Moglu in den USA – Ab nach Oregon: Beachlife!

Ich muss mich allmählich etwas beeilen, um vor dem nächsten Roadtrip hier fertig zu werden …


Vor unserem Zimmer im Quinault River Inn ist eine schöne Terrasse mit Tischen und Stühlen mit Blick auf den Garten und den Fluss.

Einen schöneren Platz für’s Frühstück gibt es gar nicht und auch der eine oder andere Nachbar genießt schon seinen Kaffee draußen.

Also brühen wir auch und ich fahre noch schnell in den kleinen Store, da unsere Brotreste nicht mehr so frisch aussehen. Leider gibt es in dem Store ums Eck nur labberiges Toastbrot, die Verbreitung von genießbarem Brot in den USA ist an diesem Laden spurlos vorbeigegangen. Nun gut, Toast mit Creamcheese und Kaffee, passt schon!

Nach dem Frühstück räumen wir den Ford wieder voll, werfen den Schlüssel in den Briefkasten, da im Büro noch niemand ist und machen uns auf den Weg, den Lake Quinault zu umrunden.

Es begegnet uns fast niemand auf unserer Fahrt, die erst an der Südseite den See entlang führt, dann dem Fluss noch ein Stück folgt und unser erster Halt ist an den Merriman Falls, direkt am Strassenrand.

Die breitere Asphaltstrasse wir zur schmalen, für Camper nicht zugelassenen Sandstrasse.

Dei Strasse überquert die Upper Quinault River Bridge und verläuft auf der anderen Seite durch dichten Wald zurück in Richtung US 101.

Wir halten an der Quinault Rain Forest Ranger Station, wo wir das einzige Auto auf dem Parkplatz sind.

Es gibt dort zwei Hikes, den kurzen, 0,5 Meilen langen Maple Glade Loop Trail und den 1,3 Meilen langen Kestner Homestead Trail, der zu einem verlassenen Wohnhaus von Pionieren, der Kestner Familie, führt. Wir gehen den kürzeren Wanderweg und wieder staunen wir über die bemoosten Regenwaldriesen.

Nun wird es Zeit, weiter in Richtung Astoria zu fahren, es ist bereits 10:40 und wir haben heute noch eine lange Strecke vor uns.

Während das Auto gemütlich Kilometer frisst stöbert Trolleira im Reiseführer und Landkarte.

Die Temperaturen steigen auf 99 Grad und hätten eigentlich Lust auf Beach und nicht wirklich auf einen Stadtrundgang. (wir hatten uns nicht die Mühe gemacht, das Datum im Escape auf das richtige Datum umzustellen, es war der 19. August)

Als wir im Reiseführer finden, dass man in Long Beach mit dem Auto am Strand fahren darf, steht die Entscheidung fest: Wir wollen Strandfahren! Das haben wir schon in Australien und natürlich in Brasilien getan, nun also auch in den USA!

Also auf nach Long Beach:

Wir halten in Long Beach im Visitor Center und erfahren, dass wir an diesem Wochenende nur ein Stück weiter nördlich an den Strand können, weil am Stadtstrand von Long Beach das „Washington State International Kite Festival“ stattfindet. Auch super, dann haben wir heute Kite Festival und Strandfahrt!

Zunächst müssen wir mit dem Auto bis Klipsan Beach, wo die 225th Street dann bis zum Strand führt. Der Sand ist ziemlich weich und es ist Flut, so dass es keinen gut befahrbaren Strandstreifen gibt.

Mit unserem 4×4 ist es fest genug um ein paar Runden zu drehen, aber allzu weit wollen wir in dem tiefen Sand nicht fahren und anhalten wollen wir eigentlich auch nicht.

Und so machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Long Beach ins Zentrum. Erst kommen wir vorbei an diesem Laden mit der Ehegatten Warnung!

Der beste Ort, um das Kite Festival zu sehen, sei das Adrift Hotel. Wir finden das Hotel und auch das [Pickled Fish] Restaurant im Top Floor, von dem man eine super Aussicht auf Strand, Dünen und – das Kite Festival hat!

Wir studieren den Übersichtsplan des Kite Festivals und mampfen nebenbei unseren Wrap, Crab Cakes und als Nachtisch Waffles mit Blaubeeren und Erdbeeren.

Nach dem Imbiss laufen wir in Richtung Strand zum Kitefestival, hier nochmal der Blick zurück zum [Pickled Fish].

Ein Steg verbindet im Prinzip die Straße an deren Ende das Adrift Hotel steht mit dem Zentrum des Kite Festivals. Wir sind begeistert von der Vielseitigkeit der Kites und bestaunen auch einige Kunstflug Wettbewerbe!

Auch ein deutsches Kitezelt gibt es, der Vater der Familie war vor Jahren in Deutschland und hatte die Idee mit den schwarz-rot-goldenen Kites.

Auch die restlichen Kites und Teilnehmer sind total lustig, es gefällt uns hier:

Ein paar Drachen haben wir noch, bevor es weiter geht!

Rio: Die Papageien sind los!

Und die Krebse spielen auch verrückt!

Hier könnten wir easy noch einen Tag bleiben, aber wir müssen weiter nach Astoria und Seaside. Wir fahren zurück zur US 101 und erreichen 15 Meilen später die Astoria-Megler Bridge, die mit einer Länge von über 4,1 Meilen den Columbia River überspannt.

Da ich schon einiges über Astoria gelesen hatte, wollen wir hier mal kurz in die Innenstadt. Wir halten an der Western Union Bank, um die Bargeldbestände aufzustocken. Oh Mann ist das heiß! Zu heiß, um in der Stadt spazieren zu gehen.

Wir drehen eine kleine Runde mit dem Auto, tanken noch einmal voll und ich bemerke wie ich missgünstig vom Tankwart beäugt werde. Aha, In Oregon darf man nicht selber tanken, das wusste ich nicht. Trolleira wusste es, die hat im Reiseführer aufmerksamer gelesen.

Mit 95 Grad immer noch gut warm und der Tank ist wieder voll. 760 Meilen sind wir schon gefahren, seit wir am Dienstag, also vor 3 Tagen in Seattle losgefahren sind.

Gut, mein Benzin habe ich trotz des Selbst-Tank-Versuchs bekommen und wir machen uns auf nach Seaside, beziehungsweise wir stauen uns nach Seaside, keine Ahnung warum.

In Seaside hatte ich aus Sentimentalitätsgründen das Motel 6 reserviert.
Früher waren wir oft in Motel 6 über Nacht und es war eigentlich immer gut, also wollte ich das mal wieder testen.

An der Rezeption werde ich von der sehr netten Dame gefragt, ob wir in Brasilien im AAA wären.
Ich: „Nö, gibt’s dort nicht.“
Aber es gäbe doch sicher etwas Vergleichbares.
Ich: „Nö, gibt es dort nicht.“
Sie schaut mich etwas genervt an.
Sie: „Ich bin mir sicher sowas gibt es dort, sonst kann ich euch die 10% Rabatt nicht geben!“
Ich: „Ah, brasilianischer AAA, logisch, da sind wir dabei!“
Sie: „Wie schön, dann kann ich euch ja das Zimmer günstiger geben“

Und das Zimmer ist … wow, das hätte ich nicht erwartet, ein klasse Zimmer! Ok, nicht extrem günstig, aber mit 111 Dollar inklusive Taxes eines der Günstigeren in der Gegend.

100% ohne Fußspuren auf der Klobrille:

So, und jetzt erst einmal für 10 Minuten die Beine hochlegen!