Samstag, 10.08.2019: Ein Roadtrip ist nur ein Roadtrip, wenn …

Ein Roadtrip ist nur ein Roadtrip, wenn man auch ein entsprechendes Gefährt hat. Und die obligatorische Basisausrüstung besorgt. Und mit dem typischen USA Breakfast startet. Aber erst müssen wir ja noch einreisen ins Land der grossen Autos, der roten und blauen Kühlboxen und der zuckersüssen Pancakes!

Wir landen also um 5:50, nach 11:20 Stunden um mehr als eine Stunde zu früh. Wir müssen noch bis 6 im Flugzeug bleiben, weil der Zoll noch nicht geöffnet hat. Eigentlich komisch, denn nach Verlassen des Flugzeuges dauert es ja sowieso noch mindestens 30 Minuten, bis man durch Immigration und vorbei am Kofferband kommt, aber so sind eben die Vorschriften.

Wir in Reihe 36 sind bei den letzten, die das Flugzeug verlassen. Trotzdem geht die Einreise schnell und unkompliziert. An den Automaten klappt alles problemlos und auch der Officer will nichts von uns wissen. Wahrscheinlich waren ausreichend Ein- und wieder Ausreisen in und aus den USA in den letzten 12 Monaten bei meinen Dokumenten zu finden.

Als wir zum Gepäckband kommen warten wir keine 5 Minuten, dann sind auch unsere Tasche und der Koffer da.

Beim Verlassen des Flughafens stehen wir jetzt aber wieder Schlange, vorbei am Zoll. Das ging im März hier noch ruckzuck, jetzt dauert alles etwas länger, aber im Endeffekt macht das vielleicht fünf Minuten Verzögerung aus.

Um 7:00 Uhr sitzen wir schon im Bus zu Hertz, das ganze Einreiseprozedere war also wieder einmal in weniger als einer Stunde erledigt, gut so!

Bei Verlassen des Shuttlebus suche ich als erstes meinen Namen in der Liste der Gold-Members. Diese Anmeldung hatte ich ja einige Tage nach der Buchung noch erledigt, ich wusste aber, dass es eventuell bei der ersten Buchung noch nicht direkt berücksichtigt würde. Tatsächlich ist mein Name nicht auf der Liste und so bemühen wir uns ins Hertz Office. Auf die Frage nach dem Schalter für Gold Members wird uns mitgeteilt, dass dieser noch nicht um diese Uhrzeit geöffnet sei. Kein grosses Problem, es sind nur drei andere Mieter vor uns, bei drei geöffneten Schaltern, so dass wir relativ schnell an die Reihe kommen.

Auch am Schalter bringt uns der Gold Member Status nichts, da ja alles schon vorab bezahlt war und somit der Status keine Auswirkung auf irgendetwas hat. Ein Roadside Versicherung will uns der Herr trotzdem verkaufen, diese wollen wir aber nicht. Also erhalten wir die Unterlagen mit dem Stellplatz und den Dokumenten fürs Auto.

Wir bekommen ein Auto auf Stellplatz 408, einen GMC Acadia. Super groß, 17.000 Meilen, aber leider kein 4×4. Choiceline ist mir in der Regel lieber, aber eigentlich ist das Auto toll. Endlich auch mal mit Sirius. Ich wollte auch nicht mehr zurück ins Büro, um zu versuchen auf eine anderes 4×4 Auto zu wechseln.
Wir machen die üblichen Fotos vom Auto, verteilen unser Gepäck im Kofferraum und auf den Rücksitzen und machen uns auf den Weg.

Als erste Haltestellen waren ein IHOP und ein Walmart in Santa Clarita eingeplant. Trotz Flugzeugfrühstück, das zugegebenermassen recht übersichtlich war, entscheiden wir uns für den IHOP und Trolleira sucht in Google Maps. Ich vergass ihr mitzuteilen, dass der dem Santa Carlita Walmart nächste IHOP NICHT in Santa Carlita ist, sondern in Saugus, aber ausser 2-3 Meilen Umweg ist das kein Problem und wer weiss, vielleicht war ja der Santa Calita IHOP besser als der Saugus IHOP!


Um 8:30 sitzen wir dann im IHOP in Santa Carlita und ich befinde mich in regem Austausch bezüglich GMC Acadia mit der AF WhatsApp Gruppe und vor allem mit Tobi. Was ich erwartet hatte, bestätigt sich. Unser Auto hat keinerlei 4×4 ähnliche Fähigkeiten. Wie wir später öfter mal feststellen werden, ist auch die Frontschürze ziemlich tief nach unten gezogen, so dass man nicht einmal in die Nähe eines Boardsteins kommen kann ohne hässliche Kratzgeräusche zu erzeugen. Aber was solls, it’s a rental.

Im IHOP wähle ich heute etwas Neues. Cannoli mit Ricotta Creme, dazu Eier, Bacon und Hash Browns. Trolleira nimmt Blueberry Pancakes. Und Kaffee gibt es für uns beide.

Nach dem ausgiebigen zweiten Frühstück – wenn man das Flugzeugsandwich als Frühstück zählen will – fahren wir nun weiter zum Santa Carlita Walmart Superstore.

Der Ersteinkauf im Supermarkt, immer eines der frühen Highlights in jedem Urlaub! Auch wenn ich das eher immer gerne zügig erledigen würde, Trolleira aber in Ruhe alle Reihen durchforsten möchte. So mache ich mich schnell auf den Weg zur Elektroabteilung, denn ich will ja theoretisch meine SONY RX100M3 ersetzen, die nach dem Fall im letzten Solotrip mit einem Fussel auf dem Sensor beschädigt ist. Leider ist die Kameraabteilung sehr limitiert, von der grossen Auswahl im Online Shop gibt es vor Ort quasi nichts. Also bleibe ich vorerst bei meiner RX100M3.

Wir verlassen also den Walmart mit Bagels, Schinken und Käse, Snyder Nibblers, eine Eisbox, Wasser und Bier, das sollte als Ersteinkauf reichen.
(Nachtrag – Ok, der Kassenbon sagt, es war etwas mehr: Wasser, Cleenex-Tücher, Angel City IPA, Modelo Pilsener, Eis, Bagels, Äpfel, Coke, Mandarinen, Bananen, Snyder Nibblers, Clif Bars, Gold Fischlis, Salami, Schinken …).

Damit haben haben wir ja das Pflichtprogramm für den ersten Tag erledigt. Es ist 10:30 Uhr, wir können jetzt also in aller Ruhe und Gemütlichkeit zu unserem Motel in Santa Carlita fahren und uns von der unbequemen Nacht in der Economy Class erholen. Vielleicht ein kleine Runde im Pool plantschen und in der Hottub erholen. Ein kleines Mittagsschläfchen vielleicht und dann früh mit den Early Birds zu Abend essen.

Oder wir machen das ganz anders.

Texas 2. Tag Freitag, 30.03.2018: Einreise, Mietwagen und das erste Frühstück

Wir kommen in die große Eingangshalle und es sind relativ wenig Leute, die anstehen. Hier sehe ich auch zum ersten Mal diese Registrierungsautomaten von denen ich sehr viel im Amerika Forum gelesen hatte. Tatsächlich geht die Schlange schnell vorwärts und schon wenig später stehen wir selbst an einem der Automaten.
Es klappt gut, der Reisepass wird gescannt, dann die Fingerabdrücke und ein Foto wird gemacht. Bei Trolleira scheint etwas nicht funktioniert zu haben denn wir können nicht direkt durch, sondern müssen beim Immigration Officer vorsprechen. Keine Ahnung warum, ob es nun ein Problem mit den Fingerprints gab oder ob das einfach eine Zufallsauswahl ist.

Egal warum, wir stellen uns also wieder an der nächsten Schlange hinten an. Diese Schlange geht nun wesentlich langsamer voran, da sich nur drei Beamte um die Einreise kümmern. Als wir schließlich kurz vor der Bearbeitung ankommen macht einer der Officers einen neuen Schalter auf, lässt die Neuankömmlinge dort anstehen und leitet schließlich unsere Schlange in diese um! Das ist nun die dritte Schlange bei der wir uns an dem noch jungen Tag hinten anstehen. Da ich aber weiß, dass es einer Einreise nicht förderlich ist, den Beamten zu beschimpfen, atme ich nur tief durch und versuche meine innere Mitte zu finden.

Als wir schließlich beim Officer sind geht es dann wieder schnell, ein neues Bild von Trolleira, noch einmal die Fingerabdrücke gescannt, ein wenig Smalltalk und wir können durch zur Koffer Halle, wo unsere Gepäckstücke schon neben dem Belt auf uns warten.

Nochmal Toilettenpause und dann raus aus der Halle zur Bushaltestelle der Shuttlebusse. Es ist um 6:30 Uhr bitterkalt und noch stockdunkel. Auch hier warten wir erst einige Minuten bevor der Transfer-Bus da ist, alles geht noch etwas langsamer um diese Uhrzeit. Die Büros und Garagen der Mietwagenfirmen liegen ein gutes Stück weg vom Terminal, es ist fast Vollmond und im Bus ist es auch schön warm, gut so.

Der Alamo Schalter ist nicht besetzt, das macht aber nichts, da ich bereits vorab Skip-the-counter vorbereitet hatte.

Während ich schaue, wo die Autos stehen, kommt doch eine Mitarbeiterin von Alamo am Schalter vorbei. Sie erklärt mir, sie müsse meine Unterlagen ansehen, trotz skip-the-counter. Zwei Minuten später gibt sie mir dieselben zurück und sagt mir ich könne direkt zu den Mietwagen gehen, ich hätte ja „quick check in“. Häh? Skip-the-counter? Quick-check-in? Das wusste ich auch vorher. Also gehen wir zu den Mietwagen.

Viel Auswahl haben wir an der Choice Line nicht, es stehen einige Hyundai Santa Fe hier, einige Nissan Rogue und ein altes Jeep Modell. Den Nissan Rogue hatten wir schon vor zwei Jahren in Atlanta und waren sehr zufrieden damit. Wir werden zwar auch die eine oder andere Sandstraße fahren, aber wohl weniger als in den letzten Jahren, also brauchen wir kein 4×4. Und so wählen wir einen knallblauen Rogue mit 3875 km auf dem Tacho.

Die beiden Reisetaschen haben im Kofferraum locker Platz, ich mache mich mit den wichtigsten Instrumenten vertraut und fahre los zur Ausfahrt. Let’s go!

Das dachten wir, aber die Dame an der Ausfahrt erklärt uns, wir müssten die Papiere erst im Büro fertig stellen lassen, sie sei noch von der Nachtschicht und Skip-the-counter geht erst ab 8 Uhr früh.

Also Kommando zurück und ins Alamo Büro. Die Tussi im Büro ist jedoch nun beschäftigt, da sie ein Polizist nach irgendeinem Typen befragt, mit dem sie wohl irgend ein Problem hatten. Der Alamo Kollege hilft ihr beim Zuhören. Großzügiger Weise hilft mir die Dame vom National Schalter weiter und erledigt meinen Papierkram. Jetzt aber los.

Wo soll es denn überhaupt hingehen? Na ja, von Dallas zuerst nach Süden, dann immer der blauen Linie nach.

Es ist 7:15 Uhr und wir sind trotz all dieser nicht geplanten Verzögerungen nur eine Viertelstunde hinter meinem akribisch getakteten Zeitplan. Und es geht mittlerweile auch die Sonne auf. Alles ist gut!



Wir fahren über die US 183-I20 zur I35E, etwas mit Umwegen, denn wir müssen dem Navi erklären, dass wir keine mautpflichtigen Straßen fahren wollen, worauf es uns umgehend wieder umleitet.

Bei Hillsboro finden wir endlich einen IHOP. IHOP ist wichtig, denn ich hatte geplant, das Amerikaurlaubs-Einleitungsfrühstück in einem IHOP zu zelebrieren.

Wir wählen ein Frühstücksspecial und zwei extra Pancakes dazu. Blueberry Pancakes, Eggs mit Bacon und Hashbrowns, lecker!

Falls die süsse Soße nicht reicht:

So kann ein Urlaub beginnen:

So muss (!) ein Urlaub beginnen:

Der lokale Walmart liegt nur wenige Blocks entfernt und wir machen unseren ersten Urlaubseinkauf.

Ach wie ich es liebe. Schade, dass wir nur für 2 Wochen einkaufen können. Eine relativ kleine Kühlbox kaufen wir es diesmal, wir haben nun schon ein richtiges Sortiment zuhause. Eine 28er Packung Wasser, 6pack Corona, etwas für zum Knabbern im Auto, etwas Süßes für zum Schlemmen im Auto und noch die eine oder andere Kleinigkeit.

Warum kaufe ich Corona ein? Später im Urlaub lerne ich, dass „Lone Star“ DAS in Texas gebraute Bier ist und ich finde es später nur sehr schwer. HIER hätte es „Lone Star“ in Mengen gegeben.

Die ersten Blumen sehen wir auch entlang der Autobahnen, Bluebonnets sprießen überall, gepunktet mit roten, orangen und gelben Wildflowers!

Das Urlaubsgefühl breitet sich ganz extrem bei uns aus, dabei ist noch nicht einmal der erste Vormittag vorbei!