Texas 3. Tag Samstag, 31.03.2018: Texas ohne Cowboyboots geht gar nicht

Ich rufe gleich im Hotel an und nach ein paar Fragen, welche Zimmernummer, Name, was genau im Safe war, bekommen wir auch die Info, dass die Sachen gefunden wurden und beim Sicherheitsdienst sind. Es ist mittlerweile schon ungefähr 15:30 und ich sage der Dame am Telefon, dass wir gegen 17 Uhr im Hotel sein werden und die Sachen holen werden. Nur von einem kurzen Tankstopp unterbrochen fahren wir zurück nach Austin.

Auf der Rückfahrt sehen wir kurz vor Austin am Straßenrand wieder die mexikanischen Händler, die Piñatas verkaufen. Am Morgen ging es zu schnell und wir konnte sie nicht fotografieren, nun stehen wir im Stau vor Austin und bekommen wenigstens davon noch ein Foto. Piñatas sind hohle Figuren aus Pappmaché, die normalerweise mit Süßigkeiten gefüllt werden. Oft müssen dann die Kinder mit verbundenen Augen und einem Stock die an einem Baum aufgehängte Piñata zerschlagen, um an die Süßigkeiten zu kommen. Ich weiß nicht, ob das mit den Osterhasenpiñatas genauso gehandhabt wird.

Die Sicherheitschefin ist auch sichtlich erleichtert als wir kommen und die Pässe abholen. Sie war schon beunruhigt, weil sie sah, dass unsere Pässe in dem Stapel liegen und hat gehofft, wir wären nicht in Richtung Flughafen abgereist.

Bei der Gelegenheit sehe ich mittels Wifi auch die Rechnung vom Hotel in meinem Email und stelle fest, dass das Frühstück abgezogen wurde, obwohl es inclusive war (wohl weil wir diesen Zettel beim Frühstück unterzeichnen mussten). Auch das kann ich gleich richtigstellen lassen und die Rechnung wird korrigiert.

Wieder etwas ruhiger nehmen wir den direkten Weg nach San Antonio. Ich bin sogar so erleichtert, dass Trolleira keine (grösseren) Probleme hat, mich zu überzeugen, bei einem Cowboystiefelgeschäft anzuhalten, das gerade wegen Umbau „sale“ hat.

Leider findet sich nichts, was gefällt, und das Thema Cowboystiefel kann damit noch nicht abgehakt werden.

Weiter geht es nun nach San Antonio wo wir das Hotel Drury Plaza im Stadtteil North Stone Oak reserviert hatten. (Bilder gegen die Sonne sind nur bei sauberer Autoscheibe zu empfehlen …)

Das Hotel liegt am nördlichen Stadtrand, auch gut, dann ersparen wir uns für heute die Fahrt ins Zentrum von San Antonio.

Am Osterwochenende finden in San Antonio die NCAA Final Four statt, die Endspiele des US College Basketballs (auch mit dem vielsagenden Namen „March Madness“ belegt). Als wir uns für San Antonio entschieden, wussten wir nichts von den NCAA Endspielen, waren nur verwundert über die Hotelpreise und dass fast alles bereits ausgebucht war. Wir dachten, das liegt eben an den Osterferien. Also gut, das ist der Hintergrund, warum wir in einem Hotel fast 15 Meilen nördlich des Zentrums blieben, was uns für den heuten Anreisetag aber durchaus gelegen kommt. Gewonnen haben übrigens die Villanova Wildcats, nie zuvor gehört.

Es ist mittlerweile fast 20 Uhr und wir haben ziemlich Hunger. Gleich in der Nähe ist ein Texas-Roadhouse Steakhaus. Bilder davon gibt es erst im nächsten Teil!

Texas 3. Tag Samstag, 31.03.2018: Die Lyndon B. Johnson Ranch und kurz in Fredericksburg

Wir verlassen also die Muleshoe Bend Recreation Area. Der „Enchanted Rock“ läge halbwegs auf dem Weg nach Fredericksburg. Nicht direkt auf dem Weg, sondern so 35 Meilen nördlich, wenn wir die Strecke umlegen, wären es so 25 Minuten Umweg. Wir lesen jedoch im Reiseführer, dass man früh vor Ort sein sollte, denn der Parkplatz hat nur eine geringe Kapazität. Es ist Osterwochenende und mittlerweile Mittag, also nicht wirklich früh. Außerdem hat Trolleira wieder den ganzen Morgen gehustet, bekommt nicht wirklich viel Luft und würde den Felsen sowieso nicht besteigen können. Also beschließen wir, den Rock auszulassen, und tippen Fredericksburg ins Navi.

Auf dem – nun direkten – Weg dorthin fahren wir an Präsident Lyndon B. Johnsons Ranch (Lyndon B. Johnson State Park & Historic Site) in Stonewall vorbei und beschließen diese zu besichtigen.



Lyndon B. Johnson war der 36. Präsident der Vereinigten Staaten. Er war Vizepräsident unter John F. Kennedy und wurde am Tag von Kennedys Ermordung im November 1963 zum Präsidenten ernannt. Er blieb bis 1969 Präsident der USA. Der große negative Aspekt, der immer mit Johnsons Präsidentschaft verbunden bleibt ist die Eskalation der USA im Vietnamkrieg.

Für unseren Besuch interessant war jedoch der Fakt, dass er auf seiner Ranch in Texas im Prinzip ein zweites Weißes Haus einrichtete, auch texanisches Weißes Haus genannt, wo er einen großen Teil seiner Amtszeit als Präsident verbrachte und wo er auch Staatsgäste empfing. Interessant ist das Büro in dem Wohnhaus, mit dem Schreibtisch des Präsidenten, Schreibtisch für eine Sekretärin, mit verschiedenen Staatsgeschenken. Es sind auch große Ventilatoren installiert, da in dieser Zeit in den Büros ja noch geraucht wurde. Man kann sich richtig vorstellen, wie in dem kleinen Zimmerchen 2 oder 3 Männer Zigarre rauchend zusammensaßen und die Geschicke der Welt von dort aus lenkten. Auch eine kurze Startbahn und die damalige Airforce 1 sind dort ausgestellt.

Seine Frau Lady Bird lebte noch bis zu ihrem Tode 2007 auf der Ranch, erst danach wurde die Ranch in ein Museum umgewandelt, wobei dort auch nach wie vor Farmwirtschaft betrieben wird.

Witzig und etwas skurril ist auch die Namensgebung der Familienmitglieder der Familie Johnson. Der Präsident Lyndon Baines, die Frau, Kosename Lady Bird (schon als Kind erhalten), die Töchter Lynda Bird und Luci Baines.

Der Besucht der LBJ Ranch war sehr informativ und hat uns überraschend gut gefallen. Im Wohnhaus und auch Amtshaus durfte leider nicht fotografiert werden.
Deshalb nur einige Fotos von aussen:

Von Stonewall geht es weiter nach Fredericksburg.


Wir besichtigen das Vereins Kirche Museum und die hinter dem Museum errichtete Statue des Meusebach-Comanche-Treaty, der Friedensvertrag zwischen Deutschen und Comanchen, der festlegte, dass Deutsche im Indianerland siedeln und die Indianer die deutschen Dörfer besuchen durften. Angeblich der einzige Vertrag mit Indianern, der nie gebrochen wurde.



Nun haben wir aber Lust auf Kaffee und Kuchen oder so etwas, wir sind ja schließlich in deutschem Siedlungsgebiet. Auf dem Weg zum Café laufen wir an einem Geldautomaten vorbei und beschließen, unsere Bargeldbestände aufstocken. Ich sehe in meine Geldbeutel aber die EC Karte ist nicht drin, Mist, die ist im Auto. Trolleira hat ihre auch nicht im Geldbeutel, die muss im Auto sein. Mist – wir haben ALLES, einen Teil der Kreditkarten/EC Karten, Geld, Pässe, Kindle etc. in Austin im Hotelsafe gelassen! Die Lust auf weitere Besichtigungen in Fredericksburg und auf die Weiterfahrt nach Luckenbach ist uns gründlich vergangen.

Texas 3. Tag Samstag, 31.03.2018: Bluebonnets rund um Austin

Fahren wir wieder ein Stückchen weiter?

Im Hotel war das Frühstück inbegriffen und das genießen wir so richtig. Es gibt richtig guten Kaffee und ein Büffet, inklusive frischer Omlett Zubereitung. Ich bestelle mir ein Omelett, danach gibt es noch Bagel mit Cream Cheese, lecker!

So gegen 9 Uhr sind wir dann abfahrbereit und lassen unser Auto vorfahren. Die Koffer kommen in den Kofferraum, der nun schon deutlich voller ist, mit den zusätzlichen Taschen und der Eisbox.

Es hat laut Autothermometer 65 Grad Fahrenheit, angeblich rund 18 Grad Celsius, aber es kommt uns viel kälter vor. Für heute ist die Fahrt nach San Antonio geplant, aber nicht direkt, sondern mit Umweg zu den Bluebonnets und später Fredericksburg. Die Bluebonnets sind eine blaue Lupinenart und die texanische Staatsblume. So etwas gibt es, glaube ich nur in den Vereinigten Staaten, dass jeder Bundesstaat seine Staatsblume hat. Oder kennt jemand die Staatsblume von Deutschland? Aber egal, die Bluebonnet blüht auf jeden Fall normalerweise Ende März und April und es gibt immer im Internet Übersichten, wo man denn die schönsten Bluebonnets finden kann.

Favorit ist dabei immer die Region zwischen Dallas und Austin und um Austin herum. Wir verlassen also Austin in Richtung Spicewood und nehmen Kurs auf die Muleshoe Recreation Area. Bereits auf dem Weg zum Muleshoe Bend sehen wir ein schönes mit Bluebonnets bedecktes Feld.

(Achtung Bilderflut, wer eine Lupinenallergie hat, sollte jetzt die Seite verlassen)

Am Lake wird es dann richtig Blau, viele Wiesen sind mit den Bluebonnets übersät.

Danach reicht es uns eigentlich fürs erste mit den Blumen, wir wollen ja heute auch noch was anderes sehen. Wir entscheiden uns, von dort direkt nach Fredericksburg zu fahren.