Mittwoch, 14.08.2019: Stateline, zwischen Craftbeer und Casino

Wir gehen nochmal aufs Klo und dann geht es wieder rein in den nun kochend heissen Acadia. Nun können wir losreiten – äh losfahren.
Aber weit kommen wir nicht, schon sehen wir wieder das uns mittlerweile bekannte rote Oktagon mit weisser Schrift vor uns:

 

Aber die Landschaft ist schön hier und so relaxen wir einfach ein wenig. Ok, kein Klappstuhl und kein Kaffee aber die Aussicht ist klasse und Wasser haben wir im Auto. Es geht weiter und wir überqueren die Grenze nach Nevada.

Noch über diesen einen Berg und wir erreichen nach 100 Meilen die Stadt Stateline am Lake Tahoe.

Stateline, klar, liegt an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Wir bleiben diese Nacht im Hardrock Hotel and Casino Lake Tahoe. Um 17 Uhr checken wir ein in unser Zimmer. Unser Hotel liegt in Stateline auf der Nevada Seite, und ist deshalb, logisch, ein Kasino.

Blick aus dem Fenster

 

Wir gehen zu Fuss vom Hotel aus, die Brewery, die ich mir ausgesucht hatte für heute, liegt nur in 5 Minuten Fussentfernung. Es ist alles ruhiger hier als in Las Vegas, ein klein wenig Las Vegas für Arme. Aber auch deutlich gemütlicher. Leider ist die South of North Brewey wegen einer Privatveranstaltung geschlossen, schade, es sah sehr einladend aus hier. Wir laufen also zurück auf den Lake Tahoe Boulevard, spazieren rüber nach Kalifornien, bummeln durch die Geschäfte.

 

Ich lasse Trolleira bummeln und sitze in einem Garten der Stateline Brewery. Nett, aber die Speisekarte überzeugt nicht ganz und Bier im Plastikbecher geht auch nur wenn es unbedingt sein muss.

Wir laufen ein Stück zurück und bleiben in McP’s Taphouse Grill. Passend mit schottischem Dudelsackspieler auf dem Platz vor dem Lokal. Hm- Irish Pub und schottischer Dudelsackspieler – im Nachhinein war da irgendwas falsch dran – oder mal wieder Ami-Disney-Land?!?

 

Das Essen ist auch lecker, irgendwas mit Blumenkohl und dann noch was mit Chicken. Und Craft Bier – passt!

 

Es ist bereits dunkel und wir schlendern noch durch ein paar Geschäfte, bummeln zurück zum Hotel (wo es im Casino ziemlich ekelig verraucht ist) und gehen noch einkaufen im Hard Rock Shop.

 

Stateline ist ganz nett, vom Lake Tahoe haben wir zwar quasi nichts gesehen, aber die Stadt ist eine gemütliche Mischung aus Country Las Vegas auf der Nevada Seite und einem Skiort auf der Kalifornien Seite.

Der Tag heute war nett. Die Landschaften waren schön, aber es war halt Autotourismus. Bodie war nett, aber nun für mich kein Highlight. Damit ich es als Highlight empfinde, muss ich zumindest auf einen Berg gestiegen oder in einen Canyon gewandert sein. Also auf einen Nenner gebracht, einen Trail gegangen sein, der mich zumindest etwas angestrengt hat. Das gab es heute nicht.

Das Problem dabei ist, für morgen haben wir wieder nichts dementsprechend körperlich Anstrengendes geplant. Das einzige Ziel für morgen: Übernachtung in Clio. Clio? Clio!

Mittwoch, 14.08.2019: Bodie – die beste, schönste und gespenstischte Ghosttown überhaupt!

Weiter geht es nach einem herrlichen Lunch, und zwar nach Bodie, in die Ghost Town. Dazu fahren wir nicht entlang der US395-N bis Dog Town, sondern wir biegen unmittelbar nach dem Mono Lake auf die CA-167E ein (einen Weg, den mir nun beim Nachvollziehen Google nur für Fahrräder freigibt) und schliesslich nach links / Norden in die Cottonwood Canyon Road. Ja, da schau her, diese gibt es auch in Kalifornien!

 

 

 

Wir nähern uns, nur noch über diesen Hügel:

Kaum da, schon werden wir zur Kasse gebeten!

Um 14 Uhr sind wir in Bodie, der Geisterstadt. Der Eintritt hier – in den State Historic Park – kostet $8 pro Person, nicht schlecht. Ich gebe dem älteren Herrn (es scheint, in National Parks und State Parks arbeiten überwiegend Rentner am Einlass) $26 und warte aufs Retourgeld. Der nette Herr erinnert uns ans Wasser trinken, an die Sonnencreme, aber keine Spur von meinen $10 Retourgeld. Nach einer kleinen Erinnerung habe ich es aber doch noch bekommen. Es ist glühend heiss und wir stellen das Auto auf dem Besucherparkplatz ab.

Im Internet wird Bodie extrem gelobt: „Die schönste Geisterstadt in Kalifornien“, „Die beste Geisterstadt in Kalifornien“, „Eine richtige Geisterstadt“ bis zu „Geisterstadt Bodie – wo die wilden Kerle wohnten“. Das alles finden man unten den ersten sieben Google-Hits, wenn man nach Bodie und Geisterstadt sucht. Und wenn man nach Bodie + Ghosttown, also englisch sucht? „Bodie. The Ghostliest of Ghost Towns“ – DAS gefällt mir! Na gut, schauen wir mal rein:

 

 

 

 

 

 

 

 

Sogar Bellas Truck haben sie hier! Ach nein, das war ja woanders. Und ausserdem waren das bei Bella Vampire, keine Geister!

Allerlei Zeugs gibt es auch hier zu kaufen, wir nehmen ein Wasser!

 

 

Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von Ghost Towns, aber es herrscht ja doch eine gewisse Begeisterung im Forum bezüglich Bodie, und wenn man dann schon mal da ist, dann sollte man auch eine Runde drehen. Und es war durchaus sehr nett hier in Bodie, auf jedenfalls deutlich besser als in der Goldfield Ghost Town bei Phoenix.

Aber wir haben nach wie vor noch einiges an Strecke vor uns. Und so bleiben wir nicht allzu lange in Bodie, aber es reicht, um einen guten Eindruck zu bekommen. Für eine geführte Tour haben wir jedoch keine Zeit und eigentlich auch gar keine Lust.

Mittwoch, 14.08.2019: Mono Lake – South Tufa Area

11 Uhr ist noch etwas früh, um Mittagspause zu machen.

Unser namenloses Navi, oder besser Google Maps auf dem IPhone, hat die South Tufa Area einprogrammiert und weist uns an, am Ende der Tioga Road rechts in die US-395 S einzubiegen. Brav fahre ich wie von meinem elektronischen Helfer angewiesen, ich bin jedoch überrascht, als er mich bereits eine Meile später wieder links abbiegen lässt.

Ich lenke den Acadia in die Picnic Ground Road, eine staubige Dirtroad, die direkt am Mono Lake entlang zur South Tufa Area führt. Wir mögen ja Dirt Roads, passt für uns!

Eine tolle Landschaft, links und vor uns der Mono Lake, hinter uns die Sierra Nevada.

 

 

 

Am Parkplatz der South Tufa Area ist ein Kassenhaus, Toiletten und es führt ein kurzer Trail auf Holzplanken runter zum See.

Wir rätseln darüber, wo wir vor 23 Jahren schon waren, hier in South Tufa oder weiter im Norden. Es war wohl nicht hier, sondern in der Tufa State Natural Reserve. [Nachtrag: Die Recherche im Tagebuch ergibt, dass wir sowohl in South Tufa als auch in der State Natural Reserve waren – keine Fotos von damals]
Hier ist es einmalig schön, wir folgen dem Lehrpfad zu den Tuffsteinformationen an Land und im Wasser des Mono Lakes.

Nun einfach ein paar wenige Impressionen :laugh::

 

 

 

 

 

Der Wasserstand des Mono Lake sank kontinuierlich durch die Entnahme von Wasser für die kalifornischen Grossstädte ab. 1994 wurde schliesslich ein richterlicher Beschluss zum Schutz des Mono Lake und seiner Zuflüsse getroffen. Sollte der See irgenwann wieder die geplante Wasserhöhe erreichen, dann wären diese Hikes allesamt metertief unter Wasser. Eine Rangerin erklärt uns auf Nachfrage, dass der geplante Wasserstand noch nicht erreicht ist, weil durch seit Jahren weniger Niederschläge zu wenig Wasser nachfliesst.

 

 

 

Ein knappe Stunde waren wir hier, nun passt auch die Zeit, um uns etwas fürs Mittagessen zu suchen. Heute will ich nicht picknicken, habe ich doch in einem Reisebericht einen Hinweis auf ein interessantes Lokal gefunden.

Auf gehts, zurück nach Lee Vining!