Freitag, 09.08.2019: Wieder mal nach Los Angeles!

Wie immer arbeite ich am letzten Tag noch bis Mittag und da wir heute ein größeres Event in der Fabrik haben bleibe ich bis 14 Uhr. Dann schnell nach Hause, ich dusche noch und um 16 Uhr fahren wir – Trolleira und ich – los nach São Paulo.

Die Koffer verschließen, ins Auto packen und los geht es.

Die Fahrt verläuft normal, wir kommen schnell bis zum Ring um die Stadt, dann geht es wie üblich im Schneckentempo durch Sao Paulo. Die Verkäufer entlang der Straße sind auch wieder vorbereitet auf das Freitagnachmittagsgeschäft.

Wir haben Wasser im Auto, essen wollen wir erst am Flughafen und Elektronik brauchen wir keine mehr vor dem Abflug, also kaufen wir nichts.

Das Auto stellen wir wie immer im Pullman Hotel ab, der Shuttlebus zum Flughafen geht zwar von dort nur alle 30 Minuten, aber die Parkgebühren sind mit 250 R$ (ca. 60 €) Obergrenze für beliebig langen Zeitraum einfach die billigsten aller Parkplätze in Flughafennähe.

Wie immer sind wir viel zu früh am Check In bzw. Baggage drop. Eingecheckt haben wir ja schon am Vorabend. Wir können unser Gepäck in der Priority Line abgeben, ich weiß nicht warum, aber wir finden es heraus. Ich habe ja mein Meilenkonto bei LATAM und dort bin ich scheinbar Priority Kunde und LATAM ist Partner von American Airlines. Priority Kunden bei LATAM sind wahrscheinlich alle, die sich irgendwann dort angemeldet haben. Wir finden auch heraus, dass wir Anrecht auf 2 Gepäckstücke pro Person haben. Das ist hilfreich für den Rückflug, eine extra Reisetasche haben wir im Koffer verstaut.

Zur Einstimmung auf die USA gehen wir noch Abendessen im Olive Garden. Das Essen finden wir mittelmäßig, Cesar-Salad vorab, der ganz gut ist. Aber die Pasta? Al dente geht anders und nun weiß ich auch, dass Alfredo-Sauce nicht mein Favorit wird.

Nach der Ausreise und der Sicherheitskontrolle gibt es für mich noch ein Bier in der Budweiser Sportsbar, ich trinke aber kein Bud sondern Brahma, das letzte brasilianische Bier für die nächsten Wochen.

Das Flugzeug steht bereit und der Abflug ist pünktlich um 22:30.

Ich habe Glück, der Platz neben mir ist besetzt, aber kurz nach dem Start verschwindet der Mann neben mir und schafft es irgendwie, bei seiner Frau/Freundin zu sitzen, so dass der Platz neben mir den ganzen Flug über frei bleibt. Brav, solche Sitznachbarn wünscht man sich öfter!

Wir fliegen wieder mit dem Dreamliner. Ich mag die Stühle irgendwie nicht so gerne, vor allem die Bestuhlung mit 3-3-3 Sitzen finde ich nervig und ich habe nie so richtig Platz für meine Beine. Gut dass wir zu zweit in der Dreierreihe sitzen.

Das Essen ist wie immer Beef or Pasta, ich nehme das Beef. Das Frühstück, das wir kurz vor der Landung angeboten bekommen, ist sogar recht spärlich.

Wir finden auch Tipps für LA im Boardmagazin, in drei Wochen werden wir in LA sein und hoffentlich Zeit haben, um dort das eine oder andere zu erkunden. Ich mache mal ein Foto!

Trotz großer Filmauswahl finde ich nichts, was mich besonders reizt. Schließlich sehe ich mir „A Star is born“ an, war eigentlich ganz gut, durch andere Filme zappe ich nur durch und ein paar Stunden kann ich auch schlafen. Nach gut 11 Stunden erreichen wir Los Angeles.

Jetzt nur noch durch die Immigration, den Koffer und die Tasche finden, am Zoll vorbei und das Mietauto abholen, dann kann der Roadtrip losgehen!

Moglu und Trolleira (mal wieder) unterwegs – A Big Loop in the Wild West – Einleitung

Prolog und Vorbereitung

Eine ungefähre Idee für diesen Urlaub im Sommer 2019 hatten wir seit langem im Kopf.  Wir wollten die Big Trees im Sequoia wieder sehen. Vor mehr als 20 Jahren waren wir das erste und einzige Mal im Sequoia NP, es war im November und bei strömendem Regen. Dort wollten wir wieder hin – diesmal am besten ohne Regen – und ein Besuch im Sequoia lässt sich auch gut mit dem Yosemite NP verbinden und dem Tioga Pass, der natürlich damals im November gesperrt war.

Ein weiterer Pflichtstopp war im Yellowstone NP gesetzt, wo wir im Jahr 2012 waren. Auch dort sollte uns die 2019er Reise wieder hinführen. Es muste kein langer Aufenthalt im Yellowstone werden, aber noch einmal die Geysire sehen und natürlich am Old Faithful übernachten.

Geplant war also ein Urlaub, in dem wir Bekanntes wieder besuchen wollten und Neues zum ersten Mal sehen wollten.

Da wir, wenn möglich in den Parks übernachten wollten, musste die Planung früh erstellt werden. Wir wir wissen, kann man die meisten NP-Lodges ein Jahr vor Reisedatum buchen und zumindest die in den bekannten Nationalparks sind auch oft kurz darauf bereits ausgebucht.

Im August 2018 stand dann auch der erste große Rahmenplan, wir wollten von Los Angeles über Sequoia und Kings Canyon NP, Yosemite NP, weiter zum Crater Lake und von dort nach Osten zum Yellowstone NP. Von dort sollte es weiter nach Norden gehen, über den Glacier NP weiter bis Seattle. Von Seattle aus war dann der Rückflug nach Sao Paulo geplant.

Das Ganze in drei Wochen. Es war klar, dass das viel Zeit im Auto bedeuten wird. Aber da Trolleira lange Wanderungen sowieso nicht durchführen konnte blieb uns ja auch viel Zeit für Autotourismus. Und so buchten wir die Unterkünfte in den Lodges im August 2018, ein Jahr vor dem geplanten Reisetermin.

Zwischen der Reservierung und unserem Reisebeginn passierte noch jede Menge. Ich hatte überraschend die Gelegenheit für meinen ersten USA Solotrip im Dezember und schob diese Spontanreise ein. Kurz darauf im März der zweite Solotrip. Die Detailplanung unserer großen Sommerreise geriet dabei etwas in Stocken und nach den beiden Soloreisen fehlte mir auch etwas die Lust, für eine weitere Reise jedes Detail zu planen.

Etwa drei Monate vor dem geplanten Flugtermin wollten wir nun definitiv die Flüge buchen. Wegen verschiedener Unsicherheiten im Büro war es nicht früher möglich. Es gab einen Direktflug nach Los Angeles von Sao Paulo aus aber die Rückflüge von Seattle waren von der Verbindung nicht optimal und dazu auch extrem teuer. Der Flug nach LA und zurück von Seattle würde fast 2000 € pro Person kosten, der Flug direkt nach LA und zurück von LA nur knapp 1000 Euro. Schweren Herzens planten wir um, Glacier NP musste gestrichen werden, dafür hatten wir Zeit für LA.

Am 10. Juni, zwei Monate vor Reisebeginn buchten wir die Flüge nach und von LA und machten uns daran, die zwischen den NP Lodges fehlenden Übernachtungen fest zu buchen. Durch die mehr oder weniger spontane Umplanung des Reisewegs konnte auch noch der Joshua Tree NP mit in die Planung einfließen und wir entdeckten einen kleinen, aber feinen und ziemlich neuen NP in Nevada.

Wir werden viel fahren in diesem Urlaub, 3.400 Meilen sind nur die Entfernungen zwischen den geplanten Hotels, dazu kommen noch die Umwege, die Nationalparktouren und andere Fahrten. Dementsprechend wird es viele Bilder aus dem fahrenden Auto geben und vielleicht weniger Wanderungen als normal. Wenn euch das alles noch nicht abgeschreckt hat, können wir ja loslegen!

Einsteigen zum „Big Loop in the Wild West!“

Moglu reist: Zwischen den Jahren in Mexiko! Tag 1

Vorgeplapper:

Bevor wir uns auf den Weg nach Mexiko machten holte ich mit natürlich viele Tipps aus den üblichen Foren im Internet, von Bekannten und, eigentlich recht wenig, aus Reiseführern. Vielen Dank schon einmal an alle, die mir wertvolle Tipps lieferten.

Hier eine kurze Zusammenfassung zu den wichtigesten Vorabthemen:

 

Mietwagen:

Das Mietauto buchten wir über billiger-mietwagen und dort über den Veranstalter Sunny Cars. Die Mietwagenfirma war dann am Ende „Enterprise“, alles etwas kompliziert mit den vielen Vermittlern und Buchungsseiten. Enterprise ist wohl die einzige Firma, die keinen Schalter direkt am Flughafen hat, anders als in den Unterlagen beschrieben. Aber ein Anruf hat die Sache erledigt und nach wenigen Minuten kam ein Shuttle, der uns zur Verleihstation, die schon in Richtung der Hotelmeile am Strand war, brachte.

Wir hatten sozusagen das „all inclusive super safe Paket gebucht“, etwas teurer, aber mit Garantie auf ein maximal 1 Jahr altes Auto und mit allen Versicherung inklusive. Erst bekamen wir ein Auto mit 36 Tausend KM gebracht, aber dann nachdem wir unseren Voucher mit dem Kommentar „max. 25 tausend KM“ zeigten wurde uns problemlos ein NEUES Auto mit gerade mal 24 km gebracht! Es war ein Chevrolet Aveo, absolut Basic in der Ausstattung aber Automatik und Klimaanlage hat funktioniert, was will man mehr. Als wir es zurückgaben hatten wir 1198 Km auf dem Tacho.

 

Tanken:

Wir beachteten die Grundregel, dass die Zapfsäule auf „Null“ war, wenn das Tanken los ging und dass auch mit der richtigen Säule getankt wird und dass unser Auto betankt wird. Dann gaben wir dem Tankwart  das Geld genau und haben es vorgezählt. Wir hatten nie Probleme mit irgendeinem Betrugsversuch. Einmal hatte eine Tankstelle kein Magna Benzin und wir tankten dann das etwa 10% teurere Premium. Da aber auch Mexikaner wieder weiterfuhren, da sie kein Magna bekamen, denke ich, dass das einfach so war, dass dort das billige Benzin alle war.

 

Polizeikontrolle:

Hatten wir kein einziges Mal in den 9 Tagen, obwohl in den Städten viel Polizei und Militär unterwegs war. Wir fühlten uns nie unsicher.

 

Geldwechseln:

Das war nicht einfach. An vielen Bankautomaten ging es nicht und einige Karten haben auch gar nicht funktioniert. Was bei uns dann ging war die Kombination der Postbank V-Pay Karte (obwohl die ja in Mexiko angeblich nicht funktioniert) und HSBC Bankautomaten. Abgehoben haben wir dann immer 3.000 Pesos, dazu kam eine Gebühr von etwa 25 Pesos. Wir bezahlten dann insgesamt mit allen Gebühren für 3.000 Pesos genau 138,05 Euro.

 

Und nun geht es los!

Tag 1: Ankunft in Cancun

Pünktlich um 4 Uhr morgens am 23.12. ging unser Flug ab in Sao Paulo. Das hieß für uns gab es dieses Jahr schon am 22.12. Bescherung, am Freitag abend, 2 Tage vor Heiligabend. Los nach Sao Paulo mussten wir um Mitternacht, also wurde der Wecker auf den Couchtisch neben das Sofa gestellt, verschlafen wollten wir den Flug nicht.

Etwas Gutes hat diese Abreisezeit: Wir kamen das erste Mal ohne Stau zum Flughafen Sao Paulo. Nicht etwa, dass die Strassen leer waren, aber es gab eben keinen Stau mehr.
Am Flughafen: Gähnende Leere. Schnell war eingescheckt und natürlich waren wir viel zu früh dran. Dank der Business Class Tickets durften wir in der Lounge warten, aber auch die war so richtig leer.

Der Flug war angenehm und ging schnell vorbei, in dne grossen und bequemen Sitze konnten wir sogar ein paar Stunden schlafen. Gegen 10 Uhr vormittags landeten wir in Panama City und aufgrund der Zeitverschiebung bekamen wir bereits kurz nach Mittag die ersten Blicke auf die Strände von Yucatan zu sehen.

Man kann es hier bereits ahnen. Quintana Roo, der Bundesstaat in dem Cancun liegt und auch Yucatan sind sehr sehr flach.

Bereits auf dem Weg in die „Hotel-Zone“ am Strand war deutlich, dass in Mexiko Polizei und auch Militär allgegenwärtig sind.

Als wir die Hotelzimmer buchten, alles über Booking, war bereits ziemlich viel ausgebucht. Ich kann nicht sagen, ob wir anders noch mehr bzw. bessere Hotels gefunden hätten, es war für uns so ok.

Die erste Nacht blieben wir in Cancun im Hotel NYX. Das Hotel ist relativ klein, liegt direkt am Strand und wir hatte eine Nacht mit all inklusive (ging nur so zu buchen).

Nun ja, ich habe es vorab vermutet, Cancun ist so gar nicht das was uns gefällt. Das kleinere Hotel NYX war noch so einigermaßen ok, aber wir sind eben keine Strandtypen.

Lieber schöne Naturlandschaften oder alte Kulturen und davon gab es in den folgenden Tagen noch einiges zu sehen.Das Zimmer war in einem neugebauten Teil des kleinen Hotels, nicht mit Meerblick, aber dafür groß und nagelneu – jedoch im 3. Stock ohne Aufzug, der sei gerade erst im Bau.

Die Aussicht nach hinten auf die Lagune war schön, leider aber auch an der Hauptstrasse gelegen.

Wir verbrachten etwas Zeit am Strand, dann im Restaurant am Strand mit Meerblick und anschließend noch ein Drink an der Poolbar.

Vor dem Abendessen wollten wir uns noch eine Stunde ins Zimmer legen, schließlich hatten wir ja in der Nacht kaum Schlaf, denn unser Flieger ging um 4 Uhr morgens los. Leider sind wir erst wieder um 23 Uhr aufgewacht, das war dann unser erster Tag Cancun.