Moglu reist ins Pantanal (5. Teil)

27.03.2016

Nach vier Tagen entlang der Tanspantaneira ist es nun auch gut. Die Jahreszeit war vielleicht nicht die Beste, um viele Säugetiere (sprich Jaguar, Ameisenbär und Tapir) zu sehen. Wir haben Alligatoren gesehen, aber auch diese waren nicht so in den grossen Mengen versammelt, wie man sie in der Trockenzeit auffinden würde.

Überraschend war die grosse Anzahl an blauen Araras, Hyazinth-Araras, Tukane und an den Flüssen die Kingfisher. Und natürlich auch die Äffchen und vor allem die herrlich weite Landschaft.

Das nächste Mal wäre es mit dem Troller besser, aber es sind eben etwa 1500 km von Campinas, also zwei Tage hin und wieder zwei zurück. Aber dann, auf alle Fälle, die Transpantaneira bis nach Porto Jofre fahren, dem tatsächlichen Endpunkt der Transpantaneira. Danach kommen nur noch Flüsse und Regenwald, keine Strassen mehr.

So weit so gut, heute geht es wieder zurück nach Cuiabá und nach einem Kurzbesuch in der Chapada dos Guimarães weiter nach Bom Jardim bei Nobres.

Wir passieren Cuiabá ohne Probleme. Es ist Sonntag und die Strassen sind, gerade am Vormittag alle ziemlich leer. Eine Runde um die Arena Pantanal, das Fussballstadion, das extra für die WM 2014 erbaut wurde. Man kann es von ausser nur mehr erahnen als wirklich viel sehen, nur an den Ecken sieht man etwas ins Stadion hinein. Es interessiert uns aber auch nicht genug, so dass wir nicht aussteigen wollen, um bessere Fotos zu schiessen. Wer mehr wissen will kuckt hier https://de.wikipedia.org/wiki/Arena_Pantanal

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Die Arena Pantanal von der Seite, wo sie ohne Zaun zu fotografieren war ;)

Etwa 60 km sind es von Cuiabá bis zum Eingang des Nationalparks Chapada dos Guimarães aber bereits kurz hinter Cuiabá hat man einen herrlichen Blick auf die Felsenwand. Wir bedauern, dass es nirgends Parkbuchten oder irgendeine Möglichkeit gibt anzuhalten, zu schauen, fotografieren und im Auto entbrennt eine Diskussion, warum in Brasilien die vielen herrlichen Nationalparks keine nennenswerte Infrastruktur haben. Die übereinstimmende und etwas frustrierende Meinung ist, dass in diesem Sektor wohl nicht genug Möglichkeit gibt, Bestechungsgelder zu kassieren …

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Anfahrt auf die Chapada

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Kein offizieller Parkplatz, aber eine Stelle, an der man kurz am Strassenrand halten kann, und wir nutzen die Gelegenheit, um ein paar Fotos zu machen.

Wir erreichen das Portal des Parks. Ein schlecht gefüllter Parkplatz, eine Betonsperre und ab hier geht es nur noch zu Fuss weiter. Halt – eigentlich, wir sind ja Ausländer und schlecht zu Fuss (meint unser Guide) – die Reiseführerin springt schon aus dem Auto und wenige Minuten später passieren wir das Tor … im Auto natürlich. Ob hier auch wieder ein paar Real den Besitzer gewechselt haben?

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Das Eingangsportal der Chapada

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Für uns geht’s weiter im Van, ich hasse Sonderrechte, vor allem wenn man sie sich mit ein paar Scheinen kaufen kann.

Der Wasserfall ist aber trotzdem schön, und der Blick in die Chapada ist herrlich. Hier siedelt eine Gruppe roter Araras. Und der Wasserfall heisst wie gefühlt jeder zweite in Brasilien und den USA: Véu de Noiva – Brautschleier.

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Véu de Noiva

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Blick in die Chapada – ich hätte gerne ein, zwei Tage, um hier zu Wandern

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Ein Gruppe von roten Aras auf einem Baum in der Schlucht. Manchmal wünsche ich mir, die SONY RX hätte ein stärkeres Zoom!

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Dieser hier sitzt mit Blick auf den Wasserfall!

Nach dem anstrengenden Weg zur Aussichtplattform des Wasserfalls (ca 200 Meter) müssen wir uns natürlich stärken. Eine Galinhada (Hühncheneintopf mit Reis) ist hier das Hausgericht und es schmeckt super! Ein grosser Topf für sechs Personen!

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So kommt die Galinhada auf den Tisch

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So sieht sie von innen aus :)

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Und so auf dem Teller.

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Und vom Restaurant hat man einen Traumblick in die Chapada

Nach der Stärkung geht es weiter. Vom Park aus wieder ein Stück zurück in Richtung Cuiabá und dann um den Park herum geradewegs Richtung Norden. Nach 150 km erreichen wir Nobres, oder besser gesagt, das Städtchen Bom Jardim, das zur Stadt Nobres gehört.

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Zurück in Richtung Cuiabá …

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… und dann auf einer langen geraden Strasse in Richtung Norden …

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… entlang der Chapada

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Hier bei der Fotopause am Wegesrand finden wir nun auch unsere Jaguarspuren!

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Die Strassen verjüngen sich bei den Brücken immer auf eine Spur – naja, viel Verkehr ist ja hier auch nicht wirklich

Nobres ist touristisches Entwicklungsland, das zeigt schon die englischsprachige Wikipedia Seite von Nobres: https://en.wikipedia.org/wiki/Nobres

Ein deutsche Seite gibt es erst gar nicht und die portugiesische ist nicht viel besser als die englische. Das ist für uns gerade richtig, so lieben wir es! Und ausser am Sonntag Nachmittag, wo wir eigentlich baden wollten, aber die geplante Quelle mit klarem Wasser und Fischen sich als eine „Pfütze“ mit biertrinkenden Brasilianern herausgestellt hat, waren wir weitgehend allein unterwegs :) .

Bekannt ist Nobres – Bom Jardim vor allem durch seine kristallklaren Flüsse, in denen man sich mit Schwimmwesten ausgestattet inmitten von Flussfischen treiben lassen kann.

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In Bom Jardim begrüsst uns schon ein Fisch-Springbrunnen vor dem Tourismusbüro

Wir bleiben in der Hotel-Fazenda „Reino Encantado“ in der es ebenfalls einen der kristallinen Flüsse gibt. Wir wollen aber woanders schwimmen. Die Fazenda liegt ein paar Kilometer ausserhalb von Bom Jardim und es ist herrlich ruhig dort.

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Während der Rest der Truppe eincheckt und entspannt erkunde ich schonmal den klaren Fluss an der Fazenda, auch um die Gopro auf Wasserdichtheit für morgen zu testen :) .

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Die Fische von oben

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An der Quelle

Wir fahren am Nachmittag nochmal zurück nach Bom Jardim und wollen die Lagoa das Araras besuchen.

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Auf dem Weg zurück

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In Richtung Bom Jardim

Was hier folgt ist unbeschreiblich, nun lasse ich einfach mal Bilder sprechen:

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Begrüssungsschild zur „Lagoa das Araras“

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Der erste Blick, unglaublich. Eine Lagune voller Palmen die sich im klaren Wasser spiegeln. Unwirklich!

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Die Sonne steht nun schon etwas tiefer und strahlt die Palmen an

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Die ersten der gelben Araras kommen in die Lagune, ein unglaubliches Gekrächze und Getöse geht los!

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Herrlich wenn die Araras von der tiefstehenden Sonne angestrahlt werden, ihr Gefieder ist golden leuchtend!

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Und auch die gegenüberliegende Seite der Lagune leuchtet nun golden!

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Immer mehr Araras und nun auch andere Vögel kommen in die Lagune

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Time to go home! Ein tolles Spektakel, für mich DAS Highlight unserer Reise!