo wir lange gehalten hätten) Übernachtung: La Quinta Inn, Cheyenne

Montag, 23.05:  Cheyenne – Estes Park – Rocky Mountain National Park


Von Cheyenne bis zum Outlet Center in Loveland sind es nur ca 50 Minuten. Da wir Zeit haben und das Wetter schlecht ist, planen wir einen weiteren Outlet Besuch ein. Küchenartikel und Markenkleidung ist wieder mal  schockierend billig im Vergleich zu Brasilien. Den ganzen Vormittag verbringen wir im Outlet, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Estes Park machen.

Trotzdem sind wir bereits gegen 14:00 Uhr in Estes Park. Die Trail Ridge Road ist noch immer gesperrt, es liegt noch zu viel Schnee. Aber wir wollen zumindest fahren, soweit offen ist und dann über die Fall River Road zurück nach Estes Park. Am Ende der Trail Ridge Road steht viel schweres Gerät, mit dem die Arbeiter versuchen, die Strecke bis zum Memorial Day Weekend frei zu räumen.  Da steht noch viel Arbeit bevor.

An der Höhe der Schneewand im Vergleich zum (nicht gerade kleinen) Auto sieht man wie viel Schnee da wirklich noch liegt.

Wir fahren zurueck und nehmen die Strecke ueber die Fall River Road und erfahren von einem Ranger, dass an der Abzweigung zur gesperrten Strecke Bighorn Sheep gesehen wurden. Wir fahren hin, es sind nur wenige Kilometer und tatsächlich, die Schafe sind noch da, hoch oben auf dem Steilhang.


Auf dem Weg zurück nach Estes Park trauen wir fast unseren Augen nicht. Es scheint, dass sich mehr Elks in den Vorgärten der Häuser tummeln sind als im Park. Dort machen sie sich an Blumenbeeten und ähnlichem zu schaffen. Für die Bewohner schein das schon eine richtige Plage zu sein.


Den Abend verbringen wir in Smokin‘ Dave’s BBQ & Taphouse und der „Not-so-Teeny Wahine“ Platte für 2-3 Personen und allem drauf (das reicht noch für ein Mittagessen am nächsten Tag …): St Louis Ribs, Chicken, Pulled Pork, Brisquet …. Super lecker! Wer BBQ mag und in Estes Park ist, sollte sich das nicht entgehen lassen.


Gefahrene Meile: 130 Übernachtung: Comfort Inn, Estes Park

Dienstag, 24.05. Rocky Mountain National Park
Den folgenden Dienstag verbrachten wir im Prinzip vollständig im RMNP und versuchten alle schneefreien Straßen zu erkunden.

Außerdem machten wir einige kurze Wanderungen am Bear Lake und Sylvan Lake, soweit es der Schnee zuließ. Zurück nach Estes Park, sieht man wie die Deers mittlerweile auch die Vorgärten der Siedlungen vereinnehmen.




Mittwoch, 25.05. Fahrt nach Denver über Boulder und Donnerstag, 26.05. Denver
Unser letzter Tag in diesem Urlaub. Zunächst ging es in die Bass Pro Outdoor World, wir waren beide total begeistert, von allem: Von Waffen über Sportgeräte bis zu  Kleidung gab es alles in einer Riesenauswahl. Ein Paradies für jeden Outdoorfan. Im Mai diesen Jahres werden wir ja dann den Bass pro Shop in Las Vegas mit Denver vergleichen können.


Tagsüber erkunden wir Denver vor allem die 16th Street Mall. Auch Denver hat uns sehr gut gefallen. Die Straßencafés und die Geschäfte, die 16th street mall war schön zum bummeln.





Abends gehen wir zur Feier des letzen Tages ins Restaurant „The Fort“. Das hatte meine GöGa schon vor dem Urlaub gefunden und war vom ersten Blick im Internet an begeistert. Da mussten wir natürlich hin:
Das Essen war ausgefallen, aber gut. Relativ teuer aber das Ambiente war halt auch etwas Besonderes. Spezialitäten: Alles was mit Bison zu tun hat, von Markknochen (würg) bis zu den Steaks (mjam).




Am nächsten morgen, den 27.05. ging bereits der Rückflug mit Continental von Denver über Houston nach Sao Paulo.
Ein herrlicher Urlaub mit einem klaren Höhepunkt war vorbei: Yellowstone!
Das wars!
Sorry für die lange Pause, das war nun der endgültig letzte Teil dieser Reise. Die nächste steht nämlich schon vor der Tür: Im Mai geht es nach Nevada, Utah und Arizona. Bis dann

9 Gedanken zu „3 Wochen Colorado, Wyoming und South Dakota – Mai 2011

  1. Super Reisebericht, werden dieses Jahr fast die selbe Route fahren, jedoch am unseren Urlaub in Las Vegas als Abflugort beenden.

    Greetings Mark

  2. Hallo Mark,
    viel Spaß in Eurem Urlaub, das ist eine tolle Strecke!
    Las Vegas war der Ausgangs- und Zielort unseres Urlaubs im Folgejahr, 2012.

  3. wir haben vor gut 8 Jahren auch eine Reise von Denver ueber einige der selben Plaetze wie du und auch andere, und wieder retour nach Denver. Wir waren damals auf einem Sabbatical und die letzten 4 Monate waren in Denver. Deine Bilder erinnern mich sehr auch an unsere Reise. Es war das erste Mal, dass ich in der USA war und ich habe dohc einiges gesehen. Es sind sehr gute Erininnerungen

      • bei uns ist es von der Arbeit aus, mein Mann darf oder inzwischen durfte, es jede 7 Jahre. Wir sind erst im April vom letzten Sabbatical heimgekommen, das wir zur Haelfte in Innsbruck und die andere Haelte in Frankfurt verbracht haben. Es kommt immer darauf an, wo mein Mann gerade einen Partner fuer seine Arbeit hatte, mit dem er zusammen arbeiten wollte.

    • Hallo Angie,
      schön, dass Dir der Bericht gefallen hat, vielleicht war ja der ein oder andere brauchbare Tipp für Euch dabei. Wir sind vor zwei Wochen erst wieder aus den USA zurückgekommen und es ist einfach immer wieder schön dort!
      Viel Spass im Urlaub!

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