Mittwoch, 14.08.2019: Bodie – die beste, schönste und gespenstischte Ghosttown überhaupt!

Weiter geht es nach einem herrlichen Lunch, und zwar nach Bodie, in die Ghost Town. Dazu fahren wir nicht entlang der US395-N bis Dog Town, sondern wir biegen unmittelbar nach dem Mono Lake auf die CA-167E ein (einen Weg, den mir nun beim Nachvollziehen Google nur für Fahrräder freigibt) und schliesslich nach links / Norden in die Cottonwood Canyon Road. Ja, da schau her, diese gibt es auch in Kalifornien!

 

 

 

Wir nähern uns, nur noch über diesen Hügel:

Kaum da, schon werden wir zur Kasse gebeten!

Um 14 Uhr sind wir in Bodie, der Geisterstadt. Der Eintritt hier – in den State Historic Park – kostet $8 pro Person, nicht schlecht. Ich gebe dem älteren Herrn (es scheint, in National Parks und State Parks arbeiten überwiegend Rentner am Einlass) $26 und warte aufs Retourgeld. Der nette Herr erinnert uns ans Wasser trinken, an die Sonnencreme, aber keine Spur von meinen $10 Retourgeld. Nach einer kleinen Erinnerung habe ich es aber doch noch bekommen. Es ist glühend heiss und wir stellen das Auto auf dem Besucherparkplatz ab.

Im Internet wird Bodie extrem gelobt: „Die schönste Geisterstadt in Kalifornien“, „Die beste Geisterstadt in Kalifornien“, „Eine richtige Geisterstadt“ bis zu „Geisterstadt Bodie – wo die wilden Kerle wohnten“. Das alles finden man unten den ersten sieben Google-Hits, wenn man nach Bodie und Geisterstadt sucht. Und wenn man nach Bodie + Ghosttown, also englisch sucht? „Bodie. The Ghostliest of Ghost Towns“ – DAS gefällt mir! Na gut, schauen wir mal rein:

 

 

 

 

 

 

 

 

Sogar Bellas Truck haben sie hier! Ach nein, das war ja woanders. Und ausserdem waren das bei Bella Vampire, keine Geister!

Allerlei Zeugs gibt es auch hier zu kaufen, wir nehmen ein Wasser!

 

 

Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von Ghost Towns, aber es herrscht ja doch eine gewisse Begeisterung im Forum bezüglich Bodie, und wenn man dann schon mal da ist, dann sollte man auch eine Runde drehen. Und es war durchaus sehr nett hier in Bodie, auf jedenfalls deutlich besser als in der Goldfield Ghost Town bei Phoenix.

Aber wir haben nach wie vor noch einiges an Strecke vor uns. Und so bleiben wir nicht allzu lange in Bodie, aber es reicht, um einen guten Eindruck zu bekommen. Für eine geführte Tour haben wir jedoch keine Zeit und eigentlich auch gar keine Lust.

Mittwoch, 14.08.2019: Mono Lake – South Tufa Area

11 Uhr ist noch etwas früh, um Mittagspause zu machen.

Unser namenloses Navi, oder besser Google Maps auf dem IPhone, hat die South Tufa Area einprogrammiert und weist uns an, am Ende der Tioga Road rechts in die US-395 S einzubiegen. Brav fahre ich wie von meinem elektronischen Helfer angewiesen, ich bin jedoch überrascht, als er mich bereits eine Meile später wieder links abbiegen lässt.

Ich lenke den Acadia in die Picnic Ground Road, eine staubige Dirtroad, die direkt am Mono Lake entlang zur South Tufa Area führt. Wir mögen ja Dirt Roads, passt für uns!

Eine tolle Landschaft, links und vor uns der Mono Lake, hinter uns die Sierra Nevada.

 

 

 

Am Parkplatz der South Tufa Area ist ein Kassenhaus, Toiletten und es führt ein kurzer Trail auf Holzplanken runter zum See.

Wir rätseln darüber, wo wir vor 23 Jahren schon waren, hier in South Tufa oder weiter im Norden. Es war wohl nicht hier, sondern in der Tufa State Natural Reserve. [Nachtrag: Die Recherche im Tagebuch ergibt, dass wir sowohl in South Tufa als auch in der State Natural Reserve waren – keine Fotos von damals]
Hier ist es einmalig schön, wir folgen dem Lehrpfad zu den Tuffsteinformationen an Land und im Wasser des Mono Lakes.

Nun einfach ein paar wenige Impressionen :laugh::

 

 

 

 

 

Der Wasserstand des Mono Lake sank kontinuierlich durch die Entnahme von Wasser für die kalifornischen Grossstädte ab. 1994 wurde schliesslich ein richterlicher Beschluss zum Schutz des Mono Lake und seiner Zuflüsse getroffen. Sollte der See irgenwann wieder die geplante Wasserhöhe erreichen, dann wären diese Hikes allesamt metertief unter Wasser. Eine Rangerin erklärt uns auf Nachfrage, dass der geplante Wasserstand noch nicht erreicht ist, weil durch seit Jahren weniger Niederschläge zu wenig Wasser nachfliesst.

 

 

 

Ein knappe Stunde waren wir hier, nun passt auch die Zeit, um uns etwas fürs Mittagessen zu suchen. Heute will ich nicht picknicken, habe ich doch in einem Reisebericht einen Hinweis auf ein interessantes Lokal gefunden.

Auf gehts, zurück nach Lee Vining!

Mittwoch, 14.08.2019: Über die Sierra Nevada – der Tioga Pass

Kaum zu glauben, dass unsere Zeit in den ersten drei Nationalparks – sozusagen unsere „1996 Revival Tour“ schon vorbei ist. Von nun an geht es weiter mit Neuland für uns, der Tioga Pass war ja im November 1996 gesperrt!

Aber erst gibt es Frühstück auf dem Balkon!

Das Eckzimmer im Manzanita Building ist im Vergleich mit den Mittelzimmern super. Natürlich ist es völlig überteuert für eine renovierungsbedürftige Holzhütte, aber wenigstens haben wir einen Balkon, was pro Haus mit ca 20 Zimmern nur 2 Zimmer haben. Die übrigen Zimmer, die nicht auf der Stirnseite liegen, haben nur diese umlaufende Veranda, die jedoch keinerlei Privatspäre bietet.

Wir verräumen wieder sämtliche Siebensachen in unseren Koffern und Taschen und verstauen wiederum diese in unserem Acadia. Noch schnell zur Lodge zum Checkout bzw. Schlüssel abgeben und dann noch schnell ein Coffee-to-go im Starbucks gegenüber der Lobby in der Coffee Corner. Schnell? Naja, schnell geht hier gar nichts, die Schlange ist beträchtlich, aber wir haben eine lange Fahrt vor uns, da ist so ein Kaffee das mindeste, was wir brauchen.

 

 

Nun aber los zum Tioga Pass.

Die Fahrt ist herrlich, blauer Himmel, Sonne, kaum Verkehr – bis wir zum Olmsted Point Lookout kommen, dort ist nämlich Baustelle. Wir wollen den letzten Blick auf den Half Dome noch geniessen und biegen mitten im Stau ab in den Parkplatz hinein.

 

 

 

 

Eine Rangerin hat ihr Fernrohr auf einem Stativ aufgebaut und lässt uns durchblicken. Und ja, man sieht zwei Wanderer auf dem Halfdome, die gerade am Stahlseil hochwandern!

Nun heisst es warten, denn wir können erst aus dem Parkplatz, wenn die nächste Gruppe an Fahrzeugen durch die Baustelle gelassen wird. An diese können wir uns hinten anschliessen bzw. einfädeln, falls es eine grössere Lücke gibt. Die Wartezeit überbrücken wir mit einer Baustellenschildbeauftragten (Stop / Slow), die auch froh darüber ist, mit Leuten klönen zu können. Und so erfahren wir von der täglichen stundenlangen Anreise zur Baustelle, vom schönsten Arbeitsplatz der Welt, von ihrem Hund, von dem Nachbarn, der ein Taugenichts ist … bis es an der Zeit ist, sich in die Autokarawane in Richtung Tioga Pass einzureihen.

Wir passieren den Tenaya Lake.

 

 

Der nächste Stau, jedoch vor allem in Gegenrichtung, ist kurz vor den Tuolumne Meadows. Hier hat es wohl einen Unfall gegeben, Rettungswagen und Polizei ist schon vor Ort. Es ist unglaublich was hier los ist, die Menge an Leuten steht dem Yosemite Valley in nichts nach. Wir halten an den Meadows an und ich steige aus, um wenigstens ein paar nicht verwackelte bzw. Fliegen an der Scheibe fokussierende Bilder zu schiessen. Hier müsste man wirklich wieder mindestens einen extra Tag haben und auch Zeit, für die eine oder andere Wanderung einplanen. Haben wir aber nicht, weiter geht es – wir müssen heute noch hoch bis Lake Tahoe.

 

Die Strasse ist eine Aneinanderreihung von Superlativen der Begeisterung, der Pass selbst, die Bergseen, die Schneefelder.

 

Schade, dass wir weiter müssen. Auch der Ellery Lake sieht wunderschön aus! Hier gibt es jede Menge Campingplätze und wir sind uns einig, irgendwann hier nochmals her zu wollen.

 

 

Es ist kurz vor 11 Uhr als wir in Lee Vining ankommen.