Steinbocktour 03.09. – 08.09.2017 (Tag 3)

Zwischen Bayern und Tirol (Tag 3)

Meine Schuhe sind tropfnass und von einer Schlammschicht überzogen als wir das erste Mal halten und eine Pause machen. Vor gut zwei Stunden sind wir gestartet von der Mindelheimer Hütte und seitdem bergab gewandert. Wir sind mit Regenschirmen gestartet, haben zwei Flüsse durchquert und auf einer Matschpiste die gewonnenen Höhenmeter des Vortages wieder abgegeben.

Von nun an geht es wieder bergauf und wir waschen unsere Schuhsohlen im Bach, damit das Profil der Wanderschuhe uns besseren Halt auf den Steinen verschafft. Der Weg windet sich nun eng am Berg entlang, kurze Stücke auf dem Schrofenpass sind mit Stahlseilen und sogar mit Stahlbrücken gesichert.

        

Den Weg zum südlichsten Punkt Deutschlands lassen wir leider aus, der Regen der letzten Tage hat den Weg in einen Schlammpfad verwandelt und Gerhard beschließt, dass wir einen kürzeren Weg zur Rappenseehütte wählen. Mir soll es recht sein, das Marschieren im Schlamm heute Morgen hat mir eigentlich gereicht.

Gegen 13 Uhr erreichen wir den Abstieg zum Mutzentobel. Der Pfad wird nun enger und steiler und ist fast durchgehend mit Stahlseiten und manchmal sogar mit Trethilfen gesichert. Da wir ja mittlerweile geübte Flußüberquerer sind, stellt uns der Gebirgsbach der durch den Tobel fließt, vor keine allzu großen Herausforderungen.

Eine halbe Stunde später stehen wir vor dem nächsten Gebirgsbächlein, das nach dem Regen heute Nacht zu einem 3-4 Meter breiten Bach angeschwollen sind.

Die erste Hälfte der Truppe nimmt nasse Füße in Kauf und durchwatet den Bach. Wir wollen versuchen von einer etwas höheren Stelle auf eine kleine Sandbank zu springen und somit trockenen Füßen über den Bach zu kommen. Es klappt bis auf einen kleinen Ausrutscher kommen alle gut an der anderen Seite an. Der kleine Ausrutscher hat leider auch nasse Füße bekommen.

Eine unserer Wanderfreundinnen trennt sich hier von uns. Der Weg war zu anstrengend geworden und sie hat beschlossen, hier abzubrechen und ins Tal zurückzukehren. Gerhard begleitet sie und der Rest der Truppe macht sich an die letzte halbe Stunde für heute. Der Weg zieht sich gewaltig, in scheinbar nicht endenden Serpentinen dehnt er sich nach oben, aber ich fühle mich gut heute! Schließlich sehen wir kurz nach 14 Uhr die Rappensee-Hütte vor uns. Nun scheint auch die Sonne und der Regen und die Anstrengungen sind (quasi) vergessen.

Nach einer Stärkung mit einer Gulaschsuppe mache ich mich noch einmal auf, um zum Gipfelkreuz zu kommen, von wo aus man einen schönen Blick auf die Hütte und auf den Rappensee hat. Es ist nun so klar, dass man weit über Oberstdorf und Sonthofen hinaus sehen kann!

Ich will mich immer noch nicht still halten und laufe noch zum See hinunter. Ein Murmeltier verlässt seinen Bau. Ich bewege mich nicht und schaue ihm beim Futtersuchen zu. Scheinbar steht der Wind günstig, denn es bemerkt mich nicht und so kann ich einige schöne Fotos von dem scheuen Tier machen.

Die Sonne ist herrlich auf der Terrasse der Rappenseehütte und wir genießen die Entspannung zum Gruppenplausch! Erst als das Abendessen kurz nach 18 Uhr auf dem Tisch steht gehen wir in die Hütte hinein, Nudelsuppe, Putenrollbraten oder Käsespätzle sowie als Nachspeise Kokospudding mit Kirschsoße stehen heute zur Auswahl. Eines ist sicher, Abnehmen geht anders.